Können Google & Co. Mails mit kritischem Inhalt löschen?

Lateralus @, Montag, 11.06.2018, 17:19 vor 727 Tagen 3182 Views

Hallo liebe DGF-Gemeinde,

ich verfasse diesen Beitrag in diesem Forum, weil ich die kritischen Beiträge hier sehr schätze. Daher erhoffe ich mir Antworten auf ein Thema, dass mich gerade gepackt hat. Leider hat es meine Paranoia angefeuert und ich hoffe, dass ich hier Antworten bekommen, die das Ganze wieder dämpfen.

Vor einigen Jahren, ich glaube, es war 2008, habe ich auf Arte eine Reihe sehr interessanter Dokus über das Thema "Grenzen" gesehen. Nicht nur auf Ländergrenzen bezogen, sondern auch über das Setzen von Grenzen im zwischenmenschlichen Bereich (soweit ich mich erinnern kann). In den Dokus wurde das Thema sehr kritisch betrachtet. Man ist uA zum Schluss gekommen, dass Grenzen notwendig sind und dass eine Welt ohne Grenzen gefährlich sein kann.

Über die Jahre hat mich dieses Thema nicht mehr beschäftigt, bis 2015. Ich wollte diese Dokus nochmal sehen und habe daher im Internet darüber recherchiert, habe allerdings keinen Stream gefunden, außer einen Link auf Arte, dass es diesen Themenabend mal im Programm gegeben hat. Ich habe dann eine Anfrage an Arte geschickt, ob man diese Dokureihe nicht irgendwo nachstreamen kann. Antwort blieb aus. Habe diese Anfrage in einen Zeitraum von ca. einem 3/4 Jahr nochmal 1-2 mal an Arte gerichtet. Leider bekam ich auch hier keine Antworten.

Heute habe ich wieder daran gedacht. Ich wollte meine Mail-Postfächer (Gmail u. Gmx) nach diesen Anfragen durchsuchen, damit ich diese als Vorlage für eine neue Anfrage an Arte nutzen konnte. Zu meinem Erstaunen waren diese Mails einfach weg. So als hätte es die nie gegeben. Auch im Internet habe ich den Link zu dem Themenabend nirgends gefunden. Hat mich nicht so tangiert, aber ratlos darüber bin ich, dass diese Mails einfach aus meinem Postfächern verschwunden sind. Ich bin mir sicher, diese nie gelöscht zu haben, trotzdem sind die auf einmal nicht mehr da und ich sitze hier und frage mich: Kann es sein, dass Google und Gmx die Postfächer nach kritischen Links durchsucht u. gegebenenfalls sogar löscht? Ich möchte nicht daran glauben, aber ich schließe zu 100 % aus, dass ich die Mails selber gelöscht habe. Ich schließe auch zu 99 % aus, dass ich diese Mails einfach bei der Suche übersehen habe. Wie kommt es dazu, dass die einfach nicht mehr da sind?

Ich hoffe, jemand weiß mehr als ich.

Mit freundlichen Grüßen,
Lateralus


PS:
Ich werde meine Postfächer nochmal durchsuchen. Falls ich etwas finde, lasse ich es Euch wissen, aber wie gesagt, ich habe 3 x durchsucht und 3 x nichts gefunden.

Ähm, Mails gehören immer abgesichert auf den eigenen Computer.

Griba @, Dunkeldeutschland, Montag, 11.06.2018, 18:26 vor 727 Tagen @ Lateralus 2581 Views

Daß sie verloren gehen, kommt sonst auch und ganz zufällig vor. [[zwinker]]
Nur von arcor.de ist bekannt, daß selbst als gelöscht markierte Mails noch nach Jahren im Netz auffindbar bleiben. [[top]]

--
Beste Grüße

GRIBA

email-Inhalte lesen wäre m.E. strafbar (Telekommunikationsgesetz)

Martin @, Montag, 11.06.2018, 18:58 vor 727 Tagen @ Lateralus 2319 Views

Also glaube ich nicht, dass der Inhalt der mails analysiert wird.

Wenn mails gelöscht wurden kann das auch mal versehentlich passiert sein. Vielleicht ist auch der Speicherplatz begrenzt und google dann Daten weg.

Sonst habe ich keine spontane Idee.

Google wertet emails aus (oT)

Sundevil @, Montag, 11.06.2018, 19:47 vor 727 Tagen @ Martin 2121 Views

- kein Text -

Da müsste man genau hinschauen

Martin @, Montag, 11.06.2018, 20:00 vor 727 Tagen @ Sundevil 2166 Views

Das Telekommunikationsgesetz (Briefgeheimnis) gilt tatsächlich nur für den Übertragungsweg, d.h. von Sender zu Empfänger. Nun speichert der Provider wohl in der Regel (weiß nicht ob man das einstellen kann), und ob der Speicher im Übertragungsweg inklusive ist, weiß ich nicht. Immerhin werden die mails auch nach Spamverdacht selektiert (Funktion kann man abschalten), aber das kann google natürlich nach Kriterien wie Adresse, was kein Inhalt ist.

Darüberhinaus kann es natürlich auch sein, dass man google mit den AGB einen Freibrief gegeben hat.

Lest ihr etwa nie, welchen Bedingungen Ihr zustimmt? (oT)

Sundevil @, Montag, 11.06.2018, 20:14 vor 727 Tagen @ Martin 2008 Views

- kein Text -

Ich benutze kein google (oT)

Martin @, Montag, 11.06.2018, 20:23 vor 727 Tagen @ Sundevil 1943 Views

Das täuscht unheimlich

D-Marker @, Montag, 11.06.2018, 19:48 vor 727 Tagen @ Martin 2349 Views

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Staatstrojaner-Polizei-soll-in-Wohnungen-einbre...

"...In dem kurz gehaltenen Papier ist die Rede von einem "gesetzlichen Betretungsrecht". Dieses sei nötig, da die vom Bundesgesetzgeber voriges Jahr in der Strafprozessordnung neu geschaffenen breiten Befugnisse für die Quellen-Telekommunikationsüberwachung und heimliche Online-Durchsuchungen "mit erheblichen rechtlichen und tatsächlichen Problemen behaftet sind". Bisher müssen die Strafverfolger die benötigte Spionagesoftware, mit der gegebenenfalls auch Verschlüsselung umgangen werden soll, in der Regel übers Internet per E-Mail oder Downloads auf die auszuforschenden IT-Systeme schleusen. Das führt in der Praxis offenbar teils zu erheblichen Schwierigkeiten..."

Die dürfen nicht nur lesen, sondern auch löschen oder aufspielen.

Warum?

https://www.youtube.com/watch?v=SGD2q2vewzQ

Gruß
D-Marker

Das betrifft staatliche Organe, nicht google

Martin @, Montag, 11.06.2018, 19:52 vor 727 Tagen @ D-Marker 2093 Views

Gegen Abhören durch 'Dienste' dürften wir kaum geschützt sein. Vor Kurzem wurde m.W. auch die email-Verschlüsselung geknackt, also die vermeintlich sichere email.

Im Recht liegt erst mal der Unterschied,..

Martin @, Montag, 11.06.2018, 20:30 vor 727 Tagen @ D-Marker 2067 Views

...wobei Du jetzt einen Sprung in die USA gemacht hast. Das hat jetzt wieder nichts mit dem deutschen Einbruch zu tun um den Staatstrojaner einzuschleusen.

Die ursprüngliche Frage am Anfang des Threads dürfte damit aber nichts zu tun haben.

Dann langsam

D-Marker @, Montag, 11.06.2018, 21:16 vor 727 Tagen @ Martin 2263 Views

...wobei Du jetzt einen Sprung in die USA gemacht hast. Das hat jetzt
wieder nichts mit dem deutschen Einbruch zu tun um den Staatstrojaner
einzuschleusen.

Die ursprüngliche Frage am Anfang des Threads dürfte damit aber nichts
zu tun haben.

Da hast Du Recht, allerdings hatte ich auch eher auf Deine Aussage zur Strafbarkeit reflektiert.

Probieren wir es mal so:

Technisch ist es erst einmal möglich, mitzulesen. Und es wird auch gemacht.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Gmail-Werbung-soll-E-Mails-nicht-mehr-mitlesen-...

Dazu kommt, dass POP, IMAP -und SMTP-Server Eigentum des Providers sind.

Und die Nutzungsbedingengen liest kaum jemand.

Ob dann manchmal gelöscht wird, ist noch eine andere Frage.
Mit Karnickeldieben beschäftigt sich die NSA bestimmt nicht, aber bei brisanten Dingen kann ich mir das schon vorstellen.

Und wie deutsche Geheimdienste die NSA bisher unterstützten, dürfte allgemein bekannt sein.
Dass das auf Gegenseitigkeit beruht, dürfte ebenfalls klar sein.

Wenn es um "wichtige Dinge" geht, wird eben physisch eingebrochen, wenn es virtuell nicht geht.

Ich persönlich gehe vom ungünstigsten Fall aus.
Lesen, Inhalte melden, Inhalte verändern...

Wenn es Dich technisch interessiert:
Hier ein Beitrag von vor vielen Jahren. Da geht es viel um kommerzielle, aber auch geheimdienstliche Hintergründe. Ein wenig interpolieren sollte man aber schon.
Urteile selbst, was sich inzwischen bewahrheitet hat:

http://www.cl.cam.ac.uk/~rja14/tcpa-faq.html

Hier eine deutsche Übersetzung:

TCPA/Palladium FAQ 1.0 - deutsch
Seite 1
TCPA/Palladium FAQ 1.0 - deutsch
Ross Anderson
© & Übersetzung: Moon - letztes Update: 21.12.02
Aktuellste Version immer auf http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html.
Weitere Hintergrundinformationen (auf englisch) zu den hier angesprochenen
Problemen finden Sie
im Anhang der englischen TCPA/Palladium-FAQ und auf der Economics and Security
Resource Page.
Sämtliche Links in der FAQ verweisen auf englischsprachige Inhalte. Ergänzende
deutschsprachige
Informationen bietet der Anhang.
1. Wofür steht TCPA/Palladium?
2. Auf gut deutsch, was bringen TCPA/Palladium?
3. Ich kann also keine mp3s mehr auf meinem PC hören?
4. Wie funktioniert es?
5. Wozu können TCPA und Palladium noch verwendet werden?
6. Ok, es gibt also Gewinner und Verlierer - Disney macht den großen Reibach
und Smartcard-Anbieter gehen pleite. Aber sicherlich investieren Microsoft und
Intel Hunderte von Millionen Dollar nicht aus reiner Barmherzigkeit? Wie
wollen die damit Geld machen?
7. Woher kam die Idee?
8. Was hat das mit der Seriennummer des Pentium III zu tun?
9. Woher kommt die Bezeichnung "Fritz-Chip"?
10. OK, die TCPA verhindert also, dass Jugendliche Musik abziehen und hilft
Firmen, ihre Interna vertraulich zu verwahren. Sie könnte auch der Mafia
nützen, außer das FBI bekommt eine Hintertür eingebaut, wovon man
ausgehen kann. Aber wer, abgesehen von Raubkopierern, Industriespionen
und Aktivisten, könnte ein Problem damit haben?
11. Wie kann die TCPA missbraucht werden?
12. Erschreckende Aussichten. Aber kann man das nicht einfach abstellen?
13. Es geht hier also um wirtschaftliche Aspekte?
14. Moment mal, billigt das Gesetz den Leuten nicht zu, Schnittstellen für
Kompatibilität durch Reverse Engineering zu erstellen?
15. Kann TCPA nicht geknackt werden?
http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html
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Seite 2
16. Wie umfassend werden die allgemeinen ökonomischen Effekte sein?
17. Wer wird noch verlieren?
18. Autsch. Was noch?
19. Ich kann mir gut vorstellen, dass mancher sich darüber aufregen wird.
20. Moment mal, ist die TCPA entsprechend dem Antitrust-Gesetz nicht illegal?
21. Wann wird es losgehen?
22. Was ist TORA BORA?
23. Aber ist ein sicherer PC nicht eine tolle Sache?
24. Warum spricht man dann vom "vertrauenswürdigen Computereinsatz"? Ich
wüßte nicht, was daran vertrauenswürdig ist!
25. Ein "vertrauenswürdiger Computer" ist also einer, der meine Sicherheit
untergräbt?
1.)
Wofür steht TCPA/Palladium?
TCPA steht für Trusted Computing Platform Alliance (Allianz für
vertrauenswürdige Computerplattformen), eine von Intel geführte Initiative.
Deren erklärtes Ziel ist die "Etablierung einer Computerplattform für das
nächste Jahrhundert, die für größeres Vertrauen in den PC sorgen soll".
Palladium ist eine Software, die Microsoft in kommende Windows-Versionen
integrieren will. Sie soll auf TCPA aufsetzen und zusätzliche Features
bereitstellen.
2.)
Auf gut deutsch, was bringen TCPA/Palladium?
Zusammen bilden sie eine Computerplattform die verhindert, dass der
Anwender die darauf laufenden Anwendungen manipulieren kann, welche
abgesichert mit dem Programmhersteller kommunizieren können. Der
offensichtliche Anwendungszweck ist das Digital Rights Management (DRM):
Disney kann dann DVDs verkaufen, die sich nur auf einer Palladium-Plattform
entschlüsseln - also anschauen - lassen, die aber nicht kopiert werden
können. Die Musikindustrie kann dann Musikdownloads verkaufen, die nicht
mit anderen getauscht werden können. Sie können dann CDs verkaufen, die
man nicht mehr als drei mal abspielen kann oder nur am eigenen Geburtstag.
Eine Fülle neuer Vermarktungsmöglichkeiten wird sich eröffnen.
TCPA/Palladium wird es zudem viel schwieriger machen, nicht lizensierte
Software zu nutzen. Raubkopien können von außerhalb des Computers
entdeckt und gelöscht werden. Zudem wird es leichter sein, die Software zu
vermieten statt sie zu verkaufen; wenn man die Miete nicht mehr zahlt, kann
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nicht nur die Software aufhören zu arbeiten, sondern auch alle mit ihr
erstellten Dateien. Seit Jahren träumt Bill Gates davon, einen Weg zu finden,
die Chinesen für seine Software zahlen zu lassen: Palladium könnte die
Erhörung seiner Gebete sein.
Es gibt vielerlei Möglichkeiten. Regierungen könnten nur solche Systeme
einsetzen auf denen alle Word-Dokumente, die auf Beamten-PCs erstellt
wurden als "klassifiziert" gelten und nicht mehr digital an Journalisten
weitergegeben werden könnten. Auktions-Sites könnten auf
vertrauenswürdiger Proxy-Software zur Abgabe von Geboten bestehen, so
dass ein taktisches Bieten über Bietagenten oder ähnliches nicht mehr
möglich wäre. Die Benutzung von Cheats bei Computerspielen könnte
erschwert werden.
Es gibt natürlich auch Nachteile. Es wird ferngesteuerte Zensur geben: die
gleichen Mechanismen, die zur Löschung von raubkopierter Musik verwendet
würden, könnten Dokumente löschen die ein Gericht (oder eine
Softwarefirma) als anstößig ansieht - dabei könnte es sich um alles handeln,
von Pornographie bis zu Schriften, die Politiker kritisieren. Softwarefirmen
könnten es auch erschweren, Produkte eines Mitbewerbers einzusetzen; z.B.
könnte Word alle Dokumente so verschlüsseln, dass nur Microsoft-Produkte
Zugriff darauf haben; somit könnten diese auch nicht mit einem anderen
Officeprogramm gelesen werden.
3.)
Ich kann also keine mp3s mehr auf meinem PC hören?
Bereits vorhandene MP3s sollten für eine gewisse Zeit keine Probleme
bereiten. Microsoft behauptet, dass Palladium nichts sofort am Funktionieren
hindern würde. Ein kürzlich erschienenes Update zum Media Player hat
allerdings eine Debatte dadurch ausgelöst, dass Anwender zur Benutzung
dieser Software künftigen Anti-Raubkopiermaßnahmen seitens Microsoft
zustimmen müssen; dies könnte ein Löschen raubkopierter Inhalte
einschließen. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass einige Programme, die dem
Anwender erweiterte Kontrolle über ihren PC geben, wie VMware und Total
Recorder, unter TCPA noch funktionieren. Man wäre also gezwungen, einen
anderen Player einzusetzen - und sollte dieser dann raubkopierte MP3s
abspielen, ist es unwahrscheinlich, dass er dies mit neuen, geschützten Titeln
tun würde.
Die Anwendung bestimmt dann unter Benutzung eines Onlineservers, welche
Sicherheitsrichtlinien auf dem System gelten. Der Media Player wird also
erkennen, welche Nutzungsbedingungen an einen geschützten Titel geknüpft
sind, und ich gehe davon aus, dass Microsoft eine Menge unterschiedlichster
Vereinbarungen mit Contentanbietern treffen wird, die jegliche Art von
Geschäftsmodell ausprobieren werden. Es wird wahrscheinlich CDs zu einem
Drittel des herkömmlichen Preises geben, die aber nur drei mal abgespielt
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werden können; zahlt man die restlichen zwei Drittel, erhält man die
kompletten Rechte.
Es könnte erlaubt sein, Kopien digitaler Musik an Freunde zu verleihen, wobei
aber gleichzeitig die Originale auf der eigenen Festplatte gesperrt und erst
dann wieder abspielbar sind, sobald man die Kopie zurückbekommen hat. Es
ist allerdings wahrscheinlicher, dass man Musik überhaupt nicht mehr
verleihen kann. Diese Richtlinien werden einigen Leuten das Leben schwer
machen; z.B. könnten Regionalcodes ein Abspielen der polnischen Version
verhindern, wenn der PC außerhalb Europas gekauft wurde.
Dies alles könnte bereits heute geschehen - Microsoft müsste nur einen Patch
in unseren Player einspielen. Sobald aber TCPA/Palladium es den Anwendern
erschwert, die Player Software zu verändern und es Microsoft erleichtert,
Upgrades und Patches zu kontrollieren, wird es schwieriger sein, dem Ganzen
zu entgehen und somit weit attraktiver fürs Geschäft.
4.)
Wie funktioniert es?
TCPA sorgt für den Einbau einer Überwachungs- und Meldekomponente in
künftige PCs. Die bevorzugte Variante in der ersten Phase der Einführung ist
ein "Fritz"-Chip - ein Smartcard-Chip oder Dongle, der aufs Motherboard
gelötet wird.
Sobald der PC gebootet wird, übernimmt der Fritz-Chip die Kontrolle. Er
überprüft, ob das Boot-ROM den Erwartungen entspricht, führt es aus und
bewertet den Zustand des Rechners; dann wird der erste Teil des
Betriebssystems überprüft, geladen und ausgeführt, dann wird wieder der
Zustand des Systems bewertet und so weiter. Die Vertrauensgrenze, die
Hardware und Software als bekannt und überprüft bewertet, wird
kontinuierlich erweitert. In einer Tabelle werden Hardware (Soundkarte,
Grafikkarte, etc.) und Software (Betriebssystem, Treiber, etc.) nachgehalten;
der Fritz-Chip überprüft, ob die Hardwarekomponenten auf der TCPA-
genehmigten Liste stehen, dass die Softwarekomponenten signiert sind, und
dass keine dieser Komponenten eine erloschene Seriennummer aufweist.
Sollten bedeutsame Änderungen an der PC-Konfiguration vorgenommen
worden sein, muss der PC online gehen, um sich erneut zu zertifizieren. Das
Ergebnis ist ein Rechner, der sich in einem bekannten Zustand mit einer
genehmigten Kombination an Hardware und Software (deren Lizenz noch nicht
abgelaufen ist) befindet. Die Kontrolle wird dann an den Teil des
Betriebssystems abgegeben, der die Einhaltung der Richtlinien überwacht -
dies wird Palladium sein, falls man Windows als Betriebssystem verwendet.
Sobald sich der Rechner in diesem Zustand befindet, kann Fritz Inhalte für
Dritte zertifizieren; z.B. wird Disney per Authentifizierungsprotokoll versichert,
dass der Rechner ein geeigneter Empfänger von "Schneewittchen" ist. Dies
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Seite 5
bedeutet dann, dass der Rechner momentan eine autorisierte Anwendung
laufen hat - Mediaplayer, Disneyplayer, was auch immer. Der Disney Server
sendet darauf hin die verschlüsselten Inhalte mit einem Schlüssel, den der
Fritz-Chip zur Entschlüsselung derselben verwendet. Diesen Schlüssel stellt
der Fritz-Chip nur der autorisierten Anwendung zur Verfügung und auch nur
so lange, wie die Rechnerumgebung als "vertrauenswürdig" gilt. Daher
müssen zuvor die Sicherheitsrichtlinien, die den Rechner als
"vertrauenswürdig" definieren vom Server des Herstellers der Playersoftware
heruntergeladen werden.
Dies bedeutet, dass Disney sich den Hersteller eines bestimmten Players als
berechtigt zum Abspielen seiner Premiuminhalte aussuchen kann, der im
Gegenzug die Möglichkeit, mit seiner Anwendung unautorisierte Kopien zu
ziehen, unterbindet. Disney kann also dem Anwender die Bedinungen zum
Abspielen der Inhalte diktieren; dies gilt auch für die Sicherheitsstufe, die von
der TCPA gesetzt werden muss. Das Ganze kann mit Bezahlung einhergehen:
Disney kann darauf bestehen, dass die Anwendung bei jedem Anschauen des
Films einen Dollar verlangt. Tatsächlich könnte sogar die Anwendung selbst
nur gemietet sein, und dies interessiert die Softwarefirmen natürlich
brennend. Die Möglichkeiten scheinen lediglich durch die Vorstellungskraft der
Marketingleute begrenzt zu sein.
5.)
Wozu können TCPA und Palladium noch verwendet werden?
TCPA kann auch zur Durchsetzung viel stärkerer Zugangskontrollen zu
vertraulichen Dokumenten verwendet werden. Eine Armee könnte
beispielsweise ihre Soldaten dazu veranlassen, nur Dokumente mit dem
Status "vertraulich" oder höher zu erstellen, und dass nur TCPA PCs, die vom
eigenen Geheimdienst zertifiert wurden, diese lesen können. Dies nennt man
"erzwungene Zugangskontrolle", und die Regierungen sind ganz scharf darauf.
Die Palladium-Ankündigung weist darauf hin, dass das Microsoft Produkt dies
unterstützen wird: man wird Word so konfigurieren können, dass es alle
Dokumente, die für eine gewisse Abteilung erstellt wurden so verschlüsselt,
dass sie nur für Anwender einer genau bestimmbaren Gruppe lesbar sind.
Firmen werden dies auch machen können, um das Ausplaudern von
Betriebsgeheimnissen zu unterbinden. Sie können festlegen, dass Dokumente
nur auf Firmen-PCs gelesen werden können, es sei denn, eine autorisierte
Person gäbe sie zur weiteren Verbreitung frei. Zudem könnten Zeitsperren
eingebaut werden: es könnte z.B. so arrangiert werden, dass alle E-Mails
automatisch nach 90 Tagen verschwinden, außer es würde jemand besondere
Anstrengungen zu deren Sicherung unternehmen. Man kann sich vorstellen,
wie nützlich das für Enron, Arthur Andersen oder Microsoft während des
Antitrust-Verfahrens gewesen wäre.
Die Mafia könnte dieselben Methoden nutzen: das Spreadsheet mit den
jüngsten Drogenlieferungen könnte nur auf von der Mafia anerkannten PCs
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gelesen werden und würde am Monatsende verschwinden. Das würde dem FBI
das Leben schwer machen - allerdings verhandelt Microsoft mit den
Regierungen, ob Polizei und Spione einen gewissen Zugriff auf
Generalschlüssel bekommen sollten. In jedem Fall aber wird jemand, der
einem Journalisten Firmendokumente zukommen lässt, wenig erreichen, da
der Fritz-Chip des Journalisten ein Entschlüsseln verhindern wird.
TCPA/Palladium scheint auch für elektronische Bezahlsysteme bestimmt zu
sein. Eine von Microsofts Visionen ist anscheinend, dass Funktionalität, die
derzeit noch auf Bankkarten aufbaut, in Software übertragen werden könnte,
sobald die Anwendungen gegen Manipulationen gesichert sind. Dies wird nötig
sein, wenn wir tatsächlich einer Zukunft entgegensehen sollten, in der wir für
Bücher, die wir lesen, und für Musik, die wir hören, einen gewisse Summe
Cent pro Minute oder Seite zahlen müssen. Auch wenn dieses Geschäftsmodell
nicht ankommen sollte - und dafür gibt es gute Gründe - so wird dies
sicherlich Probleme für die Anbieter anderer Online-Zahlungssysteme
aufwerfen inklusive möglicher Nebeneffekte für die Anwender.
Falls es in ca. 10 Jahren mühsam sein sollte, online per Kreditkarte zu
bezahlen, es sei denn, man verwendet die Palladium- Plattform, könnte dies
ein Menge Leute zur Akzeptanz des Systems bewegen.
6.)
Ok, es gibt also Gewinner und Verlierer - Disney macht den großen
Reibach und Smartcard-Anbieter gehen pleite. Aber sicherlich
investieren Microsoft und Intel Hunderte von Millionen Dollar nicht
aus reiner Barmherzigkeit? Wie wollen die damit Geld machen?
Meine Spione bei Intel sagten mir, Intel agiere aus der Defensive. Da sie den
Grossteil ihres Geldes durch Mikroprozessoren für PCs verdienen und damit
einen Grossteil des Marktes besetzen, kann die Firma nur durch Vergrößerung
des Marktes wachsen. Sie sind überzeugt, dass der PC im Zentrum des
künftigen Heimnetzwerkes stehen wird. Falls Unterhaltung die
Killeranwendung werden sollte und DRM die benötigte Technologie zu deren
Durchsetzung, dann muss der PC das DRM übernehmen oder riskieren, vom
Heimanwendermarkt zu verschwinden.
Microsoft wäre auch motiviert, jegliche Form der Unterhaltung in sein
Imperium aufzunehmen. Falls sich auch nur eins der beiden Systeme
verbreiten sollte, werden sie allein schon deswegen zu den zu den Gewinnern
gehören, weil sie dann die Möglichkeit haben, die Verbreitung von Raubkopien
ihrer Software dramatisch zu verringern. "Die Chinesen zum Bezahlen für
Software zu bewegen" war schon immer ein großes Ding für Bill; mit
Palladium kann er jeden PC an eine individuell lizensierte Kopie von Office
binden und mit TCPA jedes Motherboard an seine individuell lizensierte Kopie
von Windows. TCPA wird auch eine weltweite Blacklist mit Seriennummern
sämtlicher raubkopierter Officeversionen enthalten.
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Schließlich würde Microsoft es auch gerne verteuern, wenn jemand von ihren
Produkten (wie Office) auf Konkurrenzprodukte (wie OpenOffice) wechseln
möchte. Sie könnten so mehr verlangen, ohne dass die Anwender wechseln
würden.
7.)
Woher kam die Idee?
Zuerst tauchte sie in dem Aufsatz A Secure and Reliable Bootstrap
Architecture von Bill Arbaugh, Dave Farber and Jonathan Smith, im Rahmen
des IEEE Symposium on Security and Privacy (1997), Seiten 65-71 auf.
Daraus entstand das US Patent: "Secure and Reliable Bootstrap Architecture",
U.S. Patent No. 6,185,678, February 6th, 2001. Bills Gedanken entwickelte
sich aus seiner Arbeit an der Code-Signierung für die NSA im Jahre 1994. Die
Leute bei Microsoft haben Patentschutz für die das Betriebssystem
betreffenden Aspekte beantragt. Die Patentanträge gibt es hier und hier.
Es könnte allerdings eine Menge an Prior Art geben. Markus Kuhn schrieb
schon vor Jahren über einen TrustNo1 Processor, und die Grundidee, ein
sicherer "Referenzmonitor", der die Computerzugriffskontrollfunktionen
überwacht, geht mindestens auf einen Aufsatz zurück, den James Anderson
1972 für die USAF verfasst hat. Seitdem ist sie Merkmal sämtlicher
Überlegungen zu militärischen Sicherheitssystemen.
8.)
Was hat das mit der Seriennummer des Pentium III zu tun?
Mitte der 90er startete Intel ein früheres Programm, das bis zum Jahr 2000
die Funktionalität des Fritz-Chip in den Hauptprozessor oder den Cache
Controller integrieren sollte. Die Pentium Seriennummer war ein erster Schritt
auf diesem Weg. Die ablehnenden öffentlichen Reaktionen scheinen sie erst
zum Abwarten, dann zur Bildung eines Konsortiums mit Microsoft und anderen
und schließlich zu einem erneuten Anlauf mit vereinten Kräften gebracht zu
haben.
9.)
Woher kommt die Bezeichnung "Fritz-Chip"?
Der Name wurde zu Ehren des Senators von South Carolina - Fritz Hollings -
gewählt, der unermüdlich im Kongress daran arbeitet, TCPA als zwingend für
sämtliche Konsumelektronik vorzuschreiben.
10.) OK, die TCPA verhindert also, dass Jugendliche Musik abziehen und
hilft Firmen, ihre Interna vertraulich zu verwahren. Sie könnte auch
der Mafia nützen, außer das FBI bekommt eine Hintertür eingebaut,
wovon man ausgehen kann. Aber wer, abgesehen von Raubkopierern,
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Industriespionen und Aktivisten, könnte ein Problem damit haben?
Viele Firmen werden auf der Verliererseite stehen. Es sieht z.B. so aus, als
würde die europäische Smartcard-Industrie Schaden nehmen, da die
Funktionen ihrer Produkte in die Fritz-Chips von Laptops, PDAs und
Mobiltelefone der dritten Generation wandern werden. Tatsächlich wird sich
ein Grossteil der Informationssicherheitsindustrie Sorgen machen, wenn TCPA
zum großflächigen Einsatz kommt. Microsoft behauptet, dass Palladium Spam,
Viren und so ziemlich alles schädliche im Cyberspace stoppen wird - falls das
stimmt wird den Herstellern von Antivirensoftware, den Spammern, den
Spamfilter-Herstellern, den Firewall-Firmen und den Leuten aus dem Bereich
der Intrusion Detection die Butter vom Brot genommen.
Es gibt ernste Bedenken über die Nebeneffekte auf Informationsgüter- und
Diensteanbieter, besonders aber in bezug auf Innovationen, die
Geschwindigkeit von Unternehmensgründungen und die Wahrscheinlichkeit,
dass vorherrschende Unternehmen ihre Monopole festigen könnten. Die
Probleme, die sich für Innovationen ergeben, erläutert der bekannte Ökonom
Hal Varian in einer kürzlich erschienenen Kolummne in der New York Times.
Aber es gibt weit schwerwiegendere Probleme. Die fundamentale Gefahr ist,
dass wer auch immer den Fritz-Chip kontrolliert, über eine unheimliche Macht
verfügt. Der Besitz dieser Kontrollschnittstelle ist ungefähr so, als brächte
man alle dazu, die gleiche Bank, den gleichen Steuerberater oder den gleichen
Anwalt zu haben. Es gibt viele Möglichkeiten, diese Macht zu missbrauchen.
11.) Wie kann die TCPA missbraucht werden?
Eine Sorge gilt der Zensur. TCPA wurde von Anfang an so konzipiert, dass
damit eine zentrale Löschung von raubkopierten Inhalten möglich ist.
Raubkopierte Software wird erkannt und von Fritz deaktiviert, sobald man sie
lädt; aber was ist mit raubkopierter Musik und Filmen? Und wie könnte man
Lieder oder Filme, für die man bezahlt hat, auf den eigenen Zweit-PC
übertragen ohne sie auf dem anderen zu löschen? Die angedachte Lösung ist,
dass die Sicherheitsrichtlinien einer TCPA-konformen Anwendung, wie dem
Media Player oder Word, ferngesteuert über einen Server verwaltet werden,
der eine Liste mit unerlaubten Dateien unterhält.
Diese wird regelmäßig heruntergeladen und mit den Dateien, die die
Anwendung öffnet, verglichen. Die Löschung von Dateien kann dann anhand
des Inhaltes, ihrer Seriennummer oder zahlreicher anderer Kriterien erfolgen.
Die Idee dahinter ist nicht nur, dass wenn jeder in China die gleiche Kopie von
Office laufen hat, man diese Kopie auf jedem TCPA-konformen Rechner
deaktivieren kann; dies würde die Chinesen lediglich dazu bringen, normale
statt TCPA-konforme PCs einzusetzen. Zusätzlich sorgt man nämlich dafür,
dass weltweit jeder TCPA-konforme PC ein Öffnen von Dokumenten
verweigert, die mit dieser raubkopierten Version erstellt wurden.
http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html
16:16:27 02.01.2003TCPA/Palladium FAQ 1.0 - deutsch
Seite 9
Das allein ist schon schlimm genug, aber das Potenzial zum Missbrauch
erstreckt sich weit über das Ausstechen unliebsamer Mitbewerber und
ökonomische Kriegsführung, nämlich bis zur Zensur. Ich erwarte, dass diese
schrittweise kommen wird. Anfangs wird eine, mit guten Absichten
eingesetzte, Abteilung der Polizei damit beauftragt, pornographische Bilder
von Kindern oder Handbücher zur Sabotage von Bahntransporten zu
entfernen. Alle TCPA-konformen PCs werden diese Dateien löschen, oder
vielleicht erst nur melden. Dann wird ein Prozessanwalt im Falle einer
Verleumdungs- oder Copyrightklage eine gerichtliche Verfügung gegen das
auslösende Dokument durchsetzen; vielleicht werden die Scientologen
versuchen, das berühmte Fishman Affidavit auf die schwarze Liste zu
bekommen. Sobald Anwälte und Regierungen das Potenzial erkennen, wird
das Rinnsal zu einer Flut.
Nun begann das moderne Zeitalter erst damit, dass Gutenberg in Europa den
Buchdruck erfand, der es ermöglichte, Information zu bewahren und zu
verteilen, obwohl Fürsten und Bischöfe dies unterbinden wollten. Als z.B.
Wycliffe 1380 die Bibel ins Englische übersetzte, konnte seine antiklerikale
Lollarden-Bewegung noch leicht unterdrückt werden; als aber Tyndale 1524
das Neue Testament übersetzte, konnte er 50.000 Kopien drucken, bevor er
gefangen und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Die alte Ordnung in
Europa brach zusammen und das moderne Zeitalter begann. Gesellschaften,
die versuchten, Informationen zu kontrollieren verloren ihre
Wettbewerbsfähigkeit und mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion scheint
der liberale, demokratische Kapitalismus als Sieger dazustehen. Aber nun
bedrohen TCPA/Palladium die unbezahlbare Hinterlassenschaft Gutenbergs.
Elektronische Bücher sind angreifbar, sobald sie einmal veröffentlicht wurden;
die Gerichte können durchsetzen, dass sie "unveröffentlicht" werden, und die
TCPA-Infrastruktur wird die Drecksarbeit übernehmen.
Nach dem Versuch der Sowjetunion, alle Schreibmaschinen und Faxgeräte zu
registrieren und zu kontrollieren, versucht nun die TCPA, alle Computer zu
kontrollieren. Die Implikationen für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit
sind erschreckend.
12.) Erschreckende Aussichten. Aber kann man das nicht einfach
abstellen?
Sicher kann man das abstellen - außer natürlich der Systemadministrator
konfiguriert die Rechner so, dass TCPA zwangsweise läuft. Lässt man seinen
PC dagegen mit Administratorprivilegien laufen, kann man auch unsichere
Anwendungen benutzen. Aber selbst in diesem Modus kann man den Fritz-
Chip nicht dazu bringen, raubkopierte Software zu ignorieren. Selbst wenn der
Chip weiß, dass der Rechner in einem unsicheren Zustand bootet, wird er
immer noch überprüfen, ob sich das verwendete Betriebssystem auf der
schwarzen Liste befindet.
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Dies hat weitreichende Implikationen für die Souveränität einer Nation. Falls
Saddam dumm genug sein sollte, auf TCPA-konforme PCs umzusteigen, kann
die amerikanische Regierung beim nächsten Krieg gegen den Irak die
Windows-Lizenzen deaktivieren und somit die PCs. Das Booten des Rechners
im nicht vertrauenswürdigen Modus wäre dann sinnlos. Er müsste seine alten
Kopien von Windows 2000 ausgraben, zu GNU/Linux wechseln oder einen Weg
finden, den Fritz-Chip auf den Motherbards zu isolieren ohne sie zu zerstören.
Falls der US Präsident Sie persönlich nicht hasst, hätten Sie natürlich kein
Problem damit. Falls Sie aber TCPA ausschalten, werden die TCPA-konformen
Anwendungen nicht mehr oder nur eingeschränkt laufen. Das wäre wie ein
heutiger Wechsel von Windows zu Linux; man hat mehr Freiheit aber weniger
Auswahl. Falls die Anwendungen, die mit TCPA/Palladium laufen der Masse
attraktiver erscheinen, wären Sie letzten Endes dazu gezwungen dasselbe zu
tun - genauso wie viele Leute Microsoft Word benutzen müssen, weil ihre
Freunde und Kollegen ihnen Dokumente in diesem Format schicken.
Microsoft behauptet, dass Palladium im Gegensatz zu TCPA in der Version 1.0
vertrauenswürdige und nicht vertrauenswürdige Anwendungen zur gleichen
Zeit in verschiedenen Fenstern laufen lassen kann; dies wird es den Leuten
wahrscheinlich einfacher machen sich daran zu gewöhnen, Palladium
einzusetzen.
13.) Es geht hier also um wirtschaftliche Aspekte?
Exakt. Die größten Profite im Bereich der IT-Produkte und Dienstleistungen
gehen vornehmlich an jene Firmen, die eigene Plattformen (wie Windows oder
Word) etablieren und Kompatibilität mit diesen so kontrollieren können, dass
der Markt für ergänzende Produkte auch in ihrer Hand ist. Beispielsweise
benutzen einige Handyhersteller ein gewisses Authentifizierungsverfahren zur
Überprüfung ob der verwendete Akku ein Originalteil oder ein billiger Klon ist -
in diesem Fall würde das Telefon ein Aufladen verweigern, oder sogar den
Akku so schnell wie möglich entladen. Einige Drucker überprüfen die
Tonerkartuschen elektronisch, falls man ein billiges Konkurrenzprodukt
verwendet, schaltet der Drucker unauffällig von 1200 auf 300 dpi. Sonys
Playstation 2 nutzt ein ähnliches Authentifizierungsverfahren um sicher zu
gehen, dass Speicherkarten von Sony und nicht die eines Billiganbieters
verwendet werden.
TCPA scheint zur Maximierung dieses Effektes, und damit der ökonomischen
Marktmacht, konzipiert zu sein. Bedenkt man die zahlreichen strategischen
Kniffe Microsofts in der Vergangenheit, kann man davon ausgehen, dass
Palladium ihnen nützen wird. Wenn jemand also eine TCPA-konforme
Anwendung kontrolliert, kann der Richtlinienserver die eigenen Regeln dafür
durchsetzen, welche anderen Anwendungen die erstellten Dateien bearbeiten
dürfen. Die Dateien können durch starke Kryptographie verschlüsselt werden,
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die durch die Fritz-Chips in jedem Computer kontrolliert wird. Dies bedeutet,
dass eine TCPA-konforme Anwendung der Softwarefirma, die sie kontrolliert
viel mehr Geld einbringt, da sie den Zugang zu den Schnittstellen für jeden
Preis, den der Markt noch hergibt, vermieten kann.
Es wird also großen Druck auf Softwareentwickler geben, ihre Anwendung
TCPA-konform zu machen; und falls Palladium das erste Betriebssystem ist,
das TCPA unterstützt, wird dies ein Wettbewerbsvorteil gegenüber der
Entwicklergemeinde für GNU/Linux und MacOS sein.
14.) Moment mal, billigt das Gesetz es den Leuten nicht zu, Schnittstellen
für Kompatibilität durch Reverse Engineering zu erstellen?
Natürlich, und dies ist auch besonders wichtig für das Funktionieren des
Marktes für IT-Produkte und Dienstleistungen (siehe hierzu Samuelson and
Scotchmer, The Law and Economics of Reverse Engineering, Yale Law Journal,
Mai 2002, Seiten 1575-1663). Das Gesetz gibt einem zwar in den meisten
Fällen das Recht dazu, aber keine Möglichkeit, dies auch durchzusetzen. Zu
den Zeiten als Kompatibiltät noch das Herumfummeln mit Dateiformaten
bedeutete, gab es regelrechte Wettbewerbe - als Word und Word Perfect um
die Marktdominanz kämpften versuchte jeder, des anderen Formate zu lesen
und es möglichst schwer für ihn zu machen, die eigenen zu lesen. Wie dem
auch sei, mit TCPA ist das Spiel vorbei; ohne Zugriff auf die Schlüssel, oder
Möglichkeiten, den Fritz-Chip zu umgehen war's das dann.
Mitbewerber von den eigenen Anwendungsformaten auszuschließen war einer
der Gründe für die Gründung der TCPA (siehe hierzu ein Posting von Lucky
Green und seine Website Def Con für weitere Informationen). Es handelt sich
um eine Taktik, die auch außerhalb der Computerwelt um sich greift. Der
Kongress erregt sich derzeit über Autohersteller, die proprietäre Datenformate
nutzen, um ihre Kundschaft daran zu hindern, Reparaturen bei unabhängigen
Werkstätten erledigen zu lassen. Und die Jungs bei Microsoft sagen, sie wollen
Palladium überall haben, sogar in Uhren. Die ökonomischen Konsequenzen für
unabhängige Unternehmen sind bisher noch gar nicht absehbar.
15.) Kann TCPA nicht geknackt werden?
Die anfänglichen Versionen werden für jeden angreifbar sein, der genug
Werkzeuge und Geduld hat, die Hardware zu cracken (z.B., indem man den
unverschlüsselten Datenverkehr auf dem Bus zwischen der CPU und dem
Fritz-Chip abhört). Sobald aber der Fritz-Chip in Phase zwei in der CPU selbst
verschwindet, wird es viel schwieriger. Ernsthafte Gegner mit genügend
Kapital werden ihn auch dann noch cracken können. Es wird allerdings immer
schwieriger und teurer werden.
16.) Wie umfassend werden die allgemeinen ökonomischen Effekte sein?
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Zudem wird in vielen Ländern das Cracken des Fritz-Chips illegal sein. In den
USA sorgt bereits der Digital Millennium Copyright Act (DMCA) dafür, während
es in der EU von Land zu Land verschieden sein kann, je nachdem wie die EU
Copyright-Direktive in nationales Recht übertragen wird.
Zudem wird bereits in vielen Produkten die Kompatibilitätskontrolle willkürlich
mit der Copyrightkontrolle verbunden. So enthält der Authentifizierungschip
der Sony Playstation 2 zugleich auch den Algorithmus zur Entschlüsselung
(also zum Abspielen) der DVDs, so dass Leute, die Reverse Engineering
betreiben, für die Umgehung eines Copyright-Mechanismus nach dem DMCA
belangt werden können. Die Situation wird wahrscheinlich ziemlich heikel -
und dies wird große Firmen mit entsprechend budgetierten Rechtsabteilungen
begünstigen.
Die Medienindustrie wird ihren Anteil durch die Verhinderung von Raubkopien
machen - rechnen Sie damit, dass Sir Mick Jagger noch ein bisschen reicher
wird. Ich erwarte allerdings, dass sich die wichtigsten ökonomischen Effekte in
einer Stärkung der Position von Informationsinhabern- und Dienstleistern auf
Kosten neuer Marktteilnehmer äußern werden. Dies mag den Marktwert von
Firmen wie Intel, Microsoft und IBM steigern - aber dies zu Lasten von
Innovation und Wachstum.
Eric von Hippel schreibt, dass die meisten Innovationen, die das ökonomische
Wachstum anregen, nicht von den Herstellern der Plattformen, auf denen sie
basieren, vorhergesehen wurden; zudem verstärkt sich ein technologischer
Wandel im Markt der IT-Produkte und Dienstleistungen meistens gegenseitig.
Gibt man den Platzhirschen die Möglichkeit, andere am Entwickeln neuer
Einsatzmöglichkeiten für ihre Produkte zu hindern, so wird dies viele Nachteile
und kranke Ideen mit sich bringen.
TCPA/Palladium repräsentiert eine Zusammenballung großer ökonomischer
Macht, die großen Firmen gegenüber kleinen nutzen wird; ähnlich den
Autoherstellern, die Autobesitzer dazu zwingen, Inspektionen nur bei
autorisierten Werkstätten machen zu lassen, werden Palladium-konforme
Anwendungen es den großen Firmen ermöglichen, neben den Gewinnen aus
ihrem Kerngeschäft noch Einnahmen aus den nachgelagerten Märkten
abzuschöpfen. Da der Großteil der Angestelltenzuwächse im mittelständischen
Sektor entsteht, könnte dies Konsequenzen für die Arbeitsmärkte haben.
Zudem könnten regionale Effekte auftreten. Beispielsweise haben
Subventionen die europäische Smartcard-Industrie gestärkt und dabei andere
innovative Technologien in der EU an den Rand gedrängt. Altgediente
Industrielle mit denen ich gesprochen habe, erwarten einen Einbruch der
Smartcard-Verkäufe, sobald in der zweiten Phase der TCPA die Fritz-
Funktionalität in die CPU integriert wird. Gewisse Insider aus TCPA-Firmen
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haben mir gegenüber zugegeben, dass die Verdrängung der Smartcards vom
Markt der Authentifizierungsmodelle eins ihrer Geschäftsziele ist. Viele
Einsatzmöglichkeiten, die Smartcard Hersteller für ihre Produkte vorsehen
werden stattdessen von den Fritz-Chips in Laptops, PDAs und Handys
übernommen. Falls dieser Industriezweig von der TCPA erledigt wird, könnte
Europa ein großer Nettoverlust entstehen. Andere große Bereiche der
Informationssicherheitsbranche könnten als Verluste abgeschrieben werden.
17.) Wer wird noch verlieren?
In vielen Bereichen wird es zu Umwälzungen der Geschäftsprozesse kommen
mit denen sich Copyright-Inhaber neue Gewinnmöglichkeiten eröffnen. Ich
selbst habe z.B. kürzlich beantragt, unser brachliegendes Ackerland in einen
Garten umzuwandeln; dazu mussten wir in unserer Verwaltung sechs Kopien
einer Karte des Feldes im Maßstab 1:1250 vorlegen. Früher besorgte man sich
für so was einfach eine Karte aus der öffentlichen Bücherei und kopierte sie.
Nun liegen die Karten auf einem Server der Bücherei, inklusive Copyright-
Schutz, und man kann maximal vier Kopien eines Dokumentes bekommen.
Als Individuum kann ich so was einfach umgehen, indem ich heute vier Kopien
kaufe und einen Freund morgen für die anderen beiden vorbeischicke. Aber
Unternehmen, die viel mit Karten arbeiten, stehen am Ende da und müssen
viel mehr Geld an die Kartenfirmen bezahlen. Das hört sich nach einem
kleinem Problem an; multipliziert man das Ganze aber tausendfach, bekommt
man einen Eindruck von den Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. Der
Nettotransfer von Einkommen und Vermögen wird wahrscheinlich erneut von
kleinen zu großen und von neuen zu alten Firmen stattfinden.
Dies erzeugt hoffentlich politischen Widerstand. Ein wohlbekannter englischer
Copyright-Anwalt sagte, das Copyright würde nur deswegen toleriert, weil es
nicht gegen die große Masse der unbedeutenden Copyrightverletzer
durchgesetzt werde. Es wird allerdings ein paar sehr auffällige Pechvögel
geben. So wie ich das sehe, werden die für später dieses Jahr in England
anstehenden Copyright-Regelungen die Blinden daran hindern, ihre
Spezialsoftware nach dem Prinzip des Fair-Use zum Lesen von E-Books zu
entfremden. Normalerweise wäre ein solcher bürokratischer Schwachsinn
ziemlich egal, da ihn die Leute ignorieren würden, und die Polizei wäre clever
genug, nicht jeden zu verfolgen. Falls aber die Copyright-Regelungen mittels
Hardwareschutzmechanismen durchgesetzt werden, die nur mit großem
Aufwand geknackt werden können, dann werden die Blinden als die großen
Verlierer dastehen. Viele andere Minderheiten sind ähnlichen Bedrohungen
ausgesetzt.
18.) Autsch. Was noch?
TCPA wird die General Public License (GPL) untergraben, unter der viele freie
und offene Software vertrieben wird. Die GPL verhindert, dass private
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Unternehmen die Früchte gemeinsamer freiwilliger Arbeit zu Profitzwecken
einsacken können. Jeder kann die unter dieser Lizenz vertriebene Software
verwenden oder modifizieren, solange man bei der Verteilung dieser
veränderten Versionen auch den Quellcode mitgibt, so dass andere wiederum
Änderungen an diesem Code vornehmen können.
Wenigstens zwei Firmen haben bisher mit der Arbeit an TCPA-erweiterten
Versionen von GNU/Linux begonnen. Dies umfasst eine Bereinigung des Codes
und das Entfernen einiger Features. Zum Erhalt eines Zertifikates durch das
TCPA Konsortium muß der Sponsor den beschnittenen Code an ein Labor zu
Testzwecken übergeben, ergänzt um einen Haufen Dokumentation, warum
verschiedene bekannte Angriffe auf den Code nicht funktionieren würden. Die
Bewertung erfolgt auf Stufe E3 - teuer genug, um die Gemeinschaft freier
Softwareentwickler draußen zu halten, aber noch billig genug für die meisten
kommerziellen Softwarehersteller, ihren lausigen Code durchzubekommen.
Obwohl diese Software hinterher von der GPL gedeckt und der Quellcode für
jeden zugänglich sein wird, ist die ganze Palette an TCPA-Features erst dann
aktivierbar, wenn man ein, für den eigenen Rechner gültiges, Zertifikat
erworben hat. Dies wird man bezahlen müssen, wenn nicht zu Anfang dann
sicherlich später.
Man wird zwar noch die Möglichkeit haben, den geänderten Code selber auch
noch mal zu verändern, allerdings wird man dann kein Zertifikat erhalten, das
vollen Zugriff auf das TCPA-Subsystem ermöglicht. Ähnliches gilt für die
Linuxvariante, die Sony für die Playstation 2 anbietet; der
Kopierschutzmechanismus der Konsole verhindert sowohl, dass man ein
alternatives Linux Binary laufen lässt, als auch die Nutzung einiger Hardware
Features. Selbst wenn ein Philantrop ein sicheres unkommerzielles GNU/
Linux-System entwickelt, wäre das keine GPL-Version eines TCPA
Betriebssystems, sondern lediglich ein proprietäres Betriebssystem, das er
kostenfrei verteilen würde. Es würde sich weiterhin die Frage stellen, wer für
die Anwenderzertifikate aufkommt.
Die Leute waren überzeugt, dass es unmöglich für ein Unternehmen sein
würde, gemeinschaftlich entwickelten Code einfach zu stehlen. Das war für
viele der Grund, in ihrer Freizeit freie Software zum Nutzen aller zu
entwickeln. Die TCPA wird dies aber ändern. Sobald der Großteil der PCs auf
dem Markt TCPA-konform ist, wird die GPL nicht mehr so funktionieren, wie
sie gedacht war. Der Hauptnutzen für Microsoft ist nicht der, das freie
Software damit zerstört wird. Es geht vielmehr darum, dass die Menschen
erkennen werden, dass sogar Software unter der GPL zu kommerziellen
Zwecken zweckentfremdet werden kann, woraufhin idealistische junge
Programmierer viel weniger motiviert sind, freie Software zu schreiben.
19.) Ich kann mir gut vorstellen, dass mancher sich darüber aufregen
wird.
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Es gibt da noch viele andere politische Probleme - die Transparenz der
Verarbeitung persönlicher Daten, die in der EU Richtlinie zum persönlichen
Datenschutz festgelegt ist; das Problem der nationalen Souveränität, ob
Copyright-Regelungen von den Nationalparlamenten, wie derzeit üblich, oder
von Firmen in Portland oder Redmond festgelegt werden; ob Microsoft TCPA
zum Ausschalten von Apache benutzt; und ob die Leute sich mit dem
Gedanken anfreunden können, dass ihr PC tatsächlich unter externer Kontrolle
steht - Kontrolle, derer sich Gerichte oder Regierungsorgane ohne ihr Wissen
bemächtigen könnten.
20.) Moment mal, ist die TCPA entsprechend dem Antitrust-Gesetz nicht
illegal?
Intel hat eine "Plattformführerschaft"-Strategie ausgefeilt, in der sie die
Anstrengungen der Industrie bündeln, Technologien zu entwickeln, die den PC
nützlicher machen. Intels Verfahrensweise beschreiben Gawer und Cusumano
in ihrem Buch. Intel gründet ein Konsortium zur Verteilung der
Entwicklungsarbeit an der Technologie, wobei die Gründungsmitglieder einige
ihrer Patente mit einbringen, veröffentlicht Standards und lizensiert diese
Technologie, sobald das ganze einmal ins Rollen gekommen ist, an
Lizenznehmer die ihrerseits alle kollidierenden Patente kostenlos an alle
Konsorten lizensieren müssen.
Als positiver Aspekt dieser Strategie lässt sich das Wachstum auf dem PC
Markt ansehen; der Nachteil ist, dass so jeglicher Mitbewerber daran
gehindert wird, eine starke Position mit jeglicher Technologie zu erreichen, die
Intels Dominanz über PC Hardware bedroht hätte. Deshalb konnte Intel es
sich nicht erlauben, IBM den Microchannel Bus durchsetzen zu lassen; nicht
nur als konkurrierender Kern der PC Architektur sondern auch, weil IBM kein
Interesse daran hatte, die Bandbreite zur Verfügung zu stellen, die ein
Konkurrieren mit High-End-Systemen ermöglicht hätte. Strategisch
betrachtet, gleicht dieser Effekt der alten römischen Praxis, alle Hütten und
Wälder im näheren Umkreis ihrer Burgen zu zerstören. Keine konkurrierende
Architektur ist nahe Intels Plattform erlaubt; alles muss vereinheitlicht
werden. Dies aber schön, ordentlich und wohl-reguliert: Schnittstellen sollten
"offen aber nicht frei" sein.
Der Konsortium-Ansatz hat sich zu einer sehr effektiven Methode, die
Antitrust-Gesetzgebung zu umgehen entwickelt. Bisher scheint sich die
Obrigkeit nicht allzu viele Sorgen über solche Konsortien zu machen - so lange
wie die Standards für alle Firmen offen und zugänglich sind. Sie sollte
vielleicht ein bisschen cleverer werden.
Sollte Fritz Hollings sein Gesetz durch den Kongress bekommen wird TCPA
natürlich zwingend vorgeschrieben und das Antitrust Problem wäre dann vom
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Tisch, zumindest in Amerika. Bleibt zu hoffen, dass die Europäer mehr
Rückgrat beweisen.
21.) Wann wird es losgehen?
Es hat bereits angefangen, die Spezifikation wurde 2000 veröffentlicht. Atmel
verkauft bereits einen Fritz-Chip und obwohl man selbst ein non-disclosure
agreement unterschreiben muß um an die Daten zu kommen, kann man seit
Mai 2002 bereits eine Implementation in den Laptops der IBM Thinkpad Serie
erwerben. Einige der bereits in Windows XP und der X-Box vorhandenen
Features sind bereits TCPA-konform: wenn man z.B. die Hardware-
Konfiguration seines PCs wesentlich ändert, muß man seine XP-Installation
wieder in Redmond aktivieren. Zudem arbeitet Microsoft bereits seit Windows
2000 daran, alle Treiber zu zertifizieren; XP beschwert sich, sobald man einen
unbekannten Treiber installiert. Das Interesse der US Regierung am
technischen Standardisierungsprozess nimmt bereits zu. Der Zug ist schon in
Bewegung.
Die Zeitplanung für Palladium ist derzeit weniger gewiss. Momentan scheint
ein Machtkampf zwischen Microsoft und Intel stattzufinden; Palladium wird
auch auf konkurrierender Hardware, wie der von Wave Systems, laufen und
Anwendungen, die auf der ersten Version von TCPA aufsetzen sollen, müssen
für Palladium umgeschrieben werden. Das Spielchen läuft wohl darauf hinaus,
dass Microsoft allein die sichere Computerplattform der Zukunft kontrollieren
will. Andererseits könnte dies eine Taktik sein, mit der andere Firmen davon
abgehalten werden sollen, auf TCPA basierende Softwareplattformen zu
entwickeln.
Intel und AMD planen anscheinend die kostenlose Implementation der 2.
Generation von TCPA Funktionalität in ihre Prozessoren. Dies könnte größere
Sicherheit bedeuten, zudem aber auch, dass sie und nicht Microsoft die
Entwicklung kontrollieren würden. Palladium wurde über einen Monat,
nachdem ich auf der am 20. Juni stattfindenden Open Source Software
Economics Konferenz ein Papier vorstellte, angekündigt. Dieser Aufsatz
kritisierte die TCPA als wettbewerbshindernd, was sich durch die
Veröffentlichungen in letzter Zeit ja mehr als bestätigt hat.
22.) Was ist TORA BORA?
Das scheint ein interner Witz bei Microsoft zu sein, siehe hierzu die
Ankündigung von Palladium. Die Idee ist, dass eine Trusted Operating Root
Architecture ("vertrauenswürdige Systemarchitektur", also Palladium) den
Break Once Run Anywhere-Ansatz ("einmal geknackt läuft es überall")
vereiteln würde; dies bedeutet, dass ein Inhalt nur ein einziges Mal geknackt
werden muß, um danach von jedem im Netz verteilt werden zu können.
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Seither scheint ihnen aufgefallen zu sein, dass dieser Witz schlechten
Geschmack beweist. Bei meinem Gespräch mit Microsoft Research am 10. Juli
lautete der geänderte Slogan BORE-Widerstand wobei BORE für Break Once
Run Everywhere steht.
Übrigens bezeichnete der Sprecher das Einfügen von Wasserzeichen zu
Copyrightzwecken als "Inhaltskontrolle", ein Begriff, der bisher im
Zusammenhang mit dem Schutz Jugendlicher vor Pornographie verwendet
wurde: die Marketingmaschine läuft anscheinend auf vollen Touren, um neue
Euphemismen auszubrüten! Er teilte uns zudem mit, dass es nur auf
vertrauenswürdigen Betriebssystemen laufen würde. Als ich ihn fragte, ob dies
dazu diene, Linux loszuwerden, antwortete er, die Linuxanwender müssten
dazu gebracht werden, Inhaltskontrolle anzuwenden.
23.) Aber ist ein sicherer PC nicht eine tolle Sache?
Die Frage ist: sicher für wen? Man kann es begrüßen, sich keine Sorgen
wegen Viren machen zu müssen, aber weder TCPA noch Palladium werden das
hinbekommen: Viren nutzen es aus, dass Softwareanwendungen (wie
Microsoft Office und Outlook) Scripting verwenden. Man kann sich über Spam
ärgern, aber der wird auch nicht aufhören. Microsoft weißt zwar darauf hin,
dass man dies durch Filtern aller unsignierter Mails erreichen kann - aber die
Spammer werden einfach auch TCPA PCs verwenden. Man würde also besser
fahren, indem man sein aktuelles Mailprogramm so konfiguriert, dass Mail von
Unbekannten in einen bestimmten Ordner verschoben wird, den man einmal
pro Tag überfliegt. Man könnte sich Sorgen um seine Privatsphäre machen
aber weder TCPA noch Palladium werden diese schützen; so ziemlich alle
Verletzungen der Privatsphäre resultieren aus dem Missbrauch autorisierten
Zugriffes, für den man sich die Zustimmung erzwungen hat.
Nur weil man plötzlich einen "sicheren" PC einsetzt, wird die
Krankenversicherung jedenfalls nicht damit aufhören, die Zustimmung des
Versicherungsnehmers zu verlangen, seine private Daten weiterhin dem
Arbeitgeber oder jedem sonst, der dafür zu zahlen bereit ist, verkaufen zu
dürfen. Im Gegenteil, sie werden sie sogar noch an viel mehr Leute
verkaufen, da die Computer dann ja "vertrauenswürdig" sein werden.
Ökonomen haben festgestellt, dass die Herstellung "grüner" Produkte oft die
Verschmutzung erhöht, weil Menschen lieber grün als weniger kaufen; wir
werden wahrscheinlich das Äquivalent einer sogenannten "social choice trap"
im Bereich der IT-Sicherheit erleben. Dazu kommt noch, dass TCPA durch
Erweiterung und Festigung der Monopole die Preisdiskriminierung vorantreibt
und so auch die Verwendung persönlicher Daten zur Profilerstellung.
Die bisher wohlmeinendste Sichtweise legte ein Microsoftforscher dar: es gibt
ein paar Anwendungen, für die man die Anwendungsmöglichkeiten der
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Benutzer beschränken möchte. Man möchte beispielsweise sichergehen, dass
ein Besitzer den Tachometer nicht manipulieren kann, wenn er sein Auto
weiterverkaufen will. Ähnlich ist es, wenn man DRM einsetzen will, man muß
den Nutzer als den Feind betrachten.
Denkt man in diesen Kategorien, so bieten TCPA und Palladium keine
Sicherheit für den Benutzer sondern für PC Hersteller, Softwareanbieter und
die Contentindustrie. Sie bieten keinen Mehrwert für den Benutzer sondern
zerstören ihn. Sie schränken die Anwendungsmöglichkeiten für den PC ein und
ermöglichen es so den Serviceanbietern, mehr Geld von einem abzuschöpfen.
Dies ist die klassische Definition eines Kartells - eine Vereinbarung der
Industrie, die die Handelsbedingungen so verändert, dass die
Konsumentenrente verringert wird.
Zweifellos wird Palladium in ein Bündel neuer Features verpackt, die das Paket
kurzfristig als lohnend erscheinen lassen, aber die langfristigen ökonomischen,
sozialen und legalen Folgen geben Anlaß zu ernsthaften Bedenken.
24.) Warum spricht man dann vom "vertrauenswürdigen
Computereinsatz"? Ich wüßte nicht, was daran vertrauenswürdig ist!
Das ist eigentlich ein Insiderwitz. Das US Verteidigungsministerium versteht
unter einem "vertrauenswürdigen" System ein solches, das "die
Sicherheitsrichtlinien durchbrechen kann". Dies klingt erst mal
widersprüchlich, aber wenn man darüber nachdenkt, wird es einem klar. Der
gesicherte Mailserver oder die Firewall, die zwischen einem geheimen und
einem streng geheimen System stehen, können - falls sie überwunden werden
- die gesamten Sicherheitsrichtlinien untergraben, die besagen, dass die Mail
immer nur vom geheimen zum streng geheimen System aber nie in die
andere Richtung gehen soll. Sie werden daher als vertauenswürdig
angesehen, die Richtlinie zum Informationsfluss durchzusetzen.
Oder nehmen wir ein ziviles Beispiel: nehmen wir an, sie vertrauen darauf,
dass ihr Arzt ihre Krankenakte unter Verschluss hält. Dies bedeutet, dass er
Zugang zu ihren Daten hat und sie an die Presse weitergeben könnte, wenn er
sorglos oder boshaft wäre. Sie vertrauen mir ihre Akten nicht an, denn ich
habe sie nicht; egal ob ich sie mag oder hasse, ich könnte nichts tun, um zu
erreichen, dass ihre Daten veröffentlicht würden. Ihr Arzt kann das aber; und
die Tatsache, dass er in einer Position ist, ihnen Schaden zuzufügen, ist genau
was (auf Systemebene) damit gemeint ist, wenn sie sagen, dass sie ihm
vertrauen. Sie könnten bei ihm ein gutes Gefühl haben, oder vielleicht
müssten sie ihm einfach nur deswegen vertrauen, weil er der einzige Arzt auf
ihrer Insel ist. Es ist völlig egal, die Definition von "Vertrauen" des US
Verteidigungsministeriums wischt all diese unklaren, emotionalen Aspekte, die
Menschen bei diesem Begriff verwirren könnten, beiseite.
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Man erinnere sich an Al Gores Vorschlag Ende der neunziger Jahre, in denen
über Regierungskontrolle der Kryptographie diskutiert wurde, zur Einsetzung
eines "vertrauenswürdigen Dritten" - eine Institution die einen Zweitschlüssel
sicher aufbewahren sollte, für den Fall, dass FBI oder NSA ihn brauchen
würde. Die Bezeichnung wurde genauso als Marketinggag verlacht wie der
Name "Demokratische Republik" für die ostdeutsche Kolonie Rußlands. Dies ist
im Einklang mit der Denkweise des US Verteidigungsministeriums. Ein
vertrauenswürdiger Dritter ist jemand, der meine Sicherheitsrichtlinien
umgehen kann.
25.) Ein "vertrauenswürdiger Computer" ist also einer, der meine
Sicherheit untergräbt?
Nun haben Sie's kapiert!
Anhang
Logs des heise-Chat zum Thema TCPA und Palladium - Fluch oder
Segen? vom 20.12.02. Besonders lustig, wie der M$-Mann Palladium
Fähigkeiten zuschreibt, die in der offiziellen M$-FAQ zu diesem Thema
schon längst als nicht realisierbar eingestanden werden, z.B. der nicht
gegebene Schutz vor Viren.
Podium: http://www.heise.de/chat/archiv/02/12/20/archiv.shtml
User: http://www.heise.de/chat/archiv/02/12/20/user.shtml
Unterhaltsame und sehr informative Sendung des Chaos Computer Clubs
über TCPA und die Folgen in der Hörer-Talk Sendung BLUE MOON vom
27.11.02 bei Fritz, inkl. Hörerkommentaren.
ftp://ftp2.ccc.de/pub/chaosradio/cr78/chaosradio_78.ogg 77 MB (kodiert
mit Ogg Vorbis)
ftp://ftp2.ccc.de/pub/chaosradio/cr78/chaosradio_78.mp3 169 MB
(kodiert als mp3)
Interessanter c't-Artikel über "Urheberschutz, 'Geistiges Eigentum' und
die Rechteverwerter", der illustriert, wofür man eigentlich TCPA/
Palladium eingesetzt sehen will.
http://www.heise.de/ct/02/24/108/
Die vernichtende Demontage der Microsoft FUD-Doktrin (Fear,
Uncertainty, Doubt) durch den peruanischen Kongreßabgeordneten Dr.
Edgar David Villanueva Nuñez im Zuge seines Gesetzesentwurfs für
"Freie Software in der öffentlichen Verwaltung"
http://pimientolinux.com/peru2ms/villanueva_to_ms_de.html
http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html
16:16:27 02.01.2003TCPA/Palladium FAQ 1.0 - deutsch
Seite 20
© 2002 by Moon - Korrekturvorschläge erwünscht
http://moon.hipjoint.de/tcpa-palladium-faq-de.html
16:16:27 02.01.2003


Gruß
D-Marker

Hanlons razor

Martin @, Montag, 11.06.2018, 21:44 vor 727 Tagen @ D-Marker 2016 Views

Selbstverständlich kann man davon ausgehen, dass gemacht wird was machbar ist.

Der vorliegende Fall sieht aber nicht so aus, als müsse er im Fokus von Geheimdiensten u.a stehen, also gehe ich davon aus, dass es sich um keine besondere Aktion von google handelt. Die Löschung wäre ja kein Geheimnis (wie heimliches Abhören), sondern sie ist offensichtlich, google müsste also damit rechnen, dass nachgefragt wird, und dass sie eine rechtskonforme Begründung geben müssen.

Emails konnten schon immer entschlüsselt werden, sofern kein One-Time-Pad verwendet wurde

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 12.06.2018, 11:05 vor 726 Tagen @ Martin 1869 Views

Gegen Abhören durch 'Dienste' dürften wir kaum geschützt sein. Vor
Kurzem wurde m.W. auch die email-Verschlüsselung geknackt, also die
vermeintlich sichere email.

Es war immer nur eine Frage des Rechenaufwands der Geheimdienste. Da lag bisher der Zeitaufwand bei mehreren tausend Jahren. Werden die Jungs besser, dann nehmen wir einfach längere Schlüssel. [[freude]]

--
[image]
** Geliefert wie bestellt! **

gmx filtert E-Mails

Zürichsee @, Montag, 11.06.2018, 21:54 vor 727 Tagen @ Lateralus 2506 Views

Das habe ich selbst so erlebt.

Ich wollte eine E-Mail an meine Tochter senden. Im Betreff habe ich
ein Wort geschrieben, das gmx nicht geduldet hat. Da wurde der
Senden-Button automatisch inaktiv. Sobald ich den Betreff in einen
unauffälligen Text geändert habe - welch ein Wunder - der Senden-Button
wurde wieder aktiv. Das war kein Zufall, denn ich habe nochmals eine
E-Mail mit dem nicht genehmen Wort geschrieben. Genau das gleiche Spiel.

Also kein Zufall, sondern voll absichtlich. Ach ja, vielleicht interessiert
euch das verdächtige Wort. Wir hatten ja eine Abstimmung über die Pensionskassen.
Und da hatte ich das Wort "Rentenklau" im Betreff. Und zu guter Letzt,
nach der Abstimmung habe ich nochmals im Betreff das Wort "Rentenklau"
benutzt. Meine Erstaunen war gross, ich konnte die E-Mail wieder versenden.

So werden Meinungen und deren Verbreitung zensuriert. Vielleicht hat da
eine grössere Pensionskasse bei gmx angeklopft und darum "gebeten",
solche E-Mails zu filtern.

LG Zürichsee

Schade, dass Du den Fall wohl nicht dokumentiert hast

Martin @, Dienstag, 12.06.2018, 06:24 vor 726 Tagen @ Zürichsee 2095 Views

Mal kurz gegoogelt: 'Rentenklau' war wohl ein etablierter 'Kampfbegriff' in der Öffentlichkeit.

Hattest Du den Begriff auch im inhaltlichen Teil benutzt?

Rentenklau

Zürichsee @, Dienstag, 12.06.2018, 08:59 vor 726 Tagen @ Martin 2085 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 12.06.2018, 09:26

Mal kurz gegoogelt: 'Rentenklau' war wohl ein etablierter 'Kampfbegriff' in
der Öffentlichkeit.

Hattest Du den Begriff auch im inhaltlichen Teil benutzt?

Hallo Martin

Ich habe nachgeschaut und den Begriff "Rentenklau" habe ich
auch im Text benutzt.

Und wenn es dich interessiert, damals wurden die verschiedenen
Medien stark unter Druck gesetzt. Hier die Einleitung, die ich
damals an meine Tochter geschickt habe:

Ich habe dir doch vor ein paar Tagen einen Link geschickt,
da wurde in der Aargauer Zeitung über den Rentenklau berichtet.
Dieser Link war am nächsten Tag tot. Hat da vielleicht eine
grössere Pensionskasse gedroht, dass es keine Inserate mehr gibt?

Heute habe ich weiter recherchiert und gefunden, dass auch in den
20minuten und im Tagesanzeiger ein Bericht veröffentlicht wurde.
Auch diese beiden Artikel sind am gleichen Tag gelöscht worden.

Wie du vielleicht weisst, das Internet vergisst nie.
Dazu gibt es die WayBackMaschine. Diese macht jeden Tag von
unzähligen geänderten Internetseiten eine Kopie.

Nur soviel zu unseren neutralen und unbestechlichen Medien.

LG Zürichsee

Haben andere ähnliche Erfahrungen gemacht?

Martin @, Dienstag, 12.06.2018, 12:26 vor 726 Tagen @ Zürichsee 1895 Views

gmx hat nach dieser Beobachtung den Versand der email verweigert

Kriterium: Ein Begriff im Betreff. Nach Änderung des Begriffs kann email versandt werden.

Begriffe im Inhalt der Mail haben keinen Einfluss.

Spätestens seit 911 sind wir im Krieg

NST ⌂ @, Südthailand, Dienstag, 12.06.2018, 07:21 vor 726 Tagen @ Lateralus 2161 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 12.06.2018, 07:30

Hallo,

jeglicher Datenverkehr wird gescannt - dafür gibt es ja das Internet. Bezahlen tun das die User selbst, über diverse Gebühren und Kauf der Endgeräte etc. Als Bonus gibt es Pornos und jede Menge Daten frei Haus.

Mehr als die Hälfte des Lebens kann man zwischenzeitlich über das Internet organisieren - betreut ihm Hintergrund durch allerlei Aufpasser die einem als Helfer präsentiert werden. Die hippsten Jungen bezeichnen sich als -Digitale Nomaden - und haben ein Online Business. Sie arbeiten meistens mit Onlinetools von Google, betreiben Websites und bieten Webinars an die nichts oder nur wenig kosten. Sie brauchen kein Büro, keinen dauerhaften Aufenthaltsort und bemühen sich dem Finanzamt ein Schnippchen zu schlagen. Sie sehen sich als selbständige Unternehmer an.[[top]]

Meistens tingeln sie mit Touristenvisa durch die Länder, ein Nomadenleben wie sie glauben. Sie fühlen sich relativ unbeobachtet, frei und leben gerne vegan und entwickeln ihr Bewusstsein. Die "work life balance" steht ganz oben auf ihrer Bedürfnisliste. Sie hinterlassen auf ihrem Weg um die Welt, jede Menge privater Daten, in der Summe weit mehr als ein klassischer Tourist.

Big Brother liebt diesen Lebensstiel. Er versorgt sie mit allem was sie brauchen. Ihm entgeht nichts mehr, denn alles wird immer zuerst bei ihm bestellt oder abgeliefert. Für die Sesshaften gibt es dafür einen schon ziemlich abgedroschenen Begriff: Demokratie, dort ist das Datensammeln noch etwas aufwendiger, weil die Digitalisierung in D im Vergleich z.B. mit Asien oder den alten Indianergebieten noch unterentwickelt ist. Keine Angst, daran wird gearbeitet.
Gruss

--
Buntschland bald platt?
Mir doch egal, solange mein Geld aus dem Bankomaten, mein Strom aus der Dose, mein WiFi aus der Luft, mein Wasser aus dem Hahn und meine Fressalien auf den Tisch kommen! [[freude]] ©n0by
Seit 2020 Facebook Mitarbeiter+Forentroll

Kann es sein, daß du ein wenig angefressen bist?

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 12.06.2018, 11:24 vor 726 Tagen @ NST 1975 Views

[[zwinker]]

Kein Wunder, müssen sich diese "Nomaden" doch auch nicht mit einem mühsamen Arbeits- und Aufenthaltsrecht mancher Länder rumschlagen.

Grüße

--
[image]
** Geliefert wie bestellt! **

Kann nur dringend Posteo.de empfehlen

Naclador @, Göttingen, Dienstag, 12.06.2018, 08:49 vor 726 Tagen @ Lateralus 2249 Views

Lasst Eure Emails nicht bei Google und Konsorten. Geht zu Posteo. Die können Eure Mails nicht zensieren, weil sie sie nicht mal lesen können, jedenfalls wenn Ihr es richtig macht und Euer gesamtes Postfach verschlüsselt. Sie erheben auch keine Stammdaten, Ihr braucht keinen Namen anzugeben, keine Adresse, nichts. Kostet 12 € im Jahr.

Grüß,
Naclador

--
Hanlon's Razor: "Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity."
Naclador's Corrolary: "Recognize when stupidity is not an adequate explanation."

Die 12 Euro liefere ich dann jedes Jahr in einem verschlossenen Briefkuvert am Hintereingang ab,

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 12.06.2018, 11:22 vor 726 Tagen @ Naclador 2105 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 12.06.2018, 11:28

Kappe tief ins Gesicht gezogen, mit undurchlässiger Sonnenbrille, damit niemand etwas erkennen kann. Oder ich beauftrage den Drogendealer um die Ecke, den Betrag für mich anonym abzuliefern.

Sie erheben auch keine Stammdaten, Ihr braucht keinen Namen

anzugeben, keine Adresse, nichts. Kostet 12 € im Jahr.

Sobald irgendeine Banküberweisung stattfindet, ist das bis in alle Ewigkeit incl. der Identität des Kontoinhabers nachvollziehbar.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Nach meinem Geschmack völlig unnötige "Mantel und Degen"-Romantik

FOX-NEWS @, fair and balanced, Dienstag, 12.06.2018, 13:14 vor 726 Tagen @ Mephistopheles 2029 Views

Sobald irgendeine Banküberweisung stattfindet, ist das bis in alle
Ewigkeit incl. der Identität des Kontoinhabers nachvollziehbar.

Deine IP ist bei jedem SMTP/POP3/IMAP-Zugriff auf diesen Mail-Provider nachweisbar. Auch TOR nützt nichts, wenn der Datenverkehr vor deinem TOR-Koten (also beim Inet-Provider) abgeschnorchelt wird. [[freude]]

Grüße

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[image]
** Geliefert wie bestellt! **

Falsches Ende

Ikonoklast @, Dienstag, 12.06.2018, 13:33 vor 726 Tagen @ FOX-NEWS 1998 Views

Auch TOR nützt nichts, wenn der Datenverkehr vor deinem
TOR-Koten (also beim Inet-Provider) abgeschnorchelt wird. [[freude]]

... am anderen wird geschnorchelt, oder gleich die Verschlüsselung aufgebrochen (Heartbleed).

--
MAHLZEIT!!
Ist das Quäse?
Ja, Quark mit Käse! [[top]]

Ja, aber...

Naclador @, Göttingen, Mittwoch, 13.06.2018, 10:59 vor 725 Tagen @ FOX-NEWS 1576 Views

Damit wissen die Schnüffler nur, dass Du ein Posteo-Konto hast, aber nicht welches, oder welche Mails Du verschickst und an wen. Das ist ein großer Schritt nach vorn.

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Hanlon's Razor: "Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity."
Naclador's Corrolary: "Recognize when stupidity is not an adequate explanation."

Ganz so blöd sind die auch nicht.

Naclador @, Göttingen, Mittwoch, 13.06.2018, 10:55 vor 725 Tagen @ Mephistopheles 1616 Views

Das Geld steckst Du in einen Briefumschlag ohne Absender, nur die Kohle und eine Referenznummer, sonst nichts.

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Hanlon's Razor: "Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity."
Naclador's Corrolary: "Recognize when stupidity is not an adequate explanation."

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