Chapeau @Dieter

stokk', Samstag, 24.10.2026, 11:37 (vor 3 Stunden, 39 Minuten) @ Dieter477 Views

Zu Deiner Frage:

AI, mit Quellen:
Ja, denkbar ist diese Abfolge – aber eine mehrjährige Deflation ist etwas anderes als sinkende Inflation und derzeit nicht das naheliegende Basisszenario.

Für Deutschland ist der erste Teil des Szenarios plausibel: Der aktuelle Preisschub wird vor allem durch Energie und andere Angebotsschocks angetrieben. Destatis meldete für September 2026 eine Teuerungsrate von 3,3 Prozent; die EU-Kommission erwartet im Jahresdurchschnitt 2,9 Prozent für 2026 und 2,7 Prozent für 2027. Das wäre nach dem Schub eine Abschwächung der Inflation, aber weiterhin steigende Preise – keine Deflation.
destatis.de

1

Eine Deflation über ein bis drei Jahre könnte entstehen, wenn mehrere Kräfte zusammenkommen: ein starker Nachfrageeinbruch oder eine Rezession, fallende Energie- und Rohstoffpreise, eine restriktive Geldpolitik und sinkende Löhne oder Beschäftigung. Dann würden Preise im Durchschnitt tatsächlich fallen. Wahrscheinlicher als eine breite, anhaltende Deflation wäre jedoch eine Phase sehr niedriger Inflation oder fallender Preise in einzelnen Bereichen. Zudem können Energiepreise zwar wieder sinken, während Löhne, Dienstleistungen oder staatliche Ausgaben den allgemeinen Preisanstieg weiter stützen.

Der gegenwärtige Ausblick spricht eher für Inflation, die nach dem Schub wieder nachlässt, nicht für eine fest erwartete Deflationsphase: Die OECD sieht für die G20-Inflation 2026 einen Anstieg und für 2027 eine Abschwächung; der IWF erwartet in seinem April-Ausblick ebenfalls einen moderaten Anstieg 2026 und einen Rückgang 2027. Das sind Prognosen unter Annahmen, keine Gewissheiten – insbesondere Energie- und geopolitische Entwicklungen können den Pfad stark verändern.
OECD
1

Und „danach wieder inflationär“ wäre ebenfalls möglich: etwa durch neue Angebotsschocks, kräftige Nachfrage oder eine sehr expansive Fiskal- und Geldpolitik. Das ist aber kein automatisch wiederkehrender Zyklus. Kurz: Inflationsschub bis 2026/27: plausibel; danach niedrigere Inflation: ebenfalls plausibel; mehrjährige Deflation: möglich, aber ein deutlich stärkeres Krisenszenario und aktuell nicht das Basisszenario.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung