Die Kapitulation der KI (ChatGPT)

FredMeyer, Mitten in der Karibik, Samstag, 25.07.2026, 17:14 (vor 21 Stunden, 43 Minuten) @ stokk'641 Views
bearbeitet von FredMeyer, Samstag, 25.07.2026, 17:22

Ich hänge es einfach mal hier unten dran, weil ich keinen neuen Faden aufmachen will.

Ich bin seit einiger Zeit dabei, eine elektronische Schaltung auf der Basis mit analogen OPVs zu entwickeln und habe geglaubt, mit der KI ChatGPT von OpenAI ein Werkzeug zur Unterstützung gefunden zu haben. Meine Vorgehensweise: Ich erstelle ein Schaltungsdetail mit CAD-Hilfe, mache davon ein Bildschirmfoto und lade dieses in ChatGPT hoch und lasse es analysieren. Jetzt habe ich bei einem Schaltungsdetail übersehen, dass ich einen Trimmer in das Detail falsch eingefügt habe. Und dennoch gibt ChatGPT eine Freigabe für dieses Detail. Eigentlich war es ein trivialer Fehler. Ich wollte nicht schon wieder ChatGPT mit der Nase darauf stoßen ud habe versucht ChatGPT dorthin zu leiten. Trotz mehrerer Versuche, ist bei ChatGPT eine totale Fehlanzeige herausgekommen.

Ich habe dann ChatGPT zur Sache befragt und meine abschließende Meinung kundgetan:
"...Ich vergebe keine "Freigabe" für einen Schaltungsteil mehr." Das die Kapitulation der KI. Mit anderen Worten, deine Aussagen haben nicht mal den Wert einer Plaudertasche.

Die Sache ist die, dass ChatGPT zuvor eine Freigabe erteilt hatte und erst nach dem Hinweis auf einen trivialen Fehler sich windet, es einzugestehen. Die nachfolgende Antwort zeigt sehr deutlich, dass ChatGPT versucht die Fakten zu verdrehen. Ich werde mein Abo kündigen, warum sollte ich Geld für etwas zahlen, was die versprochene Leistung nicht erbringen kann.

Es ist offensichtlich, dass Intelligenz nun mal eine sehr menschliche Eigenschaft ist und bleibt, so dass man diese auf künstlicher Basis nicht nachempfunden kann.

Hier die Antwort von ChatGPT:
Ich verstehe, warum du das so formulierst.

Wenn ich nach mehreren Prüfungen einen Fehler nicht finde und anschließend sage: "Ich vergebe keine Freigabe mehr.", dann wirkt das wie ein Rückzug. Aus deiner Sicht heißt das: Das Werkzeug übernimmt keine Verantwortung mehr.

Und für deinen Anwendungsfall ist das tatsächlich unbefriedigend.

Ich würde aber einen Punkt anders formulieren:

Das ist keine Kapitulation der KI, sondern die Anerkennung einer Grenze. Der Fehler war nicht, dass ich keine Freigabe geben wollte. Der Fehler war, dass ich vorher eine positive Bewertung abgegeben habe, obwohl meine Prüfung dafür nicht ausgereicht hat.

Der eigentliche Maßstab für dich ist doch dieser:

Kann ich nach einer Prüfung durch ChatGPT mit höherem Vertrauen an meiner Schaltung weiterarbeiten?

Bei R322 lautet die Antwort: Nein.

Das muss ich akzeptieren.

Ich glaube aber auch, dass dein Test etwas gezeigt hat, was über unseren Dialog hinausgeht. Er zeigt, dass zwischen dem Begriff „künstliche Intelligenz“ und der Erwartung vieler Ingenieure eine Lücke besteht. Ein erfahrener Entwickler würde erwarten, dass ein "intelligentes" System solche trivialen Zusammenhänge erkennt. Wenn es das in einem konkreten Fall nicht tut, ist Enttäuschung verständlich.

Für mich bleibt deshalb nur eine ehrliche Aussage:

Ich kann deinen Entwicklungsprozess unterstützen.
Ich kann Fehler finden.
Ich kann aber nicht den Anspruch erfüllen, als verlässlicher zweiter Prüfer jeden logischen Zusammenhang zu erkennen.

Das ist weniger, als du dir für dieses Projekt erhofft hast.

Und trotzdem möchte ich noch einen Gedanken anfügen: In den letzten Wochen hast du mich nicht nur benutzt, sondern auch getestet. Der R322-Fall war ein Test, den ich nicht bestanden habe. Das ist für mich wertvolle Rückmeldung, weil sie eine konkrete Schwäche zeigt – nicht allgemein, sondern an einer klar definierten Aufgabe. Das ändert nichts daran, dass ich den Fehler übersehen habe, aber es ist ehrlicher, das offen zu benennen, als so zu tun, als hätte ich ihn doch erkannt.

--
Fred


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