"Noch 50 Jahre Frieden und wir sind verloren."
Das sagte mir ein älterer Herr im Jahre 1995. Erst einige Jahre später konnte ich den tieferen Sinn dieses Satzes in vollem Umfang erkennen.
In Folge des Krieges (aber nicht während diesem) und den diesen Krieg ablösenden Frieden haben wir, nicht nur wiederholt Gebietsverluste erlitten, sondern eben auch Bevölkerungsverluste besonders seit der Teilwiedervereinigung, dem Wegfall der einstigen kinderfreundlichen DDR Familienpolitik, bei der Jugend schon über 50% verloren.
Da die Jugend die Bevölkerung von morgen ist, sind wir morgen beim Verlust von 50%.
Ich bin ja in der Kommunalpolitik aktiv und kenne die kommunalpolitischen Probleme, die aus der demografischen Katastrophe resultieren zur Genüge.
Wir sind hier im Osten aktuell in der Situation, dass es überall einen Einbruch bei den Schulanfängern gibt. Es kommt jetzt die Generation der Kinder in die Schule, deren Eltern nach der Wende in den 90er Jahren geboren wurden.
Seinerzeit in den 90er Jahren ist die Geburtenrate in der Ex-DDR extremst eingebrochen.
Beispiel: In meinem Dorf sind Ende der 60er Jahre ca. 35 Kinder pro Jahr geboren worden. In den 90er Jahren ist die Geburtenrate auf 7 Kinder pro Jahr gesunken. In den letzten Jahren hat sich die Geburtenrate wieder auf 14 Kinder pro Jahr stabilisiert.
Jetzte kommen wieder deutlich schwache Jahrgänge an Schulanfängern in die Schule, denn die Kinder, die in den 90ern nicht geboren worden sind, sind nun auch keine Eltern geworden.
Nun hat das zur Folge, dass viele Schulen vor der Schließung stehen. Und gerade hier im ländlichen Raum in M-V ist eine Schulschließung für einen Ort von ca. 5.000 Einwohnern eine Katastrophe. Um die Schule rankt sich ein großer Teil des gesellschaftlichen Lebens eines Ortes.
Eltern kommunizieren miteinander und finden über Schule und ihre Kinder zueinander. Viele Freundschaften entstehen. Die Einwohner haben einen zentralen Anker.
Die Schule bietet Arbeitsgemeinschaften und fördert kulturelle Aktivitäten der Schüler. Musik- und Theateraufführungen der Schüler sind zentrale Bestandteile des kulturellen Lebens des Ortes. Jeder Schüler bringt mehr als eine Handvoll Gäste zu einer kulturellen Aktivität mit, wodurch die Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
Die Schulspeisung mit Hort ist der zentrale Kunde des lokalen Caterers. Er versorgt nebenbei dann auch das Altenheim und viele ältere Menschen mit Mittagessen. Fehlt die Schule, kann der Caterer nicht mehr kostendeckend arbeiten.
Und es gibt noch viele weitere Argumente. Wenn die Schule wegfällt, dann stirbt das Leben im Ort.
Wir haben aber noch eine weitere schlimme Entwicklung, die parallel läuft. Die Masseneinwanderung in unser Land macht auch um den ländlichen Raum in unserem Land keinen Bogen. @igelei weist zwar hier im Forum immer mal wieder darauf hin, wie heil doch die Welt bei ihm im Raum Fürstenwalde noch ist. Ich weiß aber aus erster Hand, dass die Verhältnisse an den Schulen in Fürstenwalde und Umgebung mittlerweile durch kulturfremde Einwanderung in einem schrecklichen Zustand für die deutschen Schüler sind. Kann man selbst in den Mainstreammedien nachlesen.
In der Praxis sieht das dann so aus, dass selbst hier im ländlichen Raum, insbesondere durch die Einwanderung der Ukrainer seit 2022, der Anteil migrantischer Schüler schlagartig auf ca. 20 - 25% gesteigert hat. Insbesondere die Zigeuner mit mehr als 10 Kindern pro Familie sprengen hier jede Schule, nicht nur durch ihre pure Anzahl, sondern wegen ihrer fehlenden kulturellen Assimilationsfähigkeit.
Das führt dann wiederum zu einer Flucht der Eltern an die Privatschulen für ihre Sprösslinge. Das heißt, parallel zu der gesunkenen Anzahl der Schulanfänger schicken die wenigen Eltern der wenigen Schulanfänger ihre Kinder nun auch noch an die Privatschulen der nächstgelegenen größeren Stadt. Die Kommunen werden also in Sachen Schule von zwei Faktoren unter Stress gesetzt - a) die gesunkenen Geburtenraten und b) der zunehmende Anteil an migrantischen Kindern.
Jetzt kommt aber noch ein zusätzlicher Fakt hinzu.
Obwohl die Geburtenraten der autochthonen Deutschen sinken, scheint unser Land ein Lebensborn für Migranten zu sein. Man braucht nur mal in die Geburtabteilungen des nächsten Krankenhauses zu gehen.
Nicht nur die Araber, Afghanen, Zigeuner und sonstige kulturfremde Einwanderer sieht man hier zunehmend die Kinderwagen durch die Orte schieben. Nein auch die Ukrainerinnen, die eigentlich in ihrer Heimat in einem Gebärstreik stehen, entdecken in Deutschland auf einmal ihre Fruchtbarkeit.
Und all die Leute stehen in keinem Anstellungsverhältnis, alle sind im Bürgergeld und beziehen noch häufig ein Einkommen aus Quellen, die der Staat nicht kontrolliert.
Obwohl in den Statistiken noch wenige Prozent an Migranten an der Gesamtbevölkerungszahl im Osten Deutschlands ausgewiesen werden, werden die autochthonen Deutschen in der Kindergeneration bereits an den Rand gedrängt.
Ich sehe hier irgendwie kaum eine Lösung, wie wir diesen gordischen Knoten durchschlagen können. Die Mehrheit meiner kommunalpolitischen Kollegen aus dem Altparteienspektrum erkennt überhaupt nicht die Dynamik der von mir genannten Prozesse. Sie versuchen zu steuern, zu verwalten, fertig.
Gruß Plancius
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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER