Konvergenzzone diagonal über Europa
Hallo Steppke,
mein 2 Monate zurückliegender Beitrag 'Aprilwetter im April ade!' bleibt inhaltlich weiter gültig.
Der Meteorologe Sven Plöger führt auf dem roten Sofa im „Das Abendstudio!“ des NDR am 20.06.2020 zwischen 04:40 und 05:50 aus:
"Dass sich das häuft, lässt sich auch erklären. Das arktische Eis, das zieht sich zurück, damit werden die polaren Gebiete wärmer. Damit nehmen die Temperaturunterschiede zwischen Äquator und Pol ab. Damit braucht es weniger Ausgleichströmung in der Höhe, im Mittel weniger Wind in der Höhe - der berühmte Jetstream, der wird im Mittel schwächer, und der bestimmt, was die Hochs und Tiefs am Boden machen. Und wenn der Jetstream schwächer ist, dann sind die Hochs und Tiefs langsamer. Wenn ein Hoch lange bei uns ist: Hitze Dürre im Sommer, wenn ein Tief lange bei uns ist: Regen - wie im sehr nassen Sommer 2017. Das langsamere Ziehen der Hochs und Tiefs macht das Wetter extremer und was ist ja auch eigentlich die Essenz der Wissenschaft ist. Es wird nicht irgendwo irgendwie wärmer, sondern die Zirkulation, d.h. die Transporte von Energie und Strömen verändern sich."
Die heißen langandauernden und sehr trockenen Sommer der Jahre 2018 und 2019, die heute noch in Verbindung mit dem sehr trockenem April / Mai 2020 für extreme Trockenheit auch in 1,5 Meter Bodentiefe und damit für das Absterben vieler der tiefwurzelnden Bäume verantwortlich waren, sind Folge der typischen Omega-Wetterlagen. Optimale Kombinationen von mehreren Druckgebieten über Europa erzeugen langandauernde und von NL nach RO langgezogene Konvergenzzonen von Süd-Ost nach Nord-West diagonal über den Kontinent: am 28. Juli 2014 in Münster mit 240 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in wenigen Stunden mit hohen wirtschaftlichen Schäden und gegenwärtig mit 70 Liter unproblematischem Niederschlag an mehreren Tagen, wobei das System gleichzeitig über DE von Süd-West nach Nord-Ost mit viel zu wenig Niederschlag im Nordosten schwingt.
Gruß - Ostfriese