Die deutsche Industrie flaggt in großem Umfang nach Osteuropa aus.

Plancius @, Sonntag, 13.09.2026, 10:19 vor 7 Stunden, 50 Minuten 1265 Views

bearbeitet von Plancius, Sonntag, 13.09.2026, 10:59

Ich habe in diesem Jahr meinen Jahresurlaub in Rumänien verbracht und bin auf dem Weg dahin durch Polen, Slowakei und Ungarn gereist.

Und man merkt sofort: Polen und Rumänien boomen ohnegleichen.

Fährt man auf der polnischen A4 von Görlitz nach Krakau, fährt man nicht nur an riesigen, neuen Gewerbegebieten vorbei, sondern man überholt auf der rechten Spur eine endlose Karawane an Lkw's.

Selbiges in Rumänien. Um die großen Städte herum - Cluj Napoca, Satu Mare, Sibiu, Brasov, Ploiesti, Pitesti - sind gigantische Gewerbegebiete entstanden. Nagelneue, billige Fabrikhallen wurden hier in den letzten Jahren hochgezogen. An allen Gebäuden prangen die Namen deutscher und zum Teil österreichischer Firmen von Rang und Namen. Schäffler, Leoni, Miele, Siemens, Liebherr, Duvenbeck, Hellmann, Dachser, um mal einige zu nennen.

Rumänien ist ein bergiges Land mit einem kleinen, lückenhaften Autobahnnetz und nur wenigen Nationalstraßen zwischen den Wirtschaftszentren. Dementsprechand quält sich täglich eine Unmenge an Lkw's durch die rumänischen Dörfer entlang der Nationalstraßen.

Man wird den Eindruck nicht los, dass die gesamte deutsche Wirtschaft bereits nach Osteuropa ausgeflaggt hat. Mich erninnert dieses Geschehen an das Nokia-Fiasko, als Nokia Anfang der Nuller-Jahre von Bochum nach Cluj Napoca umgezogen sind. Nokia hat damals ein einzigartiges Ökosystem in Deutschland in Bezug auf Lieferantenbeziehungen, Logistik, Infrastruktur und Wissenschaft/Forschung aufzugeben, um der Subventionen, Steuervorteile und niedriger Lohnkosten wegen seine Handyproduktion in einem fremden Land auf der grünen Wiese hochzuziehen. Was daraus geworden ist, wissen wir alle.

Aus deutscher Sicht finanzieren wir mit unseren Steuergeldern die Deindustrialisierung in unserem Land. Aus gesamteuropäischer Sicht ist es nicht ein Nullsummenspiel, sondern Europa als Wirtschaftsstandort verliert dadurch in internationalem Maßstab. Hunderte von Milliarden Euro werden aufgewendet, um funktionsfähige Industrieanlagen in einem Land, die noch nicht abgeschrieben sind, stillzulegen und sie in einem anderen Land wieder aufzubauen. Vom Ressourcenverschleiß, dem riesigen Flächenverbrauch und negativen Umweltaspekten will ich hier schon gar nicht sprechen.

Unter dem Strich wächst das Produktionspotential ja nur marginal, letzten Endes ist es der Abriss an einer Stelle und Neuaufbau an einer anderen Stelle, den es unter normalen marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten überhaupt nicht gegeben hätte. Der ganze Prozess läuft ja nur dank eines gewaltigen Subventionsmotors, der vom deutschen Steuermichel angetrieben wird.

Es ist eine riesige Fehlallokation an volkswirtschaftlichen Ressourcen. Der Wirtschaft in Europa werden immense finanzielle Mittel entzogen, die nicht für neue Innovationen oder Erschließung neuer Märkte zur Verfügung stehen.

Nur den wenigsten ist klar, dass wir durch diesen Prozess Deutschland als industrielles Herz Europas zerstören. Unser Land besitzt ein weltweit einzigartiges Ökosystem, das den Aufstieg unserer Nation an die industrielle Weltspitze beförderte.

- dichtes System an schiffbaren Flüssen und Kanälen
- dichtes Straßenetz
- viele Städte, keine Zentralisierung um eine Hauptstadt herum

In den letzten 200 Jahren ist auf diese Weise ein einzigartiges Netz an Groß-, Mittel- und Kleinbetrieben entstanden, die stark miteinander verflochten sind. Dadurch konnnte die deutsche Industrie immer schnell und flexibel auf Marktänderungen und Kundenwünsche reagieren und erwies sich in Krisen- und Kriegszeiten als robust und resilient.

Nirgendwo in der Welt geht die Industrie derart tief auf Kundenwünsche ein und bietet eine derart breite Palette an konfigurierbaren Produkten an wie in Deutschland. Das merke ich auch in meinen SAP Projekten. Unsere Stärke liegt nicht in der Skalierung im Hinblick auf Massenproduktion, sondern in der Konfiguration standardisierter Baugruppen im Hinblick auf ein kundenindividuelles Endprodukt.

Genau dieses von mir beschriebene Ökosystem gibt es weder in Polen, noch in Ungarn oder Rumänien. Europa wird deshalb im Zuge der Deindustrialisierung unseres Landes insgesamt verlieren und an Wettbewerbsfähigkeit im globalen Maßstab einbüßen.

Ist das einzigartige Ökosystem in userem Land erst einmal zerstört, kann man es auch nicht wieder errichten. Warnendes Beispiel ist die Ex-DDR, deren industrielle Kultur innerhalb weniger Jahre irreversibel vernichtet wurde. Know how und materielle Basis sind für alle Zeiten weg.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Zielbild Lastenfahrrad und Eisenbahn statt ölgetriebener Individualmobilität - Der Kongo zeigt, wie es geht

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Sonntag, 13.09.2026, 10:29 vor 7 Stunden, 41 Minuten @ Plancius 1229 Views

bearbeitet von paranoia, Sonntag, 13.09.2026, 10:35

Hallo Plancius,

im Kongo gibt es auch keine Signalprobleme wie bei der DB, weil es keine gibt.

https://www.youtube.com/watch?v=BWxFT1eXLyI

Effiziente Ressourcenauslastung durch Verzicht auf Oberleitung - so können sozial Schwächere auch noch in der dritten Klasse auf dem Dach mitreisen!

Man muss auch keine milliardenschweren Bahnlinien bauen, es geht auch viel einfacher:

https://www.youtube.com/shorts/mkYW8kM8GJ0

Züge optimal auslasten:
https://dims.apnews.com/dims4/default/ed0b67e/2147483647/strip/true/crop/3000x1859+0+0/...

Die Planetenrettung erfordert tiefgehende Opfer - fangen wir bei Dir an.

Gruß
paranoia

P.S:
Für alle, die mich nicht kennen:

[[ironie]]

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Kongo, das Land wo die Kobolte abgebaut werden :)

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Sonntag, 13.09.2026, 14:41 vor 3 Stunden, 28 Minuten @ stokk' 530 Views

Hallo stokk',

immerhin kam die Berufung auf einen Lehrstuhl für "Global Leadership" heraus - andere werden nur Ehrenbürger von Chicago oder so.

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Baerbock und Fischer: beide grünen Außenminister wurden für ihre Kriege mit Professuren belohnt

BerndBorchert @, Sonntag, 13.09.2026, 17:46 vor 24 Minuten @ paranoia 103 Views

bearbeitet von BerndBorchert, Sonntag, 13.09.2026, 18:03

Das Dummchen dafür, dass Deutschland nicht im Weg gestanden hat, Russland zum Ukrainekrieg zu provozieren, und der im Vergleich intelligente Fischer dafür, Deutschland den Afghanistan Überfall mitmachen zu lassen.

Baerbock hat einen deutschen Bachelor in einem Laberfach und angeblich einen Master von einer GB Universität (wird bezweifelt). Fischer hatte nicht mal Abitur, geschweige denn einen Studienabschluss:

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/fischer-in-princeton-professor-joschka-erklae...

Die Mafia im Hintergrund (NWO), die diese Kriege geplant hat, zeigt uns ihre Macht: die, die ihr gehorchen und ihr nützlich sind, werden mit dem Statussymbol Professur belohnt, egal ob sie die Voraussetzungen dafür erfüllen oder nicht.

Das Ganze ist nicht lustig, sondern eine Machtdemonstration.

Bernd Borchert

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