Mal ein Vergleich, wie wahnsinnig unproduktiv wir geworden sind.

Plancius @, Mittwoch, 29.07.2026, 22:30 vor 1 Tag, 7 Stunden, 1 Min. 2094 Views

bearbeitet von Plancius, Mittwoch, 29.07.2026, 22:34

Viele wundern sich immer wieder aufs neue, wie gigantisch teuer die öffentlichen Bauvorhaben bei uns geworden sind. Und das bei einem vergleichsweise geringen Output, mit langen Projektlaufzeiten und vielen kostspieligen Nachbesserungen nach Fertigstellung.

Ein guter Vergleich hierzu ist der Bau des neuen Megawerks von BASF im chinesischen Zhangjiang. Das Megawerk, das schon mit dem Stammwerk in Ludwigshafen mithalten kann, hat nach 7jähriger Bauzeit insgesamt 8,7 Mrd. Euro gekostet. Im Jahr 2019 wurde mit der Planung begonnen, im März 2026 lief die Produktion an.

Jetzt vergleiche man die Erstellung dieses Megawerks mit den Kosten für die Erweiterung des Kanzleramts in Berlin. Für diesen läppischen Anbau werden 1,5 Mrd. Euro veranschlagt. Und die Renovierung des Schlosses Bellevue (Sitz des Bundespräsidenten) soll ebenfalls 1 Mrd. Euro kosten.

Da sieht man mal, dass in unserem Land jegliche Relation von Kosten und Nutzen verloren gegangen ist. Unser Staat verschleudert das kostbare Geld des Steuergeldes an allen Ecken und Enden, um für den Bürger und das Land in fast jeder Situation immer den maximalen Schaden herauszuholen.

Jeder, der schon einmal am BASF Werk in Ludwigshafen vorbeigefahren ist, wird von den gewaltigen Dimensionen dieses Technikmonsters erst einmal vor Demut im Boden versinken. Man denkt, das muss die Arbeit von Generationen sein, ein solches Wirrwar an Rohren, Leitungen, Werkshallen und Straßen zu errichten und die Kontrolle darüber zu behalten.

Wir sehen aber gleichzeitig, dass mit doch vergleichsweise bescheidenen Mitteln ein solches Werk anderswo in seiner ganzen Komplexität auf der grünen Wiese errichtet werden kann. Das heißt, bei uns könnten die Lichter schneller ausgehen, als uns lieb ist.

Das sollte nachdenklich machen.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Unterschiedliche Ansätze D und CN

so_gesehen @, Mittwoch, 29.07.2026, 22:44 vor 1 Tag, 6 Stunden, 48 Min. @ Plancius 1607 Views

Hallo Plancius,

vielen Dank für diesen sehr interessanten und vielsagenden Beitrag.

Aus meiner Erfahrung (viele Besuche in Taiwan/China und noch mehr Gespräche mit chinesischen Freunden dort, aber auch chinesischen Kollegen/-innen hier), liegt ein Grund dafür in unterschiedlichen Ansätzen zur "Problem-Lösung".

Beispiel : Renovierung eines Abschnitts einer Landstraße - sagen wir mal 12km

In Deutschland heisst es dann : Wir haben Firmen dafür beauftragt und die haben 20 Mann zur Verfügung, also brauchen wir 12 Monate.
Es wird dann von Montag-Donnerstag von 07.00h bis 16h gearbeitet.

In China ist der Ansatz : Wie viele Firmen/Arbeiter benötigen wir, um damit in 3 Wochen fertig zu sein und "Schwupps" sind die benötigten Arbeiter da und es wird 24/7 gearbeitet, bis das Projekt vollendet ist.

Dazu kommen in D dann noch die Schwierigkeiten mit Fröschen, Fledermäusen oder ähnlichem dazu - bei Windkraft-Anlagen und PV-Anlagen, interessiert sich keine Sau dafür. Das ist aber für die unterschiedlichen Ansätze unerheblich.

Bleibt alles gesund und munter.

Praktische Vorgehensweise in Spanien

Rainer ⌂ @, El Verger - Spanien, Donnerstag, 30.07.2026, 01:15 vor 1 Tag, 4 Stunden, 16 Min. @ so_gesehen 1573 Views

Die Landstraße zwischen Ondara und Oliva (Spanien) bekam eine neue Teerdecke. Das sind 18km. Das wurde einseitig gemacht. Eine Fräsmaschine vornweg und die Straßenbaumaschine hinterher. 3 Tage für jede Seite, also zusammen 6 Tage.
Die Spurregelung geschah durch Arbeiter und nicht durch eine Ampel. Dadurch war flüssiger Verkehr gewährleistet.

Man glaubt nicht, wie funktional sich so eine Baustelle in den fließenden Verkehr einfügen kann.

Rainer

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