Silber und Gold

Dieter, Freitag, 23.10.2026, 21:13 vor 1 Tag, 0 Stunden, 55 Min. 1945 Views

Hallo,
so langsam kommt Bewegung in den letzten Abschnitt der Korrektur:

https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=685292
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=681396

und am 10.9. schrieb ich:
PS: und sollte Gold unter 4.150 $ fallen, dann sehe ich eine hohe Wahrscheinlichkeit in Richtung von 3.250 als ungefähren Umkehrpunkt Richtung neue ATH.
https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=687165

Da Silber inzwischein ein neues Korrekturtief erreicht hat, gehe ich davon aus, daß meine damaligen Annahmen Realität werden könnten.
Beim Silber dürfte das Korrektur-Low zeitlich vorm Gold erreicht werden.

Frage an die Volkswirte und die, die sich fundamental entspr. auskennen: Ist es denkbar, daß wir derzeit einen Inflationsschub sehen, der ggf. bis Ende 26/Anf.27 geht und anschließend in eine deflationäre Phase eintreten, zumindest für 1-3 Jahre? Danach wieder inflationär?

Gruß Dieter

--
Das sektenhafte Denken und Handeln der Grünen und ihrer Anhänger und Wählerschaft ist für Menschen mit gesundem Menschenverstand nur schwer nachzuvollziehen.

Chapeau @Dieter

stokk', Samstag, 24.10.2026, 11:37 vor 10 Stunden, 31 Minuten @ Dieter 964 Views

Zu Deiner Frage:

AI, mit Quellen:
Ja, denkbar ist diese Abfolge – aber eine mehrjährige Deflation ist etwas anderes als sinkende Inflation und derzeit nicht das naheliegende Basisszenario.

Für Deutschland ist der erste Teil des Szenarios plausibel: Der aktuelle Preisschub wird vor allem durch Energie und andere Angebotsschocks angetrieben. Destatis meldete für September 2026 eine Teuerungsrate von 3,3 Prozent; die EU-Kommission erwartet im Jahresdurchschnitt 2,9 Prozent für 2026 und 2,7 Prozent für 2027. Das wäre nach dem Schub eine Abschwächung der Inflation, aber weiterhin steigende Preise – keine Deflation.
destatis.de

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Eine Deflation über ein bis drei Jahre könnte entstehen, wenn mehrere Kräfte zusammenkommen: ein starker Nachfrageeinbruch oder eine Rezession, fallende Energie- und Rohstoffpreise, eine restriktive Geldpolitik und sinkende Löhne oder Beschäftigung. Dann würden Preise im Durchschnitt tatsächlich fallen. Wahrscheinlicher als eine breite, anhaltende Deflation wäre jedoch eine Phase sehr niedriger Inflation oder fallender Preise in einzelnen Bereichen. Zudem können Energiepreise zwar wieder sinken, während Löhne, Dienstleistungen oder staatliche Ausgaben den allgemeinen Preisanstieg weiter stützen.

Der gegenwärtige Ausblick spricht eher für Inflation, die nach dem Schub wieder nachlässt, nicht für eine fest erwartete Deflationsphase: Die OECD sieht für die G20-Inflation 2026 einen Anstieg und für 2027 eine Abschwächung; der IWF erwartet in seinem April-Ausblick ebenfalls einen moderaten Anstieg 2026 und einen Rückgang 2027. Das sind Prognosen unter Annahmen, keine Gewissheiten – insbesondere Energie- und geopolitische Entwicklungen können den Pfad stark verändern.
OECD
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Und „danach wieder inflationär“ wäre ebenfalls möglich: etwa durch neue Angebotsschocks, kräftige Nachfrage oder eine sehr expansive Fiskal- und Geldpolitik. Das ist aber kein automatisch wiederkehrender Zyklus. Kurz: Inflationsschub bis 2026/27: plausibel; danach niedrigere Inflation: ebenfalls plausibel; mehrjährige Deflation: möglich, aber ein deutlich stärkeres Krisenszenario und aktuell nicht das Basisszenario.

Deflation und Inflation ... einträchtig beieinander, vgl. Heinsohn

Fidel @, Samstag, 24.10.2026, 20:07 vor 2 Stunden, 1 Minuten @ Dieter 243 Views

Hallo Dieter,

Kreditgeldsysteme leben in ihren Wachstumsphasen eine Inflation der Kreditpfänder,
Pfand als Bedingung VOR Geldschöpfung, von daher immer weniger Pfänder als nachfolgend Geldmenge.
Sogenannt "Vermögenspreisinflation".

Endet das Kreditwachstum, versucht die Mehrheit der Schuldner zu tilgen,
schrumpft die Geldmenge und verabschiedet sich damit aus dem Umlauf, mit allen Folgen für "dann" faule Kredite und ihre Pfänder.

Heinsohn hat das 2013 schön erklärt:
Deflation und Inflation auch 2013 einträchtig beieinander
https://www.achgut.com/artikel/0028957

Aktuell erleben wir Deflation, verschärft durch die Geldpolitik steigender Zinssätze.
M.E.n versucht die ZB damit der Geldentwertung durch Währungs-/Wechselkursverlust zuvor zu kommen und nimmt billigend in Kauf, dass sich damit die Deflation für Private verschärft.

Wer glaubt die Inflation käme durch ausufernder Staatsverschuldung in Gang täuscht sich über die Dimension ausstehender Geldmenge. Wenn alles umlaufende "Geld" = Schuld ist, wie soll der Staat diese Mengen inflationieren ohne die Privatwirtschaft vollständig zu vernichten - und damit die Illusion von Tragbarkeit staatlicher Kreditaufnahme.

Zitat Heinsohn, Quelle leider gelöscht worden:
"Am Ende käme es doch zur Entschuldung der Zahlungsunfähigen auf Kosten der Gläubiger mit der Hyperdeflation aus den dann allfälligen Liquidierungen. Eine Zentralbank kann das Bruttosozialprodukt nicht hochschieben, weil sie – Nullzins hin oder her – den dafür benötigten Akteuren weder das Pfand für Kredite noch die Innovationen für neue Geschäfte zur Verfügung stellen kann.
Mehr als ein Herausschieben des St. Nimmerleinstages geht nun einmal nicht. "

Edelmetalle unterliegen derselben Deflation wie Immobilien, Industrieanlagen, Anleihen und dem ganzen Rest.

Abraços
Fidel

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