Geschätzter DT

Jacques, Freitag, 06.03.2020, 08:23 (vor 2222 Tagen) @ DT3946 Views
bearbeitet von Jacques, Freitag, 06.03.2020, 08:32

und geschätzte Foristen

weil die Bundesregierung offensichtlich all das nicht -oder nur abgeschwächt- macht, was du DT und viele von uns verlangten, muss man das als (Un)Tatsache zur Kenntnis nehmen

Offensichtlich wählt man in D eine andere Strategie. Sie ist für mich nachvollziehbar. Ob sie akzeptabel und richtig ist, steht auf einem Blatt, das erst noch geschrieben wird.

Offensichtlich wird die Strategie der kompletten Durchseuchung verfolgt. Das heisst, es wird in Kauf genommen oder sogar gewollt, dass sich möglichst alle damit anstecken und Antikörper entwickeln.

Dafür gibt es verschiedene Gründe:
(1) Junge Menschen ertragen Corona gut. Die Krankheitsverläufe sind i.d.R. mild. Die Bevölkerungsschicht bis und mit 50 Jahren stellen 70% der Bevölkerung. Die längerfristig zu schützen, ist niemand in der Lage. Dienlich ist, dass diese Gruppe rasch durchseucht wird, damit sie später nicht zu latenten Infektionsherden für die wirklichen Risikogruppen wird.

(2) Je mehr infiziert und gesundet sind, desto geringer werden Neuansteckungen, welche das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in die Knie zwingen. Die Durchseuchung macht immun.

(3) Mit einer vermuteten Mortalität von 2%-3% der Infizierten wird Corona stärker wüten als eine Influenza. Anzunehmen ist, dass die Risikogruppen auch bei einer Influenza grossteils dahin gerafft werden. Bildlich und hart gesprochen: Die Risikogruppen sterben nicht zweimal. Sie tun es aber eher bei Corona. Das grössere Risiko wird in Kauf genommen, weil die reale Gesamtzahl überschaubar bleibt (man verzeihe mir die brutale Sichtweise).


Alles, aber auch gar alles, deutet auf diese Strategie hin:
- Schulen werden nur lokal geschlossen
- Gross-Versammlungen finden statt
- Einreisen aus allen Risikoländern finden statt (allenfalls auch mit mutierten Virenstämmen).

Man hat geradezu den Eindruck, dass man das will!

Warum das getan wurde. Ich glaube, dass das nicht leichtfertig erfolgte, sondern das eine bewusst gewählte Strategie(auswahl) in oberster Führung war. Wer in oberster Führung sitzt und entscheidet, kümmert sich nur noch um das grosse Ganze. Und man ist sich gewohnt und sieht sich gezwungen, hohe Komplexitäten zu reduzieren, ansonsten kommen keine getragenen Entscheide her. Hin und wieder ist den beste Lösung sogar nur die Auswahl zwischen den kleinsten Übeln.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man sich auf die Erfahrungen in China abstützte.
Wuhan: 50-70 Millionen isoliert, 3000 Tote. Ist das ein besonderes Risiko? Schliesslich hat das eigene Land 80 Mio.


Der Umgang mit knappen Ressourcen und der Umgang mit der Zeit ist eine der schwierigsten Aufgabe in solchen Situationen.

Es wurde entschieden. Und die grundsätzlichen Entscheide sind nicht mehr rückgängig zu machen. Folglich lohnt nicht mehr, darüber zu hadern.

Die Hauptfrage ist nur noch, wie kann jeder persönlich dafür sorgen, dass er im Ansteckungsfall nicht zu jenen 2 oder 3% gehört. Kaum einer von uns hat die Möglichkeit, sich der Ansteckungsgefahr vollständig zu entziehen. Jetzt und später schon gar nicht mehr.

Die über alles Frage wird sein, ob die med./klinische Behandlung der Schwerstfälle die KKH Infrastruktur erleiden mag. Aber gewiss wurden auch da Beurteilungen und Abwägungen gemacht.

Noch eine Schlussbetrachtung:
Die Schweiz hat heute gemessen an der Gesamtbevölkerung mehr Infizierte als Deutschland. Und das obschon die Schweiz einige drastische Massnahmen verhängte. Die nächsten 4 Wochen werden zeigen, sich damit tatsächlich die Neuinfektionen vermindern lassen.

Das klingt alles sehr nüchtern und bei zweiter Betrachtung brutal.
Ich rechne (ü50) auch damit, infiziert zu werden. Folglich achte ich darauf, genügend zu schlafen, keine Erkältungen mehr einzufangen, C-reich zu essen und meine Eltern vor mir zu schützen und eine positive Grundhaltung zu behalten.

Wie kosh jeweils meinte: Man tut was man kann und man kann, was man tut.

Es ist wie es ist.

Grüsse und ein gutes Wochenende!

PS: Italien geht den andern Weg, jetzt schon mit absehbar grossen Begleitschäden.


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