Tessin = Norditalien

Zürichsee, Dienstag, 24.03.2020, 15:44 (vor 2147 Tagen) @ Zürichsee800 Views
bearbeitet von Zürichsee, Dienstag, 24.03.2020, 15:48

Noch ein Wort zu den wirklich prekären Verhältnissen im Tessin:

Im Tessin arbeiten 68'000 Grenzgänger aus Italien. Diese Grenzgänger
haben eine wichtige Funktion, denn ohne diese würde im Tessin das
gesamte Gesundheitswesen still stehen. Unter Berücksichtigung dieser
Rahmenbedingung hat man (zu) lange abgewartet und die Grenze nicht
geschlossen. Heute macht so eine Schliessung auch keinen Sinn mehr,
da der Tessin total durchseucht ist. Ich habe keine genauen Zahlen,
aber ich kann mir schon an den Fingern abzählen, dass der Tessin
mit Abstand die meisten Corona-Infizierten hat, von den Verstorbenen
ganz zu schweigen.

Ich reisse mich mal zu der Aussage hin, dass die Deutschschweiz etwa
die gleichen Verhältnisse hat, wie Österreich.

Schon vor 10 Tagen habe ich mich gefragt, ob eine Schliessung des
Gotthards zielführend wäre. Der Zugverkehr zwischen dem Tessin und
Zürich ist sehr rege und damit lässt man das Einfallstor einfach offen.

Momentan hat der Kanton Tessin ein Arbeitsverbot für nicht im
Gesundheitswesen beschäftigte ausgesprochen. Dies ist eigentlich im
Gegensatz zum Erlass des Bundesrates und wirft rechtliche Fragen auf.
Da könnte sich der Bund aus der Verantwortung stehlen und die gesamten
entstehenden Kosten dem Tessin anlasten. Momentan werden rege Diskussionen
über ein "Krisenfenster" geführt. Das wäre ein Instrument, das vorübergehend
einzelnen Kantonen gewissen Spielraum geben kann, eigene geeignete Lösungen
zu installieren. So wäre es möglich, dem Tessin dieses Arbeitsverbot durch
den Bundesrat zu bewilligen. Für mich wäre dieses "Krisenfenster" eine
wirklich geeignete Massnahme, um so eine Krisensituation pragmatisch und
ohne grossen Aufwand zu bewältigen.

Insgesamt muss ich den Bundesrat, die Behörden und die Menschen in der Schweiz
loben. Das läuft hier alles so ab, wie die Zahnräder in einer Schweizer Uhr.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung