Mir scheint es wegen der Komplexität nicht zu gelingen den entscheidenden Punkt verständlich zu machen

Morpheus, Samstag, 20.11.2021, 20:33 (vor 1522 Tagen) @ Beo21171 Views

Hallo Beo2

Du hast in deinem Konzept also einen "Abgabenzwang" vorgesehen, damit ein "Arbeitszwang" entsteht (eine Art "Arbeitslager" .. dein O-Ton!), und drittens:

Ja, wenn in Gesellschaften nicht gearbeitet werden muss, gehen sie unter.

Du hast auch einen Zwang vorgesehen, dass Niemand die erste (nach deinem Konzept) funktionierende Region verlassen darf, da sie sonst nicht funktionieren würde .. u.a. weil auch dein "neues", regionales Geldsystem versagen würde. Ist das richtig?

Nein, nur jeder der in der Region lebt muss dort auch Steuern zahlen. Es gibt niemand, der u.a. den von den gemeinsam organisierten Steuern bezahlten Schutz genießen darf ohne sich an den Kosten zu beteiligen. Jeder darf die Region verlassen, um dann in einer anderen Region Steuern zu zahlen. Und wenn eine Region auf Steuern verzichten will oder kann, dann soll sie es tun. Allerdings prognostiziere ich für solche Regionen den ökonomisch bedingten Untergang.

Und weil dies alles in unseren Tauschringen nicht gegeben war, mussten sie scheitern. Korrekt?

Weil die Menschen bei Euren Tauschring-Bemühungen stets ein Geldsystem (Euro) und ein Tauschsystem (XY) gleichzeitig hatten, konnten sie auf das Tauschsystem verzichten. Die Menschen, die das Tauschsystem dauerhaft betreiben wollten, mussten zusehen, dass es eingeschlafen ist, weil es nicht genug (freiwillige) Teilnehmer gab. Bei einem Geldsystem gibt es per Definition niemanden, der dort nicht !!zwangsweise!! teilnehmen muss, außer vielleicht die Herrscher selbst. Und selbst die zahlen heute zur Tarnung die Abgaben. Aber es müssen alle die Abgaben zahlen. Beim Tauschsystem müssen nur die Teilnehmer einen Verwaltungsbeitrag zahlen, den ich wegen des fehlenden Zwangs für alle im Gebiet Ansässigen niemals als Steuern bezeichnen würde. Das ist eben der Vereinsbeitrag, der freiwillig gezahlt wird, der aber keinen Geld-Beschaffungs-Zwang auslöst.

Wenn Währungsgebiete zu groß werden bzw. wurden, und es den Machthabern zu schwer fällt/fiel die abgelegenen Regionen mit Geld zu versorgen oder dort netto Steuern einzunehmen, werden/wurden diese seitens der Machthaber aufgegeben. Alle Kolonien wurden deshalb aufgegeben und sämtliche Imperien gehen/gingen an den "besetzten Gebieten" zu Grunde, da sie mit den abgelegenen, unterworfenen Regionen am Ende Geld verlieren. Afghanistan ist das letzte Beispiel dafür. Es hat die NATO-Länder mehr als eine Billion Dollar gekostet, die man besser in die heimische Infrastruktur investiert hätte. Selbige ist u.a. deshalb im Vergleich zu China immer weniger wettbewerbsfähig.

Und viertens, würde die erste Region (nach deinem Konzept) erfolgreich funktionieren, so würde es schnell Schule in den benachbarten Regionen (der BRD) machen ...

Es kann nicht Teil der BRD sein, weil entweder gäbe es die BRD-Steuerpflicht oder eine Steuerpflicht für meine Kommunen. Beides gleichzeitig geht nicht. Es ist ein entweder-oder.


Einen Verein zu gründen, um mit der praktischen Realisierung deines Konzepts (in deiner Region) zu beginnen, ist jedoch nicht beabsichtigt, obwohl Du der festen Überzeugung bist, dass die meisten Menschen Dir folgen würden, wenn sie nur dein Konzept und dein Buch im Detail kennen würden. Korrekt?

Ja, aber mit einem Verein in einer Region geht es nicht. Weil Geld zwingend das Instrument des Machthabers ist und es kann nur einen Machthaber geben. Auch, wenn es die Freien selbst sind, die die Macht haben, Konkurrenz zu einem anderen Machthaber, nach alter Mafia-Art, geht nicht. Ich hoffe, dass es jetzt endlich verständlich wird. Die Abspaltungen von den bisherigen Machtzentren werden so oder so kommen. Der Brexit war die erste. Aber mit einer Region lassen sich die Kosten für die System-Umstellung auf mein freiheitliches System nicht stemmen. Du hast selbst auf die Komplexität unserer heutigen Systeme hingewiesen. Wer also meint, dass man komplexe System ganz einfach umstellen kann, der irrt. Mit Gesamtdeutschland könnten man anfangen. Ich denke es würde für den Anfang ausreichen, aber wir müssten danach schnell versuchen die Nachbarn zu überzeugen, um die Kosten der äußeren Sicherheit zu reduzieren. Und so muss und wird es letztlich ein weltweites System werden, weil niemand bereit sein wird auf Freiheit zu verzichten und niemand der Freien an seiner Grenze einen Mafia-Staat haben möchte, von dem man weiß, dass die dortige Elite sich von einer Besetzung des Freien-Territoriums Profite versprechen könnte. Also wird jede befreite Region versuchen die benachbarten ebenfalls zu befreien.

Ein wenig sarkastisch bin ich schon! Lasse mich aber auch gerne angenehm überraschen.

Ich weiß nicht, warum es so schwer zu verstehen ist. Vielleicht, weil ich mich so unklar ausdrücke, vielleicht, weil Du so fest in Deiner Theorie bist und meine mit Deiner vermischst. Ohne Verständnis muss vielleicht Sarkasmus entstehen. Vielleicht hilft Dir die ausführliche und semantisch besser geordnete Darstellung in meinem Buch weiter.

Grüße
Morpheus

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