Ja, da "stimmt was nicht" u.a. mit dem Geldsystem ..
Mein Fazit wäre: man hat nach dem Film das nicht genauer bestimmbare aber ganz sichere Gefühl, dass mit dem Geldsystem etwas nicht in Ordnung ist. Das ist mal schon was.
Ich bin mir, nach meinem Studium aller! bekannten oder vorgeschlagenen Geldsysteme, ganz sicher, dass mit dem heutigen Geldsystem vieles! "nicht in Ordnung" ist. Die Hauptmängel sind:
_ 1) Die gesetzlichen Aufgaben der staatlichen Zentralbank wurden (mit voller Absicht) völlig! falsch definiert und konzipiert. Der Hauptprofiteur davon sind die privaten Banken .. die an den Aufgaben der ZB selbstverständlich "mitgeschrieben" haben. Sie wurden überflüssigerweise als "parasitäre Mauteintreiber" zwischen den Staat und seine eigene Zentralbank plaziert. Ich bezeichne das Ergebnis als den "Hüttchenspieler-Trick" mit den Staatsanleihen.
_ 2) Es fehlt eine wirklich wirksame! Schuldenbremse (Deckelung) für die Staatsverschuldung .. in fester Ankopplung an das BIP.
_ 3) Es fehlt ein sicheres! Geld- bzw. Zahlungssystem (sog. Vollgeld) - was den Staat und die ganze Gesellschaft permanent bedroht und erpressbar macht - um privaten Banken äußerst lukrative "Geldschöpfungs'kompetenz" (.. eines Derivats des ZB-Geldes) zu gewähren. Diesen schwerwiegenden Fehler haben die ZB-Banker und einige Spitzenpolitiker inzwischen erkannt und arbeiten an einer (digitalen) Vollgeld-Lösung.
Bemerkenswert fand ich, dass die Regisseurin einigen Top-Managern die wohl ehrlichen Statements entlocken konnte, dass sie die Dinge auch nicht ganz blicken und eigentlich auch nicht wissen, wie es weitergeht.
Das erinnert mich an eine Veranstaltung in der Deutschen Bank in Ffm (15 Jahre zurück), als nach einem langen Vortrag der Chef der Presseabteilung von einem Studenten vor einem Publikum von etwa 200 Leuten gefragt wurde, woher das Geld für den (zusätzlichen) Zins kommt, wenn doch das übrige Geld nur ein Kredit ist. Und der Oberbanker wußte darauf keine Antwort.
Ich aber weiss es .. und habe hier deshalb keine grundsätzlichen Bedenken. Ganz kurz gefasst:
Erstens, Kredite werden in der heutigen VW weder gleichzeitig aufgenommen, noch sind sie gleichzeitig zur Tilgung fällig - es gibt da eine chronologische Verschiebung und zugleich Überlappung. Dies ist für eine nachhaltig funktionierende Kreditwirtschaft und den ZINS von entscheidender Bedeutung: Es sind die ganz frischen, noch "lange" nicht zu tilgenden Kreditaufnahmen, die den Zins für diejenigen Kredite liefern, deren Tilgung kurz bevorsteht. Dies ist die erste notwendige Bedingung.
Die zweite Funktionsbedingung ist: dass Kreditnehmer, die gerade ihren Kredit tilgen, sich nach einer "Verschaufpause" wieder als Kreditnehmer zur Verfügung stellen .. immer wieder. Dies ist bei den meisten Unternehmen sowie beim Staat der Fall. Ich bezeichne dies als (nachhaltiges) "Recycling von Nachschuldnern" oder als das "Prinzip Fahrradkette in der Kreditwirtschaft". Zudem, verschlissene Kettenglieder werden durch natürlichen Nachwuchs reibungslos ersetzt. Sollte diese geschlossene! Kette einmal reißen oder willkürlich aufgeschnitten werden, kommt die VW unweigerlich zum Stillstand .. was bedeuten würde, dass nur die allerletzten! Kredite bzw. Kreditraten nicht getilgt werden können und diese Raten dann gepfändet oder "gestrichen" werden müssten. Dies wäre aber auch kein großes Problem.
Und die dritte Funktionsbedingung ist: dass Zinseinnahmen zügig den Weg in den Konsum, in Sachwerte oder produktive Investitionen finden .. also dem realwirtschaftlichen Geldkreislauf wieder zugeführt werden. Auch dies geschieht weitgehend: weil Zinseinahmen der Banken noch lange kein Gewinn sind, sondern lediglich Umsatz. Die Banken müssen damit all ihre Betriebs- und Personalkosten usw. abdecken. Auch die Dividendenzahlungen an die Bankaktionäre gehen (hoffentlich) überwiegend in die Realwirtschaft zurück .. zumindest ist es wünschenswert. Auch sie müssen ja irgendwie ihre Familien ernähren.
Mein FAZIT: Alle drei Bedingungen sind grundsätzlich erfüllbar .. und sie werden wenigstens mangelhaft erfüllt. Dies erklärt die variable! Lebenserwartung jeder marktwirtschaftlich organisierten Volkswirtschaft, die auf "Geld und Kredit" basiert. Daran ist nichts "grundsätzlich Falsches" erkennbar.
Geld gehört für mich in den Bereich INFRASTRUKTUR (engl. utilities), etwa wie das Straßensystem. Und das kann nicht privat gehalten, verwaltet und verrentet werden.
Vollkommen richtig! Und hierin liegt die richtige Lösung für das "Geld- & Zahlungssystem" .. die ich oben skizziert habe. Diese Lösung ist allerdings nur "notwendig, jedoch nicht hinreichend", um eine nachhaltige und gemeinnützige Volkswirtschaft zu bekommen. Auch noch gaaanz andere, weitere Reformen würden benötigt ... die allerdings niemand will. Deshalb werden die Dinge ihren vorgezeichneten Lauf nehmen ...
Mit Gruß, Beo2
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