Die Bafin warnt: Derivate können ihre Gesundheit gefährden! +
Hallo Dito,
... (und das ist weit unter @paras Niveau), ist das Volumen völlig belanglos, solange die entsprechenden Sicherheiten dahinter stehen. Struktur und Regulierung sind alles.
es wäre schön wenn es so wäre. Aber die Marktwerte der Derivate schwanken, das weiß jeder mal Futures gehandelt hat und täglich auf den Kontoauszug guckte.
Kurse folgen nicht den Wunschvorstellungen von Banken, Börsen und Regulierern.
Zu Karneval 1992 oder 1993? hat sich USD/JPY an einem Tag um 10% bewegt.
Wer Zeitreihen von USD/JPY hat, Standardabweichungen ausgerechnet hat, kommt dann zu dem Schluss, dass da ja ein superseltenes Ereignis gewesen sein muss, das nur alle 1000 Jahre vorkommt oder so (ich weiß es nicht, die Rechnung kann jeder mal machen, der die Zeitreihe hat). Vermutlich ist eher die Normalverteilungsannahme Unsinn, weil die Verteilungen außen eben vielleicht viel fetter ist.
Bei einem Devisenswap über 1 Mrd. USD (was ja nicht so viel ist) z.B., bei dem gerade die Nominale "upfront" getauscht wurde, müssen dann etwa 100 Mio. USD als Sicherheit gestellt werden.
Wenn dann ein Kontrahent pleite geht und selbst wenn das ohne Zeitverzögerung bekannt wird, muss Ersatz gefunden werden. Selbst bei einem primitiven Devisenswap wird das Geld kosten, in diesem Fall mal eben etwa 10% x USD 1 Mrd. Wenn der pleitegegangene Marktteilnehmer die USD 100 Mio. verliert, ist das nicht schlimm. Die Kohle holt sich der Insolvenzverwalter vom Kontrahenten zurück.
Wenn aber der Pleitegeher die USD 100 Mio. zahlen muss, sieht es bitter aus für den Kontrahenten.
Das Beispiel gilt wohl heute so nicht mehr, weil vermutlich die simplen Devisenswaps oder auch die Cross-Currency-Basis-swaps alle über Clearinghaus laufen. Aber Clearinghäuser sind nicht reich und können auch Pleite gehen, weil sie nur auszahlen können, was eingezahlt wurde.
Also starke direktionale Marktbewegungen ziehen immer große Zahlungen nach sich. Wenn in dem Moment derjenige pleite geht, der dem Kontrahenten Geld zahlen muss sieht es nicht gut aus.
In solchen Situationen entstehen aus den Derivatepositionen Kreditrisiken aus dem Nichts.
Ich bin ein Freund von Regulierung mit Anreizen. Man könnte die betriebliche Altervorsorge zu einem bestimmten Prozentsatz von der wirtschaftlichen Lage eines Finanzunternehmens abhängig machen und den Pensionären ein Mitspracherecht bei der Unternehmenspolitik einräumen. Betroffen von so einer Regelung bei Banken wären dann ehemaliger Mitarbeiter von Handel und Risikocontrolling. Das sind die besten Kontrolleure, wenn es um den Verlust ihrer Altersvorsorge-Asche geht.
Wer Scheiße baut, muss die Konsequenzen tragen. Das sind eben nicht nur 3 Monate Köln-Kalk-Verbot, wie sie Tom Gerhard in seinem Fall für Auspuffdiebstahl bekommen hat. Das muss bedeuten: Keine Tätigkeit im Finanzbereich mehr zulässig! "name and shame" tut not. Alle mit Foto und Namen auf den Bafin-Seiten listen.
Vielleicht kannst du auch was zu dem sagen, was sich bei private credit zusammenbraut?
Ich weiß nicht was "private credit" ist! Von der Aktiv-Seite bei Banken habe ich keine Ahnung.
Klingt wie "Retail-Kreditgeschäft". Vielleicht meinst Du ja Schattenbanken?
Gruß
paranoia
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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.