Lesenswerter Artikel abseits der Einheitsempörung

tar ⌂, Gehinnom, Sonntag, 09.02.2020, 10:29 (vor 2275 Tagen) @ DT3911 Views

Soviele Kommunisten

Die Frage, die Angela Merkel nie stellen wird

Eigentlich sind es derer 3 Fragen:

1994 gabs eine Zusammenarbeit der SPD mit der PDS. Wesentlicher Absatz:

"Das Argument in den meisten Medien wie in der SPD lautete 1994, es sei undemokratisch und auf Dauer auch unmöglich, eine von einem Fünftel der Bevölkerung gewählte Partei auszugrenzen. Es gab noch eine staatspolitische Begründung; die PDS – obwohl sie noch viereinhalb Jahre vorher diktatorisch unter anderem Namen geherrscht hatte – müsse ins parlamentarische Geschäft gezogen werden, um sie zu entradikalisieren. Das sei auch ein Weg, um die ostdeutsche Gesellschaft zu befrieden. Gerade die toxische Vergangenheit der PDS begründete also aus Sicht von Höppner, von vielen SPD-Politikern und von journalistischen Begleitkommentatoren die Notwendigkeit, sie von dem Bann zu befreien."

Dasselbe ginge heute mit der AfD nicht, weil man sich da laut diversen Schreihälsen durch "Millionen Tote" legitimieren würde. Das übliche Nazi-Geseiere halt, womit man mal eben knapp (bald) einem Viertel der Wähler das Wahlrecht abspricht (= neues Demokratieverständnis).

Die 1. Frage, die Merkel (bzw. die Staatsmedien und alle anderen Parteien) nicht stellt: "Warum gibt es die AfD (und Trump und BrExit, Le Pen usw.) überhaupt?"

Weil dem Bürger die Konsistenz wegbricht (heute hüh, morgen hott, keine Rechtssicherheit, keine lokale Verlässlichkeit im Klein/Klein-Umfeld etc.) und bis auf die AfD eben niemand für Konsistenz eintritt.

Die 2. ungestellte Frage: "Wollen die Bürger die Umformung der Gesellschaft (globale Transformation, wie wir sie halt die letzten Jahrzehnte beobachten und erleben) überhaupt?"

Offenbar halt nicht alle, weil sich das "Sozialkapital" auflöst. Merkel & Co. ignorieren diese Wähler und wie wir wissen, ist das ungemein gesund für eine Demokratie, wähler zu ignorieren. [[top]]

Wesentlicher Absatz:

"Sehr viele Bürger wollen keine gigantische historische Transformation ihrer Gesellschaft. Aber schon gar nicht möchten sie Leuten dafür eine Vollmacht ausstellen, die von ihrem Feldherrenhügel heute dahin und morgen dorthin zeigen, die sich selbst laufend widersprechen, die behaupten, Dreißigjahrespläne für das globale Heil zu besitzen, aber geltende Gesetze schon hinter der nächsten Hauptstadtecke nicht mehr durchsetzen können."

Die 3. und letzte Frage, die nicht gestellt wird: "Ob man evtl. falsch liegen könnte?" interessiert Merkel nicht.

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Gruß!™

Time is the school in which we learn,
Time is the fire in which we burn.


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