Gestern lief auf Arte ne zweiteilige Doku über Berlin 45 (m.L.)
https://www.arte.tv/de/videos/091182-001-A/berlin-1945-1-2/ Hier und da natürlich Schuldkultscheiß, aber insgesamt eine gute Doku und tolle Dokuaufnahmen und interessante Originalaussagen (naja, ob original, so genau weiß man das natürlich nicht, logo).
Meine Eltern haben den Krieg als Kinder miterlebt, mein Vater im Ruhrgebiet. Er hat mir von den Toten auf der Straße erzählt. Und, dass es für ihn als 14Jähriger die tollste Zeit war. Freiheit pur. Ein perverser Neid beschlich mich. Etwa: Nach 45 hatten die Menschen keine Zeit, sich über Motorradfahren und ob das mit 72 Jahren noch geht oder nicht, Gedanken gemacht. Jetzt flennen die Menschen schon, wenn sie sechs Wochen nicht im Park Grillen können. Andererseits konnte es damals nur noch aufwärts gehen, während es jetzt nur noch bergab geht. Und wie bei Aktien ist es eben so, dass die Zukunft gehandelt wird. Und meine Jungs stöhnen auch. Nur Handy ist eben öder als in Ruinen Waffen zu finden und selber Tabak anzubauen und Kaninchen zu züchten. Die Eltern hatten gar keine Zeit, sich um die Kinners zu kümmern. Warum ich das schreibe: eigentlich nur, weil ich gestern, wie gebannt, die beiden Dokufolgen geguckt habe und immernoch platt bin davon. Das haben meine Eltern erlebt und wurden zu dem, was sie wurden. Kitschig: jede Krise hat, der überstandene Krieg hatte auch etwas Positives.
Carpe diem
Oblomow