Und es kann nach Herzenslust 'gepledgt' werden, wobei der Einfachheit halber nicht die Note selbst genommen …
Hallo sprit
Alles
Aufrüsten und Investieren auf Pump - Deutschland plant eine Billion Schulden.
kein Problem, wie dottore in
https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=340118 Re: Dann streiche bitte das Unwesentliche + nochmals Grundsätzliches verfasst von dottore, 01.12.2005, 14:52
zu berichten weiß.
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→ Hi Dimi,
der Text, um den es geht, hatte ich so verkürzt:
The first invention of Money was for a Pledge [1] ...
Dies kann nur heißen (wie es auch @Popeye interpretiert hatte, laß' mich aber gern korrigieren): Geld wurde erfunden, um als Pledge dienen zu können, also um einen beleihbaren (verpfändbaren) Gegenstand zu haben.
Dann habe ich dies weggelassen:
[[[ and instead of
a surety, for when men did live by Exchange of their Wants and
Superfluities, both parties could not always fit one another at
the present; in which case the Corruptions of Man's Nature did
quickly grow to make it behooful, that the party receiving should
leave somewhat worthy to be esteemed for a Pledge, to supply the
givers want upon the like occasion:]]]
Grund: Eine einfache Sicherheit (surety) kann es nicht sein, vielleicht auch Sinne einer vom aktiv Berechtigten angenommenen Gewissheit; denn eine solche - eben ohne Pledge im Sinne eines dieses als Pledge - unterlegendes Etwas - reicht aufgrund von Man's Nature und ihrer bekannten Korrumpiertheit (Klartext: Ich mach mich aus dem Staube, ohne zu leisten) nicht aus, um dem beim unfinished business noch nicht Bedienten etwas in die Hand zu geben (somewhat worthy!), was er dann beim Ausfall des Schuldners anderweitig so verwenden kann, dass er nicht leer ausgeht beim verzögerten Tausch.
Daraus zieht der Autor diesen Schluss:
Time did easily find out that this Pledge should be something not too common, not easy to be consumed with use, or spoiled for want of use, and this was Money.
Das ist ein Zirkelschluss:
1. Geld wurde erfunden, damit es als Pledge dienen konnte.
2. Vor dem ersten Pledge war es also nicht existent.
3. Demnach kann beim ersten Pleding Money nicht als Pledge gedient haben.
Aus diesem Zirkelschluss hilft die Abgabentheorie des Geldes unschwer weiter. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass wir es mit der Mesopotamien-Variante zu tun haben, aus der sich das entwickelt hat, was wir als heute in der wesentlich weltweit vorherrschenden Wirtschaftsform ansehen dürfen. Wirtschaften deshalb, weil wir es mit obrigkeitlich besicherten und sanktionsbewehrten Zuständen (Unter-Eigentum) und Abläufen (Kontrakten, inkl. kontraktlich vereinbarter Arbeitsteilung) zu tun haben.
Dass es auch arbeitsteilige Produktion gegeben hat (siehe Stammeswirtschaften, z.B. Yam gegen Fisch, siehe Familien, z.B. Essen beschaffen gegen Essen zubereiten, usw.) hat damit nichts zu tun, auch nicht etwaige Tauschvorgänge.
Denn weder aus arbeitsteiliger Produktion noch aus dem Tausch inkl. Hochtausch (siehe Potlatsch oder andere Formen von Geschenk- und Gegengeschenk-Ökonomien) hat sich der real existierende weltweite Kapitalismus entwickelt, der seinen Ursprung nicht in Stammes- und Tauschökonomien hat, sondern eben in der Form der Abgabenökonomie, die auch Unter-Eigentum zugelassen hat (aus Palasthändlern bildeten sich private heraus, aus Abgabengüterverwaltern solche, die das Abgabengut auf eigene Rechnung verleihen konnten, usw.) oder zum Zwecke des Machterhalts zulassen musste (klassische Beispiele: Römische Latifundien-Eignern = der Senat, die Entgegennehmer von kaiserlichen Privilegia in Byzanz, die englischen Barone beim Domesday, usw.).
Das geht immer weiter runter bis hin zu den berühmten Bauernbefreiungen (auf die Heinsohn und de Soto abheben) gegen Einmal- oder laufende Ablöse, wie z.B. in Japan die 3 % vom eingeschätzten Grundstückswert.
Es kann natürlich auch zu Sub-Eigentum in revolutionärer Form kommen. Dabei wird gegen Nichts abgelöst, aber das Ober-Eigentum, zumindest zunächst in Form des Macht-Monopols bleibt bestehen - siehe Rom, wo Romulus nicht etwa sein Schwert nach der Roma Quadrata und dem Brudermord (Remus) in den Tiber warf, sondern weiterhin herrschte!
Wir haben es also mit einem Spezialfall zu tun, der für sich und in sich analysiert werden muss, weshalb es wenig Sinn macht, als Gegenargument auf völkerkundlich Altbekanntes abzuheben (ätsch - da und dort war und ist es doch ganz anders!), da sich aus diesen Völkern (Ethnien, sub summa eben Stammesökonomien) nichts entwickelt hat, was das ausmacht, was uns als heutiges Wirtschaftssystem interessiert, weil wir uns in diesem bewegen.
Es ist jedem unbenommen, sich auf die Salomonen, nach Papua-Neuguinea oder ins Amazonas-Innere zurückzuziehen und sich den dortigen Produktions- und/oder Tauschformen anzuschließen und damit darauf zu verzichten, Fortüne als Wall Street-Banker zu suchen oder zu finden.
In dem ex Abgabenwirtschaft mit (historisch einwandfrei belegter allmählichen - oder revolutionär-ruckartig entwickelter) Privatisierung, also im mit Macht-, Abgaben- und Eigentums-Zession usw. abgelaufenen Prozess lässt sich das Money/Pledge-Phänomen so enträtseln:
1. Es gibt zunächst überhaupt kein Pledging (privat/privat). Private schon deshalb nicht, weil es nur Herrscher (Ober- und Gesamteigentümer) und Beherrschte (Nichteigentümer) gibt. Letztere sind auch persönlich unfrei, da sie dem Herrscher zu Abgaben und Leistungen verpflichtet sind. Die freien Lohnarbeiter und damit Lohnzahlungen entfallen komplett.
2. Die zunächst naturalen Abgabengüter werden - via Gewichtsstandardisierung (wie oft genug beschrieben, Stichwort Shekel-Standard – zu monetären, wobei der Kern des Vorgangs Haltbarkeit und beliebige Wiederverwendung der Abgabe selbst ist. Das macht sie kurant (kursant), womit das Metallgeld entsteht.
3. Dieses Geld ist also endlich gekreißt und hat uns jahrtausendelang begleitet. (Mir ist, by the way, keine Stammesökonomie bekannt, die mit standardisiertem Gold und Silber als traditional money gearbeitet hätte; Metall finden wir überhaupt nur, wo es kriegerisch zuging, vgl. Knife Money, oder wo dort, wo Stämme unterworfen hatten, logischerweise Feudalismus entstand - wie auch sonst sollte der entstanden sein?).
4. Money ist also bereits vor dem ersten Pledging vorhanden und muss nicht (siehe Zirkelschluss oben) erst in einem ohnehin rätselhaften Prozess fürs Pledging erfunden werden (Invention).
5. Und weil es in der Welt ist, kann der Pledging-Prozess in allen Varianten starten.
Aktuell, also nach dem Abgang vom Metall-Standard haben wir etwas Anderes, das als Substrat aller Pledgings dient: Den ex Macht- und Gebietsmonopol des Staates sich ergebende Besteuerungs- alias Zwangsabgaben-Monopol.
Insofern waren die Metall-Standards nur ein riesiger Umweg. Wir sind wieder an dem Punkt, von dem die Abgabensysteme (wie oben beschrieben) ausgegangen sind: Es steht im freien Belieben der Staatsmacht als Abgabe zu bestimmen, was sie will. Sie hätte schon vor 5000 Jahren genauso gut mit USD, Euros oder Yen usw. starten können, sofern sie damals in der Lage gewesen wäre, die Konsistenz (komplizierte physische Ausstattung) des Etwas, in dem zu leisten war, zu sichern und zu monopolisieren.
Dazu waren Tontafeln, Papyri, Leder usw. nicht imstande, die als Schuldtitel ohnehin nur mit Beeidung bzw. Massen von Zeugen zu präsentieren waren (es gab sogar Ordale [2] ohne Ende, Euphrat und Tigris müssen Leichen en masse ins Meer transportiert haben). Bei Silber und Gold war's schon besser, da beides herrschaftlich standardisiert werden konnte (sehr schön auch Elektron als obrigkeitlich standardisiert und nicht etwa wie in der Natur vorkommend genutzt). Bei den Kauris ging es - wie beschrieben - komplett schief.
Bei modernen Banknoten (viele frühe gingen daneben, da sie leicht zu fälschen waren, daher auch auf den Assignaten die Todesstrafe angedroht wurde) haben wir also (fast) perfektes Geld (GZ/STZM wie eben für Abgabenwirtschaften unerlässlich). Die Note ist hier sozusagen ihr eigener Zeuge, wenn man gern auch Speziallampen zu Hilfe nimmt.
… wird, sondern das auf sie zielende und durch sie denominierte (und überdies ziemlich gut besicherte) Versprechen, sie zum Termin aus der Tasche zu holen (wahlweise als sofort fällige Forderung wiederum zu ziehen). "To draw (!) upon my account" - wie es so schön heißt.
Nochmals Gruß vom Trottel! Sorry, Beinahe-Debilen.
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Gruß - Ostfriese
PS
[1] https://www.linguee.de/englisch-deutsch/uebersetzung/pledge.html pledge
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Gottesurteil Ordale
Die Geschichte der Gottesurteile reicht weit in die Anfangsphase der menschlichen Zivilisation zurück. Erste schriftlich überlieferte Beschreibungen von Gottesurteilen bzw. Ordalen stammen aus Mesopotamien. So ist im 10. Paragraphen des Codex Ur-Nammu, der um 2100 v. Chr. vom sumerischen König Urnammu von Ur aufgestellt wurde, die Rede von einem Flussordal, einer Art Wasserprobe. Ebenso finden sich im Codex Hammurapi aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. in den Paragraphen 2. (Zauberei) und 132. (Verleumdung der Ehefrau) Gottesurteile mit Hilfe des Wassers aufgeführt. Auch das Alte Testament liefert Belege für die frühe Anwendung von Gottesurteilen wie in Numeri 5,11-31 EU oder 1. Samuel 10,17-27 EU. Daneben gab es Gottesurteile auch in zahlreichen weiteren alten Kulturen. So im alten China, in Japan, Indien und Ägypten. Etwas weniger gebräuchlich waren sie in der griechischen und römischen Kultur. In manchen Kulturen haben sich Gottesurteile bis heute gehalten.