Bitte die Sache zu Ende denken.
Der Smart-Meter überträgt den aktuellen Verbrauch (so ist mein Kenntnisstand, ich lasse mich gerne belehren) über eine VORHANDENE Internet-Verbindung (LAN/WLAN) des Stromkunden an den Stromlieferanten. Klare Kante: Der Stromkunde bezahlt mit seinen Internet-Gebühren das gesamte Konstrukt! Hat er kein Internet, kommen auch keine Verbrauchsdaten beim Stromlieferanten an.
Kommen wir zum wesentlichen Teil: Wenn der Lieferant bestimmte Verbraucher beim Stromkunden „abschalten“ möchte, setzt das voraus, dass der Stromlieferant:
1: Zugang per (von seinem Kunden bezahlten Internet) zu den entsprechenden „Schaltmodulen“ im Netzwerk des Stromkunden bekommt
2: Der Stromkunde diese Module auf eigene Kosten (wie auch die Bereitstellung der Internet-Verbindung) in seinem Netzwerk implementiert und dafür zu sorgen hat, dass dieser Zugang „sicher“ ist, damit nicht irgendwer (der NICHT der Stromversorger ist) Geräte so einfach mal eben ab- oder anschalten kann.
3: Der Stromkunde die Entscheidung darüber fällen kann, welche Verbraucher über die von ihm bezahlten und installierten Schaltmodule seitens der Stromversorgers „geschaltet“ werden können. Man darf gespannt sein, welche Verordnungen zur Ansteuerung dieser Verbraucher mal irgendwann für den Stromkunden verpflichtend sein werden.
Diese Punkte beziehen sich auf Verbraucher wie Waschmaschine, Trockner, Bügelstation, Unter-Tisch-Warmwasserbereiter, so wird das derzeit zumindest kommuniziert. Wir reden hier über jeweils max. 3kW Anschlußleistung an der Schuko-Dose. Wie das mit den Durchlauferhitzern (24kW Anschlußleistung über Drehstrom) laufen soll, steht in den Sternen. Ebenso mit den Elektroherden/Öfen (8 bis 14kW Anschlußleistung, Drehstrom).
Was auffällt: Über entsprechendes Sponsoring werden seit Jahren die so genannten „Ladesäulen“ für die E-Autos von den Stromanbietern quasi kostenlos angeboten und installiert. Diese Ladesäulen haben eine Anschlußleistung von 11kW und können hinsichtlich ihrer maximalen Stromaufnahme durchaus mit einem Elektroherd/Ofen gleichgesetzt werden. Der Witz bei diesen Ladesäulen ist, dass sie sich ohne das Internet des Stromabnehmers über ein „Rundsteuersignal“ (das kennen wir noch aus der Zeit der Nachtspeicheröfen) seitens des Stromlieferanten an- und abschalten lassen. Aus dem Bekanntenkreis kann ich berichten, dass dies bei rund 90% der Stromkunden nicht bekannt ist. Man hat sich vom Sponsoring verführen lassen und kann sich nicht vorstellen, dass der Ladestrom für das E-Auto plötzlich weg sein kann.
Weitere Fragen zu diesem Themenkomplex beantworte ich gerne.
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.zip