Keine Panik!

LePenseur ⌂, Sonntag, 11.09.2022, 19:54 (vor 1258 Tagen) @ Mephistopheles4583 Views

Cher Mephistopheles,

Kriege werden nicht in zwei, drei Tagen gewonnen oder verloren. Das sind Fehlperzeptionen aus Computerspielen — die Realität sieht anders aus. Nämlich:

Rußland hat mit vergleichsweise schwachem Truppeneinsatz ein recht erhebliches Territorium der Ukraine eingenommen (oder: befreit — je nach Sichtweise). Nun ist ein im vergleich dazu nicht allzu großes Stück dieser Gebiete mit massivem Truppeneinsatz der Ukrainer ihnen wieder abgenommen worden. Das ist die Entwicklung von ein paar Tagen gewesen, und keiner kann sagen, ob die ukrainische Seite sich damit übernommen hat, damit nachhaltig etwas zurückerobern konnte, in eine Falle gerannt ist, die demnächst zumacht etc. etc.

Einen m.E. recht informativen (leider ziemlich langen) Artikel findet man beim MoonOfAlabama.

Eines dürfte jedenfalls klar sein: Rußland kann diesen Krieg nur mit einem internen Dolchstoß verlieren — d.h. wenn globalistische Seilschaften Rußland unter Kontrolle bringen. Wirtschaftlich ist es letztlich dank seiner Rohstoffe und insbes. Energievorräte kaum angreifbar. Militärisch ist eine Atommacht dieser Größe es ebenso wenig, außer die Gegner wollen auch den eigenen völligen Untergang (inkl. des Rests der Welt).

Da MoA-Artikel zeigt recht plausibel auf, daß es für Rußland einerseits darauf ankommt, die Zeit für sich spielen zu lassen, und andererseits, seine militärischen Kräfte stärker einzusetzen als bisher.

In Panik zu verfallen, dürfte jedenfalls verfrüht sein. Ein Izium ist wohl kein Stalingrad ...

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LePenseur


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