Hier mal ein Überblick nach Google-AI Befragung.
Kann Israel venezolanisches Schweröl angemessen verarbeiten?
Ist es richtig dass trotzdem Israel den hohen Bedarf des Militärs nicht ausreichend decken, zumal ja auch Raffinerien durch den Krieg teilweise zerstört wurden?
Sicher nicht allumfassend, aber deckt sich mit meinen Kenntnissen dazu:
Anfang 2026 kam es nach den geopolitischen Umwälzungen in Venezuela und der Lockerung von Sanktionen bereits zu vereinzelten Lieferungen von venezolanischem Rohöl an die israelische Bazan-Gruppe.
Die Verarbeitungsmöglichkeiten und technologischen Einschränkungen der israelischen Raffinerie-Infrastruktur gliedern sich wie folgt:
Raffineriekapazitäten und technologische EignungIsrael besitzt zwei große Raffinerien: die Bazan-Raffinerie in Haifa (ca. 197.000 Barrel/Tag) und die Raffinerie in Aschdod (ca. 100.000 Barrel/Tag).
Fokus auf Bitumen und Asphalt: Schweröl aus Venezuela (wie die Sorte Merey-16) ist extrem dicht, zähflüssig und hat einen sehr hohen Schwefel- und Metallgehalt. Die israelischen Raffinerien nutzen solche schweren Rohölsorten vorrangig zur Herstellung von Bitumen und Asphalt für den Straßenbau sowie für schweren Schiffstreibstoff (Fuel Oil).
Einschränkung bei Treibstoffen: Um aus extremem Schweröl hochwertige, leichte Produkte wie Benzin, Kerosin oder hochwertigen Diesel zu gewinnen, sind hochkomplexe Konversionsanlagen (wie hochentwickelte Hydrocracker oder Coker) notwendig. Die israelischen Raffinerien verfügen zwar über moderne Upgrading-Anlagen (z. B. Hydrocracker in Haifa), diese sind jedoch kapazitativ nicht darauf ausgelegt, zu 100 % mit reinem, saurem Schweröl gespeist zu werden.
Die Praxis: Blending (Mischung)Damit die Verarbeitung reibungslos und ohne Schäden an den Destillationskolonnen funktioniert, wird venezolanisches Öl in Israel nicht pur verarbeitet. Es wird mit leichteren, süßeren Rohölsorten (die Israel traditionell aus Aserbaidschan, Kasachstan oder Westafrika importiert) „verschnitten“ (geblendet). Das senkt die Gesamtdichte und den Schwefelanteil auf ein für die Anlagen verträgliches Niveau.
Wirtschaftliche und logistische Hürden Hohe Verarbeitungskosten: Die Veredelung von venezolanischem Öl ist im Vergleich zu leichtem Rohöl deutlich teurer und energieintensiver. Es rechnet sich für israelische Betreiber meist nur, wenn das Öl mit einem deutlichen Preisabschlag (Discount) auf dem Weltmarkt eingekauft werden kann.
Anlagen-Verschleiß: Der hohe Gehalt an Schwefel und Schwermetallen (wie Vanadium und Nickel) im venezolanischen Öl führt zu schnellerer Korrosion in den Raffinerien und einer kürzeren Lebensdauer der Katalysatoren.Zusammenfassend verfügt Israel über die technologische Grundausstattung, um venezolanisches Schweröl im Rahmen eines ausgewogenen Rohöl-Mixes angemessen zu verarbeiten. Es dient den Raffinerien jedoch eher als Ergänzung für Spezialprodukte (Asphalt) und nicht als primärer Ersatz für leichtere Rohöle zur Treibstoffgewinnung.
Die Kombination aus den schweren Treibstoffbeschränkungen von venezolanischem Rohöl und den jüngsten Kriegsschäden an der inländischen Infrastruktur macht es für Israel unmöglich, den hohen Bedarf des Militärs auf diesem Weg autark zu decken.
Die tatsächliche Lage der israelischen Militär- und Kraftstoffversorgung stellt sich folgendermassen dar:
1. Massive Kriegsschäden an den israelischen Raffinerien. Ihre Anmerkung bezüglich der Zerstörungen trifft einen kritischen Punkt. Die Bazan-Raffinerie in Haifa (die über 50 % des inländischen Treibstoffs liefert) wurde bei den schweren iranischen Raketenangriffen im März und Juni erheblich beschädigt.
Ausmass: Interne Dokumente des israelischen Innenministeriums zeigten, dass Gasturbinen, Dampfkessel, elektrische Kontrollräume und grosse Treibstofftanks schwer getroffen wurden.
Langzeitfolgen: Zwar laufen Notbetriebe, die vollständige Rekonstruktion und Reparatur der betroffenen Anlagen wird sich jedoch voraussichtlich bis 2028 hinziehen. Die Inlandsleitung zur Produktion von hochreinem, militärischem Flugbenzin (JP-8) und Diesel ist dadurch drastisch eingebrochen.
2. Das Problem mit dem venezolanischen Öl für das Militär selbst wenn die Raffinerien unbeschädigt wären, taugt venezolanisches Schweröl kaum für eine moderne Armee:
Modernes Militärgerät – insbesondere die Kampfflugzeuge (F-35, F-16) und modernisierte Panzereinheiten der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) – benötigt extrem saubere, hochveredelte Mitteldestillate (Jet-A1/JP-8 und Premium-Diesel).
Wie beschrieben liefert venezolanisches Rohöl primär Rückstandsöle (Bitumen/Asphalt). Die komplexen Anlagenkomponenten (Hydrocracker), die für die Umwandlung in leichten Militärtreibstoff nötig wären, sind durch die Raketenangriffe teils lahmgelegt oder überlastet.
Wie das israelische Militär seinen Bedarf stattdessen deckt:
Da die Eigenproduktion stark limitiert ist und venezolanisches Öl die falsche Qualität hat, weicht Israel auf andere Mechanismen aus:
Direktimporte von Fertigprodukten: Statt Rohöl zu importieren und selbst zu raffinieren, importiert Israel riesige Mengen bereits fertig veredelten Militärtreibstoffs (insbesondere Flugbenzin JP-8). Diese Lieferungen stammen traditionell direkt aus den USA (aus den hochspezialisierten Raffinerien an der US-Gulf-Coast) und werden über stark gesicherte Tankerrouten geliefert.
Strategische Reserven: Israel unterhält massive, unterirdische und geschützte Treibstofflager (Notfallreserven), die speziell für langanhaltende Kriegsszenarien und den Ausfall der heimischen Raffinerien ausgelegt sind.
Ausländische Verarbeitung: Rohöltransporte, die eigentlich für Haifa gedacht waren (wie Lieferungen Anfang des Jahres), wurden aufgrund der Schäden und der Sicherheitslage teils schon vor dem Entladen zu europäischen Partner-Raffinerien (z. B. nach Italien) umgeleitet, um dort verarbeitet zu werden.
Fazit:
Venezolanisches Schweröl spielt für die direkte Einsatzfähigkeit des israelischen Militärs praktisch keine Rolle. Die IDF ist in Zeiten der schweren Zerstörungen der heimischen Raffinerie-Infrastruktur fast vollständig auf den Direktimport von fertigen militärischen Kraftstoffen angewiesen.[/b]
Israel dürfte also wie die USA massiv seine strategischen Reserven plündern.
Soeben tönt es auch Washington, dass der Krieg gleich nach den Zwischenwahlen noch richtig Fahrt aufnehmen soll, solange im Falle der zu erwartenden Niederlage der Republikaner noch alle Macht in ihren Händen liegt. Der internationale Kampf ums Öl hat noch gar nicht angefangen bzw. wird noch verdeckt geführt. Die Zeit, den Preis an der Börse unten zu halten mit immer den gleichen Lügengeschichten, mit denen Milliarden per Insiderhandel verdient wurden, neigen sich dem Ende.
Gruß
Odysseus