Soziale Stabilisierung plus Globalisierung kann es aber nicht geben. Soziale Stabilisierung …
Hallo Socke
Dazu
Dazu sicher noch dutzende weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Staates.
dottore in
https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=108585 Re: Es ist das alte, unlösbare Problem, das in dem Link ... verfasst von dottore, 23.02.2002, 16:28
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Hi Popeye
... der einen vorzüglichen Artikel enthält, einen der besten zum Thema Zinsentstehung überhaupt, dargestellt wird:
- In räumlich und zeitlich zirkulären Gesellschaften (Inseln) sind zinsbewehrte Kontrakte nicht vonnöten. Die zahllosen kleinen Stadtstaaten im frühen Vorderen Orient. Das ist ja die auch Grundlage des LETS-Systems. Ich verlange von meinem Nachbarn auch keinen Zins dafür, dass ich ihm eine Woche lang mein Auto leihe. Ab einem Jahr sähe es schon anders aus, vermutlich.
- Da wir aber inzwischen globalisiert sind und überdies linear denken und obendrein auch noch individualistisch und nicht mehr in sozialer, also gruppierter Form, lässt sich diese weltweite Verfremdung nicht anderes abwickeln als durch Zinssysteme.
Je mehr Menschen existieren, desto unbekannter werden sie sich untereinander. Einem Alessandro in Mexiko, den ich kenne, werde ich sogar 10.000 $ zinsfrei leihen, einem mir völlig unbekannten Jorge aber nicht.
Daher auch die Sehnsucht nach einer Weltgemeinschaft und die Vorstellung, man könne die Folgen der Globalisierung (die ja letztlich nichts anderes heißt, als jemand zu kreditieren, der räumlich und demnach auch zeitlich ganz weit weg ist, weshalb sich Zinsphänomene automatisch einstellen) durch ein System der clean slates erledigen (novae tabulae, siehe Catilina, Klartext: Schuldenstreichung, definitiv und ein für alle Mal, bis durch zum letzten Sparer).
Das kann man selbstverständlich machen. Aber es geht nur einmal! Denn danach zerfällt die Weltgemeinschaft in just wieder jene kleinen lokalen Einheiten, wie in dem Link-Beitrag anhand der frühen Kulturen dargestellt. Daher auch das berühmte Phänomen der (erlaubten) Zinsnahme, Fremden gegenüber (Moses usw.).
… heißt dann totale Re-Lokalisierung aller wirtschaftlichen Aktivitäten, einschließlich des jeweils als Geld umlaufenden Zeugs.
Die einzelnen Inseln können auch in keiner Weise mehr in Beziehung zueinander mehr treten, da dies wieder Distanzüberbrückungsprobleme schafft, damit Distanzkosten (Zinsen) und damit wieder den Wunsch, diese zu sparen, indem man größere Wirtschaftsräume schafft.
Ich will dazu ein wichtigstes Beispiel nehmen. Noch in der Neuzeit gab es solche lokalen Ökonomien in Massen, also z.B. Städte (noch dazu als freie Städte). Sie hatten ihr eigenes Geld (gemünzt) und das Geld anderer Städte wurde zwar angenommen, aber zu einem Disagio (zum Nominal = Zins). Ich habe viele solcher Wechselbücher gesammelt und eins davon hatte ich auch in Friedrichroda ausgestellt, wo das Lübecker Geld selbst in Hamburg schon nur mit einem (Zins)abschlag genommen wurde.
Auch das älteste gedruckte Buch zum Thema Wirtschaft (Chiarini 1483) enthält als erstes einen Wechselkurs zwischen Florenz und Siena (5 Prozent!), der den Wegekosten entsprochen hatte (Distanzüberbrückungskosten), und entsprechend eben der Zins dafür war, dass Waren aus Siena in Florenz und umgekehrt solche aus Florenz in Siena nicht gleichzeitig erscheinen konnten.
Gruß
d.
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Vielleicht verheißt dottores Beitrag angesichts einer offensichtlich beginnenden weltweiten Bevölkerungsimplosion (China, Südkorea gehen massiv voran.) eine bessere Welt!
Gruß - Ostfriese
PS
https://de.wikipedia.org/wiki/Tauschkreis Local exchange trading system - LETS
https://archive.org/details/ita-bnc-in1-00000552-001 Giorgio Chiarini: Libro che tratta di mercanzie et usanze dei paesi 1481
https://it.wikipedia.org/wiki/Pratica_della_mercatura Pratica della mercatura
https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/search.php?search=Chiarini&ao=and&u_na... dottore, Chiarini