Deutsches BIP sinkt 2020 um 9 Prozent - Guidants.com

Centao, Montag, 25.05.2020, 14:50 (vor 2077 Tagen) @ Centao1203 Views

25.05.20, 12:25 | Von Dow Jones News
IW: Deutsches BIP sinkt 2020 um 9 Prozent

Von Andreas Kißler

KÖLN/BERLIN (Dow Jones) - Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) rechnet infolge der Corona-Krise mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 9 Prozent in diesem Jahr. Das erklärten die Konjunkturforscher des arbeitgebernahen Instituts in ihrer neuen Prognose. Für nächstes Jahr sagten sie darin dann eine Steigerung des BIP um 8 Prozent voraus. Mitte Dezember 2019 hatten sie für 2020 noch ein BIP-Plus von 0,9 Prozent erwartet.

Die Corona-Pandemie sorge aber für einen "katastrophalen Einbruch" der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr, konstatierte das IW. Die Pandemie habe die Weltwirtschaft seit vielen Wochen fest im Griff und sorge für einen historischen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Erst im dritten Quartal 2021 werde in Deutschland das Niveau des vergangenen Jahres wieder erreicht - vorausgesetzt, dass es keinen erneuten globalen Schock gebe.

Das IW rechnet nach eigenen Angaben für das laufende Jahr mit einem Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung von über 4 Prozent und damit dem stärksten Einbruch in der Nachkriegszeit. "Gerade für den ehemaligen Exportweltmeister Deutschland hat das besonders negative Folgen, denn mit der Wirtschaftsleistung sinkt auch der globale Handel", hoben die Ökonomen hervor.

Arbeitslosenquote steigt auf 6,5 Prozent

Neben der Schwere sei auch die Art und Weise der Krise einzigartig: Sowohl die Nachfrage als auch das Angebot seien von den Lockdown-Maßnahmen betroffen, was sich besonders deutlich am Arbeitsmarkt bemerkbar mache. Die Arbeitslosenquote werde im Jahresdurchschnitt 2020 auf rund 6,5 Prozent von 5 Prozent im Vorjahr steigen. 2021 sei dann wieder mit einer leicht niedrigeren Arbeitslosenquote von unter 6 Prozent zu rechnen. Das Niveau von 2019 werde im kommenden Jahr aber nicht erreicht.

Insgesamt sei im laufenden Jahr "nur begrenzt mit Erholung zu rechnen". Aufgrund der zahlreichen Beschränkungen komme der Konsum nur schwer in Gang, und Nachholeffekte seien kaum möglich. "Die globale Verunsicherung hat auch zur Folge, dass Investitionen ausbleiben", sagte IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. All das mache nur eine langsame Erholung möglich, sodass das BIP erst ab dem dritten Quartal 2021 das Vorkrisenniveau erreiche.

Voraussetzung für das 2021 erwartete Wachstum sei allerdings, dass es nicht zu einem zweiten Lockdown komme. "Aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre das der Super-Gau", warnte IW-Direktor Michael Hüther. "Die Regierung muss nun mit einer klaren Strategie weitermachen und sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite gezielt unterstützen", verlangte er.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

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