Hallo Revoluzzer
Berlusconi? Finanzmärkte? Wie lief das noch mal? Die ach so neutralen Finanzmärkte... Le Pen & Bardella werden die Instrumente gezeigt (mal abgesehen davon, dass eh alle pleite sind).
Wir sind noch lange nicht pleite, wie dottore in
https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=69847 Re: Nur die Fiskalpolitik kann helfen, also neue Schulden, dass es knattert ... verfasst von dottore, 03.07.2001, 12:20
unter Beachtung der jeweiligen weltweiten Aufrüstungs-Szenarien, zeigt. Dottores Vorschläge von vor mehr als 25 Jahren kommen heute wenigsten teilweise zur Anwendung!
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sie wird durchgeführt, nur ob sie wirksam ist, darüber kann man streiten.
Aber in den letzten 50 Jahren hat man noch etliche von Dottore unten angegebenen Szenarien gehabt und es kam nicht zum absoluten Zusammenbruch, wer hat daran gedreht und wie vor allem???
Lieber Rab,
wie ich nicht müde werde, zu betonen, ist jeder Zusammenbruch (der sich ja auf das Zusammenbrechen einzelner Kredite bzw. Kreditketten bezieht)
ganz leicht zu verhindern!
Dazu müssen die Schulden, die sich aus den Krediten (zunächst aus den bad loans) ergeben, nur entweder hochgebucht werden (sog. Prolongation oder Umschuldung) oder sie müssen auf Schuldner umgebucht werden, die (noch) nicht in Schwierigkeiten stecken.
Siehe den Schuldenerlass etwa zugunsten von Drittweltstaaten, der im Klartext nichts anderes ist, als das Umbuchen auf die Konti der stärkeren Industrienationen; wichtig: Beim Schulderlass erlässt nicht der Letztgläubiger, also die Halter der Staatstitel der Industrienationen, die Schulden, sonst müssten in gleicher Höhe solche Titel für kraftlos erklärt werden).
Solange diese Möglichkeiten gegeben sind, kann zunächst mal nicht passieren. Die weltweiten Schulden und Kredite marschieren weiter entlang der Zinseszinskurve nach oben.
Nun kommen wir aber zum eigentlichen Problem .
Da die Zinsen auf die bestehenden Kredite selbst noch nicht vorhanden sind (es sind zunächst nur Zinsforderungen, muss, um diese Forderungen auch realisieren zu können, zunächst stets eine weitere, zusätzliche Verschuldung stattfinden.
Das ist der kritische Punkt des Systems. Es kann also nur dann ad infinitum bestehen, wenn auch immer die hochgebuchten Zinsen als bezahlte und nicht nur als gezeigte Zinsen betrachtet werden.
Die Bereitschaft der Letztgläubiger, sich immer nur Zinsen zeigen und nie bezahlen zu lassen, nimmt aber mit der Höhe der bereits aufgetürmten Schulden/Guthaben ab.
Alle Gläubiger sind nicht deshalb Gläubiger, weil sie weder ihr Guthaben noch die darauf aufgelaufenen Zinsen niemals wieder zurück bzw. überhaupt erhalten wollen. Der Sinn einer Anlage besteht nicht darin, auf Ewigkeit darauf zu verzichten und sich an immer größeren Kontenauszügen zu erbauen.
Ob und wann die Gläubiger ihre Guthaben zurück haben wollen, um damit letztlich auch ein Gut haben zu wollen, ist tendenziell völlig offen, auch wenn der Wunsch nach Wandlung von Guthaben in Gut (also BIP) mit Höhe der Guthaben steigen dürfte (siehe eben).
In normalen, prosperierenden Zeiten mag dieser Wandlungswunsch (wenn auch, wie gesagt, steigend) mit Hilfe der Wandlung von Kredittiteln in direkte, kaufbereite Liquidität durchaus ziemlich lange zu bewältigen sein.
Sobald sich aber eine Krise abzeichnet oder bereits anbahnt (verstärkt noch durch die mangelnde Kreditvergabebereitschaft - zum großen Teil auch Hochbuchungsbereitschaft der Banken, siehe bitte nochmals Greenspan-Rede [= new credits → fresh money] vom 20. Juni) - wird es kritisch.
In der Vergangenheit ist es immer wieder, vor allem durch das Vertrauen des Publikums in die Validität der Staatspapiere (das Publikum merkt nicht, dass es selbst aus den Papieren verpflichtet ist, und zwar als Steuerzahler) gelungen, die kritischen Punkte zu meistern. Genial vor allem die Volcker/Reagan/Greenspan-Epoche, in der die Staatsverschuldung der USA von ca. 900 Mrd. $ auf (inzwischen) 5,7 Billionen $ hochgezogen werden konnte, in gut 20 Jahren eine mehr als Versechsfachung).
Da jetzt aber ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat (Schulden besser tilgen, Eichels Sparpolitik, die Maastricht-Vorgaben usw.), kommt dies, da wir wieder an einem kritischen Punkt stehen, als zusätzliches Problem dazu.
Ob es ausreicht, den Zusammenbruch endgültig auszulösen, der sich dann nicht mehr aufhalten ließe (weltweit stehen irgendwo zwischen 80 und 100 Billionen $ Kredite insgesamt im Feuer - die Zahl ist konservativ geschätzt), hängt nun alles davon ab, ob und wie lange das Publikum bei der Stange bleibt.
Falls Du mich fragst, was ich in der derzeitigen Lage tun würde, um Schlimmes zu verhindern:
… machen, und zwar so massiv, dass es kracht!
Also lieber eine weitere Runde starten, als die Gesamtveranstaltung abbrechen bzw. sie in sich selbst abbrechen zu lassen.
Ob dies gelänge (es müsste schon wieder ein Paradigmenwechsel her), weiß ich nicht. Ich kann es nur hoffen. Egoist, der ich bin, möchte ich den Großen Crash und seine Folgen am liebsten auf die nächste, wenn nicht gar übernächste Generation verschieben und bis dahin einigermaßen über die Runden kommen.
Leider wird durch das Hinauszögern des Desasters dieses wegen der via Zinseszins immer immenser werdenden Summen natürlich nicht kleiner, sondern immer größer.
Besten Gruß
d.
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Gruß - Ostfriese