König Fußball

Fairlane, Donnerstag, 10.11.2022, 13:06 (vor 1201 Tagen) @ Plancius2663 Views

Fußball ist ein mächtiges Instrument, welches den Alltag vieler Fans bestimmt; für manche ist er Lebensinhalt, wichtiger als die Familie und es gibt etliche Anhänger einer Mannschaft, die bereit sind einen großen Teil ihres Gelds für Reisen und Karten zu Spielen nebst Fan-Artikeln bereitwillig zu opfern.

Diese überaus treue Fan-Gemeinde ist also ein potentieller Nährboden, auf den man auch neue Ideen streuen kann, ob das nun das Niederknien oder regenbogen bunte Fahnen sind.
Manche mögen für diese Werbung empfänglich sein, stellenweise reicht es ja bereits, dass sie damit konfrontiert worden sind, ohne diese Überzeugung komplett zu teilen. Steter Tropfen höhlt nun mal den Stein und man bedenke wie wirkungsvoll die Toyota-Werbung in den 80ern oder 90ern mit dem kurzen Satz "Nichts ist unmöglich...Toyota" war. Ich denke kaum jemand, der sie jemals gehört hat, spricht diesen Satz nicht in der Melodik, wie sie aus dem Fernseher schallte.

Ich kenne Fußball-Fans, die von der DFB-Philosophie so überzeugt sind, dass sie diese als Blaupause für das ganze soziale Miteinander nehmen würden, weil es damit angeblich viel besser funktionieren würde, als die Bemühungen der Politik.

Den Denkern und Lenkern den Fußballs ist das gewiss nicht verborgen geblieben und so wird der Sport für gewünschte Veränderungen außerhalb des Sports instrumentalisiert. Wer das Spiel sehen mag, schaut sich auch notgedrungen an, was an eingeflochtenen, neuen Ideen präsentiert wird.

Aber Sport ist nur ein Teilbereich des Lebens, in dem man sich auf die dort geltenden Regeln verständigt hat und alle andere, wie z.B. religiöse Überzeugungen und kulturelle Verschiedenheiten außen vor lässt. Für die Dauer eines Spiels ist damit eine Übereinkunft getroffen und das mag funktionieren - aber das war es auch schon.

Sport ist eine entschärfte Form des Kampfes, ein Ersatz dafür; ein geregeltes Messen der Kräfte. Man fiebert für "seine Mannschaft", obwohl diese das einzelne Fan-Individuum in den überwiegenden Fällen garnicht kennt und diesem persönlich nur die Illusion des "Wir haben gewonnen" oder "Wir haben verloren" zurück gibt.
Aber psychologisch ist das offensichtlich schon ausreichend Ersatzbefriedigung um voll darin auf zu gehen.

Für jemanden, der aktiv am Spiel beteiligt und Sportler ist, stellt sich das noch einmal ganz anders dar, denn man wirkt tatsächlich an der Entwicklung des Spieles mit.

Gruß, Fairlane


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