Rom und Trier zum Beispiel waren innerhalb der alten Stadtmauern nur noch zum Bruchteil besiedelt, in …

Ostfriese, Sonntag, 18.10.2026, 09:25 (vor 2 Stunden, 24 Minuten) @ Ashitaka264 Views

Hallo Ashitaka

Dazu


So langsam bekommt man ein Gefühl dafür, wie frühere Zivilisationen bzw. Bevölkerungen mental soweit kaputt "gefickt" wurden, dass sie die flächendeckenden Wiederbevölkerungsprogramme und unmenschlichen Unterordnungen als stolze Erstbesiedlungen einer wieder mal unberührten aber mit zurückgelassenen Bauwerken bzw. deren Überresten übersäten Welt in den Geschichtenbüchern niederschrieben.

@dottore in

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=149450 Re: Im Vollsozialismus kann Census nicht zu Usura werden verfasst von dottore, 21.10.2002, 10:30

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→ Hi Popeye,

Die erste Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt ist, ob dieser 'Druck von oben' eine hinreichende Erklärung für das Auftauchen/Erscheinen von Geld/Zins (= als staatliche Abgabenforderung) ist?

Die staatliche Abgabenforderung = census. Haben wir kein Privateigentum, bleibt es immer beim census und weder Geld noch usura können entstehen, da die Besicherungsgrundlage fehlt, in die andere vollstrecken könnten (bei Geld muss jeder Gläubiger und zugleich Schuldner sein, siehe HS) und daher weder Titel noch darin verbriefte Termine aufkommen können.

Ich weiß viel zu wenig über die Kulturen der Inkas, Azteken und Mayas, aber meines Wissens hat 'Geld' in diesen Kulturen keine Rolle gespielt, obwohl dort vermutlich auch mit Zwang und Natural-Abgaben gearbeitet wurde.

Ja, richtig. Es wird zwar bei Azteken und Mayas von Kakaobohnen als Geld berichtet, aber es haben sich keinerlei Dokumente über Geldgeschäfte erhalten. Möglicherweise waren die Bohnen auch nur Rechenmittel wie die Quipus bei den Inka.

(Vielleicht weiß jemand im Forum über diese Kulturen besser Bescheid als ich?) Zivilisatorische Hochleistung müßten (wenn meine Vermutung richtig ist) auch anders erklärbar sein und hätten nicht notwendigerweise zu einem allgemeinen Zahlungsmittel führen müssen.

Ja, sie sind wohl genauso zu erklären, wie die Großbauten der Hethiter, Akkader, Meder/Perser, Ägypter usw.: Direkter, von der Herrscherclique ausgeübter Vollzwang. Azteken, Maya, Inka, usw. waren fremde Herrscherkasten, die sich über die Ureinwohner, wie Olmeken (negroid), Mixteken u.ä. stülpten und sich ein besonderes Aussehen gaben: Schädeldeformationen (Babys wurden gepresst), die Inka mit bis zum Fußboden reichenden Ohrläppchen o.ä..

Es gab keinerlei Privateigentum, unter den Inka nicht mal an Kleidung (Garcilasco [1]). Also konnte nichts eingesetzt werden, um die Abgaben, falls nicht in geforderter Menge beschaffbar, sich zu leihen. Die Sanktionen wurden direkt vollstreckt (Menschenopfer). Gerade erst entsprechende, in Stein gemeißelte Dokumente in Dos Pilas (Guatemala) entdeckt: Kampf zwischen Tikal und Calakmul zum Zwecke der jeweiligen Unterwerfung (= Abgabenerzwingung), abgebildet im neuesten NGM (englisch).

Die andere Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt ist, warum die wirtschaftliche Aktivität in Europa nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches für viele Jahrhunderte erlahmte, obwohl es Macht im Überfluss gab und Geld bekannt war.

Wiederum kein beleihbares Privateigentum: Alles entvölkert und darob zu viel Land - und wenn's knapp wurde (Ver sacrum (heilige Quelle) [2]) zog man weiter (z.B. zur Gründung von Klöstern, die im leeren Raum entstanden, mit Rodungen oder Besiedlung von dishabitaten Geländen).

… Trier gab's fünf Dörfer, in Rom (disabitato) drei Fünftel der Fläche innerhalb der aurelianischen Mauern, was noch Stiche des 16. Jh. nachweisen.

Schönen Dank und Gruß!

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Nebenbei können wir vielleicht ermessen, was eine beabsichtigte Ablehnung des beleihbaren Privateigentums in Berlin bewirkten wird!

Gruß - Ostfriese

PS

[1] https://vistas.ace.fordham.edu/lib/17th/dressing/sources/ Garcilaso de la Vega

[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Ver_sacrum Ver sacrum Einige Wissenschaftler glauben, dass früher ergebene oder gelübte Kinder tatsächlich geopfert wurden, aber später durch Vertreibung eingesetzt wurden. Dionysios von Halikarnassos gibt an, dass die Praxis des Kinderopfers eine der Gründe für den Fall der Pelasger in Italien war


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