Wie funktioniert eigentlich die Zwangsbewirtschaftung von Wohnraum in der Praxis?
Ich habe mich letztens noch mit meinem betagten Onkel darüber unterhalten, wie denn die Unterbringung seiner Familie funktioniert hat, nachdem sie 1945 aus dem Sudetenland vertrieben worden sind.
Nachdem die Tschechen der Familie alles, was sie noch hatten, an der Grenze abgenommen haben, sind sie zunächst einige Wochen mit dem Zug durch Deutschland geirrt. Sie wurden von Stadt zu Stadt weitergereicht, bis sie in einer thüringischen Kleinstadt Aufnahme gefunden haben. Beamte haben sie am Bahnhof empfangen und ihnen wurden 2 Zimmer im Hause eines Reichsbahnangestellten zugewiesen.
Toilette war auf dem Hof und gewaschen wurde sich in einem Zimmer, Dreckwasser kam in einen Eimer. Man hatte also kein Bad oder Küche. Gekocht und gewaschen wurde in der neben dem Haus gelegenen Waschküche, die man sich mit dem Hausbesitzer teilen musste. Hier wurde auch einmal in der Woche der Kesseln angeheizt, um alle Kinder des Hauses in einer Zinkwanne zu baden.
Nun kann es ja sein, dass in Kürze mehrere Millionen Ukrainer plus Afghanen plus Araber plus Afrikaner nach Deutschland kommen und ein Dach über dem Kopf benötigen.
Ales erstes frage ich mich hierbei: Wo ist überhaupt die rechtliche Grundlage, um all die Menschen bei uns aufzunehmen?
Die Vertriebenen hatten ja wirklich kein Zuhause mehr und waren noch dazu Angehörige unseres Volkes. Wenn aber jetzt z.B. Millionen Ukrainer kommen, so fliehen sie ja nur wegen der widrigen Lebensumstände (kein Strom, Wasser usw.) dort, aber nicht weil sie vertrieben wurden oder ihre Wohnungen zerstört worden sind. Außerdem ist in einer solchen Situation die Ukraine erst einmal selbst gefordert, ihre eigenen Leute auf ihrem Territorium unterzubringen. Das Land ist ja groß genug.
Selbiges bei den Arabern, Afrikanern und Afghanen. Sie werden ja nur wegen unseres Sozialsystems hierher gelockt. Unsere Sozialleistungen sind ein riesiger Honigtopf für die meisten Menschen auf dieser Welt.
Zwangseinweisungen für Menschen anderer Länder wären für mich nur in Fällen vorstellbar, wenn es in einem Nachbarland eine schwere Naturkatastrophe gegeben hat und Wohnraum massenhaft vernichtet wurde. Das wäre z.B. der Fall, wenn in den Niederlanden die Deiche brechen und die Hälfte des Landes unwiederbringlich unter Wasser steht.
Aber lassen wir die rechtlichen oder moralischen Fragen mal außen vor. Nehmen wir nun an, der Staat ordnet Zwangseinweisungen an. Diejenigen, die in Einfamilienhäusern wohnen und denen zugemutet werden kann, 2 oder mehr Zimmer abzutreten, werden mit einer ukrainischen, afghanischen oder Zigeunerfamilie beglückt. Oder sie bekommen 4 afrikanische oder arabische Jungmänner zugewiesen.
Sowas kann doch gar nicht funktionieren. Zunächst gibt es zwischen uns und den Zugewanderten keine schicksalhafte Verbindung, die einen solchen extremen Einschnitt in das persönliche Leben überhaupt rechtfertigen. Schon die Vertriebenen und Flüchtlinge sind nach dem Krieg in der Mehrzahl nur widerwillig aufgenommen worden und wurden vielfach angefeindet. Aber die schicksalhafte Verbindung eines gemeinsam verantworteten Krieges und das gemeinsame ethnische Band hat die damaligen Zustände aber doch ohne große gewalttätige Auseinandersetzungen ertragen lassen.
Wenn ich mir aber nun vorstelle, ich sollte in meinem Haus 2 Zimmer an eine afghanische Familie mit 2 Kindern abtreten, so sind bei mir die baulichen Voraussetzungen gar nicht gegeben, um 2 Familien in erträglicher Form voneinander zu trennen. Ich habe keine geräumige Waschküche, wo 2 Familien kochen und waschen können. Ich habe auch nur eine Toilette mit Bad, die noch dazu im Haus integriert ist. Also auch hier kann man sich nicht aus dem Weg gehen. Hier sind die Grundstücke klein und es wurde alles nur für die Bewohnung mit einer Familie geplant. Nur wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann gibt es eben 2 - 3 überzählige Zimmer.
Und so sieht es fast überall in ganz Deutschland aus, wenn gesagt wird, wir haben viel leer stehenden Wohnraum, den man aktivieren kann. Ja, das mag sein, diese Wohnflächen sind aber nicht für das Bewohnen mit mehreren Familien ausgelegt.
Nach dem Krieg erfolgte die Zwangseinweisung mehr oder weniger im ländlichen Raum. Schon allein die außen liegenden Toiletten, die nicht im Haus gelegenen Waschküchen und die größeren Grundstücke, auf denen sich die Kinder verlaufen konnten, machte das Zusammenleben zweier fremder Familien einigermaßen erträglich. Eine gewisse Intimsphäre bei der Notdurft, dem Kochen und Waschen war minimal gegeben.
Diese Voraussetzungen sind aber doch heutzutage in den ganzen Einfamilienhäusern nicht mehr gegeben. In diesen beengten Verhältnissen wird ein Zusammenleben mit einer kulturfremden Familie doch zur Hölle. Schon in WG's gibt es genügend Knatsch, weil die Vorstellungen von Sauberkeit und Hygiene unterschiedlich sind.
Weiterhin haben die Flüchtlinge nach dem Krieg sofort gearbeitet. D.h. die Frauen und Männer mussten mit aufs Feld, in die Werkstatt oder Fabrik und sind abends todmüde ins Bett gefallen.
Ein Araber oder Ukrainer geht aber doch hier gar nicht arbeiten. Schon sein Lebensrhythmus ist doch mit dem meinen gar nicht kompatibel. Da wird doch das Leben im eigenen Haus zur Hölle.
Und genau das wird doch dann viele Menschen zu Verzweiflungstaten bringen. Entweder zünden sie ihr eigenes Haus an, sie bringen die Beamten um, die die Zwangseinweisung anordnen oder bringen jeden um, der sich dem Haus nähert. Denn in einer solchen Situation sehen viele, dass das eigene Leben nichts mehr wert ist und fürchten auch keinen Mord und sonstige Straftaten mehr, weil sie sich nach Verüben der Straftat selbst richten werden.
Ich habe ja letztens das Auswandern als Verrat an den Ahnen bezeichnet. Vielleicht habe ich da doch vorschnell geurteilt. Wenn denn die Mehrheit meiner Landsleute sowas wie Zwangseinweisungen von fremden Leuten zulassen würde und nicht gegen eine Regierung, die sowas beschließt, aufbegehrt, dann würde auch ich heute meine Koffer packen und aus dem Lande verschwinden. Denn dann wäre das Band zwischen mir und meinen Landsleuten endgültig zerschnitten. Wenn man das eigene Zuhause nicht mehr sein eigen nennen kann, dann hat auch jeglicher Patriotismus seine Grundlage verloren.
Gruß Plancius
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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER