Ja, es gibt noch einige...
...mir ging es vorrangig darum, Zweifel an der Erzählung zu streuen, dass unser Demographieproblem sich quasi von selbst lösen würde, wenn wir nur die sozialen Sicherungssysteme schleifen. Ich denke, dass es sich dabei um einen "post hoc ergo propter hoc"-Denk- bzw. Analysefehler handelt.
Ich halte das nämlich für ein sehr verlockendes win-win-Szenario für unsere gierigen, verblödeten und unempathischen Eliten (und den ein- oder anderen Libertären), immerhin würden sie sich damit ihr eigenes Grab schaufeln, aber ich möchte ungern einen dadurch ausgelösten Kommunismusversuch 2.0 erleben, einer im Leben reicht.
Zu den anderen Gründen:
Die Industrialisierung dürfte auch Dinge wie bessere Verhütungsmittel und Feminismus erst ermöglicht haben, einen Haushalt zu führen, war vor Waschmaschine, Geschirrspüler, Trockner, Mikrowellenessen, Zentralheizung usw. nämlich ein Vollzeitjob, erst recht mit mehreren Kindern. Der Feminismus im Westen (Frauen die außer Haus Karriere machen wollen usw.) ist (zumindest in den aktuellen Übertreibungen) m.E. eine Art Dekadenzerscheinung bzw. Industrialisierungsfolge.
Allerdings würde ich ihn in der Wirkung nicht überschätzen, die Biologie bzw. die gegenseitige Anziehung der Geschlechter, ist naturgemäß sehr stark.
Der zweitwichtigste Grund für Geburtenrückgänge sind m.E. Datingplattformen, kombiniert mit der weiblichen Tendenz zur Hypergamie und einem satten Männerüberschuß (in jungen Jahren), führt das zu dem Gefühl, praktisch beliebige Auswahl zu haben und jederzeit zu einem besseren Mann wechseln zu können. Entsprechend legen sie sich viel zu spät fest, so dass es dann maximal noch für ein oder zwei Kinder reicht und oft gar nicht mehr klappt, selbst wenn der Wille da und der Lebensstandard einigermaßen gesichert ist.