Es ist ja alles schön und gut, mit dem Fortschritt, es hat aber alles seine Grenzen.

helmut-1, Siebenbürgen, Montag, 22.06.2020, 11:38 (vor 2047 Tagen) @ stocksorcerer2062 Views

Zumindest für mich. Dieses neurussische Wort wie ebook habe ich zwar mal gehört, ich kann aber damit nichts anfangen. Wenn ich von einem interessanten Buch höre, dann erkundige ich mich, wer das geschrieben hat, was da drinstehen kann, - evtl. schaue ich mir ein paar Probeseiten im Net davon an, - aber das wars dann auch. Dann entscheide ich, ob ich das Buch kaufe oder nicht.

In gewissen Situationen, wenn ein Buch schon zu Beginn an in die Schusslinie kommt und dadurch Gefahr läuft, vom Markt genommen zu werden, dann kaufe ich es mir gleich nach dem Erscheinen. So hielt ich es auch mit dem Buch "Fremdbestimmt", weil ich davon ausgehen musste, dass es da genügend Zeitgenossen gibt, denen der Inhalt nicht gefällt.

Genauso wars mit den Kohl-Protokollen, dem Guantanamo-Tagebuch, usw. Natürlich sammelt sich da im Laufe der Jahrzehnte was an. Bücher, die ich aus Hinterlassenschaften übernommen habe, von guten Bekannten, die keine Liebesromane gelesen, sondern sich mit dem Zeitgeist auseinandergesetzt haben, sowie meine seit der Jugendzeit erworbenen Bücher haben sich in den Jahrzehnten angesammelt. Wenn das Gewicht von 1 to noch nicht überschritten ist, dann fehlt jedenfalls nicht mehr viel dazu.

Das wird nun beim Umbau meiner Behausung ein eigenes Zimmer als Bibliothek notwendig machen, mit Regalen vom Boden bis zur Decke. Aber für mich ist das keine Erholung, im ergometrisch konzipierten Schreibtischstuhl vorm PC zu sitzen und da ein Buch zu lesen. Anders verhält sich das in einer Bibliothek, mit dem offenen Kamin in der Ecke, im Polstersessel, wo man die Beine auch hochlegen kann, ein gutes Glas Wein auf dem Tischchen, in der einen Hand das Buch und in der anderen Hand die Pfeife, - das ist zwar altgebacken, aber bedeutet für mich Entspannung.

Fazit: Auch in Zukunft werde ich Bücher in gedruckter Form erwerben, wenn ich davon ausgehen kann, dass sie für mich etwas aussagen. Ebook ist nichts für mich.

Ein anderes Thema ist Amazon. Ich weiß nicht, warum die Leute an diesem Klub so einen Narren gefressen haben. Seit der Zeit, als Amazon zum Boykott gegen Assange aufgerufen hat, habe ich kein einziges Buch (oder einen anderen Artikel) mehr dort gekauft. Jedes Buch bekommt man auch auf andere Art, oftmals direkt vom Verlag und manchmal habe ich dabei sogar Geld gespart. Man mag es mir als Spinnerei unterstellen, aber in solchen Sachen bin ich konsequent. Mir geht Meinungsfreiheit über alles.

Interessant ist allerdings bei Amazon, dass die keine eigene Meinung für deren Zensur haben, sondern offensichtlich "von oben" gesteuert werden. D.h., die nehmen genau die Dinger vom Markt, die ihnen aufgegeben werden.

Gutes Beispiel (und das habe ich aus Neugier gerade überprüft) sind die Kriegstagebücker des OKW in 8 Bänden (Percy E. Schramm). Kann man bei Amazon kaufen. Meine Exemplare stammen aus dem Jahre 1982. Wenn man sich da mal richtig reinvertieft, dann wird man eklatante Unterschiede zu dem feststellen, was unserer Jugend so im Geschichtsunterricht beigebracht wird. Deshalb hat es mich immer gewundert, dass man die Dinger immer noch kriegt. Wahrscheinlich hat es aber keine besondere Relevanz für die Politiker in der ersten Rige, weil sich die Jugend sowieso nicht für Geschichte interessiert.


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