Würde ich mir wieder einen Tesla kaufen?
Es gibt offensichtliche Vorteile, wie z.B. das von Tesla flächendeckend aufgebaute Supercharger-Netz, was jedem Tesla Besitzer ermöglicht, binnen Sekunden nach Erreichen der verkehrsgünstig gelegenen Ladestationen den Ladevorgang auch zu beginnen. Zwischen Aussteigen aus dem Fahrzeug, Einführen des „Zapfhahns“ und Beginn des Session vergehen kaum 10 Sekunden.
Fragt man leidgeprüfte Fahrer anderer Automarken, müssen diese sich doch mit einem Kartensalat beschäftigen, Verifizierungsvorgängen und Inkompatibilitäten von Ladesäulen aller Art. Hinzu kommt, dass viele Supercharger dem Tesla Fahrer zwischen 22.00 Uhr und 8:00 in der Früh, Preise unter 29 Cent anbieten, was jeden ohne eigene Wallbox freut.
Hinzu kommt auch, dass die aktuellen Supercharger meist V3 oder V4 Säulen sind, welche statt der üblichen 500A über 625A liefern können, was im Tesla verbauten 400V System eine Ladeleistung bis zu 250kW realisiert. Dies natürlich nur in der Anfangsphase bei automatisch vorkonditionierter Batterie. Die in vielen Tesla Modellen verbauten NMC Akkus mit 80kWh Kapazität brauchen rund 30min, danach sind wieder 300km Strecke möglich bei moderater Fahrweise.
Das heißt nicht Rumschleichen, aber auch nicht Rasen. Wie bei jedem eAuto spielt die Außentemperatur, die Größe der Räder, Reifenbreite und der Autobahnanteil eine große Rolle, wie weit man tatsächlich mit dem Fahrzeug kommt. Teslas sind im allgemeinen zurecht bekannt wahre Effizienzwunder zu sein. Viele Model 3 Besitzer sprechen von realistischen 130wh pro Kilometer an warmen Tagen im Nahverkehr.
Unser Model Y Performance steht serienmäßig auf 21“ Rädern mit 255/275 Walzen und genehmigt sich im Alltag 19kWh auf 100km Strecke, bei ausschließlich Autobahn 130 per Tempomat liegen 22kWh an, im Winter dann 25kWh (auf Langstrecke). Das ist alles ein Witz an Kosten im Vergleich zu Verbrennerfahrzeugen was Betriebsstoffen angeht. Vom Ölwechsel ganz zu schweigen. Tesla zwingt auch den Besitzer nicht zu Inspektionen, was oft nur die Kassen der Werkstätten füllt. Natürlich sind bei Hochgeschwindigkeitsfahrten der Reichweite enge Grenzen gesetzt. Würde man als Außendienstler die A9 nach Berlin hochballern liegen 40kWh Verbrauch an. Da stehst du alle 200km an der Ladesäule.
Wobei man sagen muss, wie @paranoia schon erwähnt hat, dass speziell Teslas in Sachen Beschleunigung die Freudentränen waagrecht nach hinten fließen lassen. Auch sind die bezahlbaren „Performance-Modelle“ in der Endgeschwindigkeit hoch angesiedelt, dass mancher Porsche Fahrer ins Grübeln kommt.
Kurzum, der Fahrspass, die Unkompliziertheit Teslas zu bewegen, ermöglicht jedem nach wenigen Minuten sich anzufreunden mit diesem Auto. Hervorzuheben ist das One Pedal Driving, was richtig benutzt kaum Bremsvorgänge nötig macht, sondern Energie „zurückgewinnt“. Wir müssen uns oft nach 1000km selbst zwingen die Bremse zu benutzen, damit diese nicht „einrostet“.
Jetzt noch ein Loblied über die überlegene Software zu singen wäre zuviel des Guten. Das Zusammenspiel zwischen Navi, Ladeplanung, Infotainment, hervorragendes Soundsystem und technischen Spielereien ala Playstation bis Lichtspektakel runden das Portfolio ab.
Natürlich gibt es Schwächen! Der Regensensor führt selbst bei den 2025er Modellen manchmal ein Eigenleben. Auch die in Baustellen, wenn von rechts eine Zufahrt kommt, bei eingeschaltetem Tempomat, unerwartete Bremsung, um dem Zufahrenden die Einfahrt zu ermöglichen, ist gelegentlich erschreckend! Dann wird´s aber auch schon dünn mit der Kritik. Materialanmutung, Zuverlässigkeit und Verarbeitung stehen den Wolfsburgern nicht nach. Eher sogar besser. Was VW sich mit der ID Reihe geleistet hat ist ein Drama (den neuen ID7 mal ausgenommen)
Ja, mancher Tesla-Querlenker und sonstiges Fahrwerksteil musste vorzeitig ausgetauscht werden. Tesla hat hier lange Garantiezeiten, andere Hersteller haben auch ihre Sorgen, da macht die Presse nur nicht so ein Tamtam!
Ich kann abschließend nur empfehlen, bei der Wahl eines eAutos Probefahrten von verschiedenen Herstellern/Modellen zu unternehmen und Notizen zu machen. Am Ende bitte dann den Fahrzeugendpreis mit Ausstattungsliste mal verglichen. Oft erschreckend, dass Deutschen Autobauer 10,15 oder gar 20td mehr wollen, leistung- und ausstattungsbereinigt, wie ein Modell von Tesla. Klar können optische Präferenzen mit ins Zeug spielen, wo einer sagt: „Mag ich nicht“ – sei´s drum! Wenn´s um reine Fahren, die Effizienz oder den praktischen Nutzen geht ist ein Tesla schwer „zu knacken“.
Weiterer Punkt der eine gewichtige Rolle spielen kann – „die Community“. Bei Fragen und Problemen in Sachen Tesla ist diese riesengroß. Nahezu „Alles“ kann vor einem Werkstattbesuch auf einfachem Wege erörtert oder abgeklärt werden. Das kenne ich nur aus alten Opel-Tagen zu Jugendzeiten. Monatliche Verbesserungen am Fahrzeug gibt es kostenlos „over the air“. Auch innerhalb der Modellreihen gibt es eine permanente Modellpflege, die teilweise nicht öffentlich kommuniziert wird, sondern positiv für Überraschungen sorgt. Allerdings gibt es z.B. in Sachen Fahrwerksoptimierungen Käufer die hochzufrieden sind mit ihrem im Herbst gekauften Modell, während das gleiche Fahrzeug wenige Monate zuvor noch Defizite/ Kundenwünsche offen ließ.
Politisch war Elon´s Nummer sich für die AfD zu engagieren gefühlt ein Eigentor. Wie immer weidet unsere Presse jedes „Armheben“ oder sonstige Possen genüsslich aus. Wäre interessant, wie die Tesla Verkaufsstatistik läge, hätte es diese Bilder nicht gegeben.
Ich selbst stufe mich bei Autothemen als „sehr erfahren“ ein. Bei über 1 Million km Fahrleistung und bestimmt 200 verschiedenen Fahrzeugen die ich schon bewegt habe, ist Routine angesagt. Ich unterscheide dabei gerne, was der Nutzen des Fahrzeugs sein soll. Ein Porsche muss keinen Kühlschrank transportieren können, ein SUV auf der Nordschleife keinen Rundenrekord brechen.
Oft liegt es am Mangel an Vergleichen, dass Menschen auf optische Reize, Markentreue oder Werbeversprechen reinfallen, sprich keine „glückliche Wahl“ treffen.
Also: Geht zu den Autohäusern und macht Probefahrten. Und speziell bei eAutos betrachtet das Gesamtpaket von der Ladeinfrastruktur bis zu den Fahreigenschaften die ein Hersteller bietet!
Ich bin bei Tesla mehr als fündig geworden. Selten, dass ein Auto mir nach 2 Jahren noch ein Grinsen ins Gesicht zaubert.
Grüsse Zorro
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