Debitismus & Angst: Basiert nicht der Debitismus letztlich …
Hallo MausS
Paul C. Martin fasst die 3-fache Axiomatik des machtbasierten Debitismus' der Abgaben ex-nihilo mit terminlicher Fixierung und im Falle der Nichterfüllung der Sanktionsbewehrung in [1], wie folgt zusammen:
Der sog. Debitismus, dass Wirtschaften letztlich immer nur unter Schuldendruck und ergo der ANGST vor Überschuldung und Illiquidität vor sich geht, ist oft genug vorgestellt worden. Bei Debitismus geht es weder um religiöse oder metaökonomische Paradies-, Crash- oder gar Wahnvorstellungen, sondern um eine einfachere und schlüssigere Erklärung der Wirtschaft, wie sie in der real existierenden Privateigentümergesellschaft, in der wir leben, zeitgleich mit diesen Erklärungen abläuft.
Das Thema der Angst lässt sich also im Debitismus verorten: Er mündet gegen Ende des debitistischen Durchganges mit
Rechte verbieten wollend, demagogische und geschichtsverlogene Reden haltend
in einer Willkürherrschaft.
https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=380087 Re: Angst vor dem Sterben / Debitismus verfasst von dottore, 29.04.2007, 17:26
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→ Hi chiron,
… auf der Angst vor dem Tod,
Ja.
oder habe ich da was falsch interpretiert.
Nein. Vielleicht etwas differenziert:
1. Wir denken nicht ständig an den Tod, insofern ist die Angst vor dem Tod kein permanenter Zustand, wiewohl er im Laufe des Lebens (Alterns) generell zunehmen dürfte. Wie die allgemeine Risikoscheu.
2. Es wäre vielleicht besser gewesen, nach der Angst vor dem Sterben zu fragen. Dabei kommt es darauf an, wie man sich dieses individuell vorstellt (siehe die vielfältigen Aussagen aus Geschichte, Literatur usw., sich einen plötzlichen Tod zu wünschen, also ohne die Pein des Sterbens durchleiden zu müssen).
3. Letztlich geht es also um den (individuellen) ultimativen Termin, der hier in diesem Thread schon intensiv und mit guten Argumenten/Beispielen behandelt wurde.
4. Im debitistischen Ablauf spielt der Termin die entscheidende Rolle. Ohne das Bewusstwerden des Termins (im wesentlich nur dem menschlichen Bewusstsein inne seiend, auch wenn es bei Tieren Todesahnungen geben soll, die aber wohl eher in den Instinktbereich gehören, der - wiederum - auch im menschlichen Organismus nicht verschwunden ist) kein Bewusstsein der Tatsache, dass der Termin nicht nur feststeht, sondern stetig näher kommt.
5. Zum Termin zählt die Sanktion, ohne die dieser nicht zu definieren ist. Nehmen wir das Phänomen der Urschuld, so ist zu beobachten, dass das Näherkommen des Termins nicht nur rationalisiert, sondern physisch erlebt/gespürt wird.
6. Diesem Erlebnis/Gefühl auszuweichen, ist sozusagen normal. Der Einzelne (Mensch) beginnt, mit bewussten (rationalen) Handlungen, diesem Näherkunft-Gefühl (immer deutlicher erlebte Mini-Sanktionen, die sich bis zum finalen Termin verstärken, auch wenn sich kurz vorher zumeist ein Wurschtigkeitgefühl einstellt, ein Sich-Fügen, ein das-Unvermeidlich akzeptieren, sogar mit Schmerzminimierung usw.) zu entgegnen, sollen dazu dienen, den Sterbe-Prozess hinauszuschieben.
7. Man überlässt sich seinem - bei Untätigkeit unabwendbaren und schmerzlichen - Sterbeprozess nicht einfach, sondern lässt sich etwas einfallen, den damit verbundenen individuell ultimativen Termin immer wieder zu vertagen. Man lebt nicht in den Tag hinein in der Hoffnung, die Nacht würde einen schon von selbst satt machen und den Durst verscheuchen, sondern beginnt mit aktivem Handeln, tagsüber dagegen zu steuern.
8. Dieses Handeln, über Generationen tradiert und verfeinert (= steigende Produktivität bei der Urschuldbewältigung) ist das Basis, von der aus sich alles Weitere ableitet: Zunächst Teilung der Produktion im Stamm, dann Teilung der Arbeit in Staatssystemen.
9. Im Stamm bleibt es bei der Urschuldbewältigung in mehr oder minder kollektiver Form. Insofern ist dort die Angst vor dem Tod weniger thematisiert als vielmehr die Angst vor dem, was mit den Überresten post mortem geschieht (Grab- und Ahnenkulte in vielerlei Gestalt).
10. Beim Staat (mit Abgaben, Untereigentum, Geld, Zins usw.) wird es schwieriger, da im Idealstaat jeder und allein für sich und seine individuelle Entfernung vom Sterbeprozess selbst verantwortlich wäre. Da auch Staaten Stammes- oder kinship-Strukturen nicht ausmerzen können (Familie, Nachbarn, gens, natio) ergibt sich dort in immer neuen Wellen eine Rückwendung zu und Appellation an Stammesstrukturen (Wir-Gefühl, Sozialstaat, usw.).
Danke für die Frage + Gruß!
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Wie gehen in diesen Zeiten der Wende die User auf dem Forum mit ihrer Angst um?
Gruß - Ostfriese
PS
[1] https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=49703 Guten Morgen nach hitziger Nacht! verfasst von dottore, 18.03.2001, 10:08