Krankschreibungen bzw der gelbe Schein: alles Ablenkung?

aliter @, Samstag, 04.07.2026, 09:47 vor 19 Stunden, 15 Minuten 1624 Views

bearbeitet von aliter, Samstag, 04.07.2026, 10:03

Die Geschichte um die Krankschreibung kam mir von vornherein schon merkwürdig vor, man muss sich vor Augen halten, dass die Krankschreibung der ehemalige gelbe Schein auf einer vertraglichen Grundlage zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung fusst da hat die Regierung prima vista nichts damit zu tun. die Anforderung des Arbeitgebers an eine ärztliche Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit wiederum ist rein Sache des Arbeitgebers ein Vertrag gewissermaßen zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer.
Aus Gründen die jetzt nicht weiter erläutert werden sollen, hat die Krankenkasse durchgesetzt, dass ein Formular für die Krankenkasse bei jeder Krankmeldung eines KV versicherten ausgefüllt werden muss, obwohl dieses gar keine Leistung der Krankenkasse hervorruft und nach SGB V auch keine Behandlung einer Krankheit ist eigentlich wie bei Beamten z.B. eine gebührenpflichtige gutachtliche Äusserung ist.
Die ganze Angelegenheit scheint mir ein Distraktor zu sein, das heißt eine Ablenkung der Öffentlichkeit von wichtigeren Dingen wo jeder mitreden kann jeder dazu eine Meinung hat und sich die meisten provoziert fühlen. De facto wird sowas natürlich nicht durchsetzbar sein und ich weiß, selbst wenn die Kassen da mitspielen (die ja schon signalisierten, dass das Unsinn sei), dass so etwas natürlich unterlaufen werden kann.
Z.Bsp. müssten die Vorschriften über rückwirkende AU geändert werden...

Verstehe ich nicht.

SevenSamurai @, Samstag, 04.07.2026, 13:46 vor 15 Stunden, 15 Minuten @ aliter 788 Views

Mein Arbeitgeber verlangt gleich am ersten Tag der Krankmeldung diesen gelben Schein.

Habe ich also heftige Migräne, muss ich mich doch irgendwie zum Arzt quälen. Egal wie.

Denn ohne den Schein habe ich "blau" gemacht.

Und ich sage noch: Ein Glück, dass es den Schein gibt.

Mein Arbeitgeber wollte vor ca. 16 Monaten meine Erkrankung (ging da über mehrere Tage) nicht anerkennen, da die elektronische Meldung nicht angekommen ist.

Zum Glück hatte ich den Arzt um eine zusätzliche gelbe Meldung gebeten, die ich dann in Kopie vorlegen konnte.

Das ganze ist Terror gegen den kleinen Mann.

Und mit den 10 Stunden pro Tag arbeiten wird es demnächst noch schlimmer.

--
"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder

Die Logik erschließt sich mir nicht - bitte um Aufklärung!

Rybezahl, Samstag, 04.07.2026, 17:37 vor 11 Stunden, 25 Minuten @ aliter 558 Views

Hallo!

Es ist ja so: Tach, Herr Chef, mir geht es heute nicht so gut. Chef: Na, dann bleiben Sie doch leider einen Tag unbezahlt zuhause. Oder auch zwei Tage. Besser, als dass Sie sich für drei Tage bezahlt krankschreiben lassen.

Dieses "unbezahlte krank" soll jetzt also wegfallen? Statt zwei Tage unbezahlt, lieber fünf Tage bezahlt krank? Also eine zusätzliche Belastung für den bösen Arbeitgeber? Sehe ich das richtig?

Glücklicherweise stellt sich dieses Problem für einen normalen Mittelständler nicht, der verzichtet nämlich auch weiterhin auf den Krankenschein und lässt den Arbeitnehmer einfach zwei Tage zuhause.

Für die großen Unternehmen, in denen sich alle gegenseitig egal sind, ist das schon schwieriger. Wieder einmal legt die Politik der Industrie Steine in den Weg. So langsam könnte man von einer systematischen Zerstörungspolitik sprechen. Great Reset und so. Oder wahlweise auch Great Verblödung.

Gruß!

Krankmeldung Krankschreibung Lohnfortzahlung

aliter @, Samstag, 04.07.2026, 18:26 vor 10 Stunden, 35 Minuten @ Rybezahl 715 Views

In der BRD gibt es die unbezahlte Krankmeldung praktisch gar nicht höchstens z.B. der AN ist völlig ignorant meldet sich nicht krank, bleibt weg und bringt auch nach Mahnungen keine AU Bescheinigung. Ansonsten ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wohl so grosszügig wie wohl in keinem anderen Land: gesetzlicher Anspruch auf vollen Lohn vom 1. Krankheitstag bis 6 Wochen danach etwas geringer. Das bringt die nächste Vermutung auf: man prügelt den falschen Sack. Wenn als Beweis die AU Zeiten von Frankreich oder den USA herangezogen werden, dann muss man auch deren Absicherzuung im Krankheitsfall heranziehen. Natürlich gibt es Blaumacher besonders hoch ist die AU Zahl in den Behörden... Vielleicht ist es ein Schritt, die gesetzliche Regel voller Lohn ab ersten Tag aufzuweichen direkt darf man da nichts fordern, das würde die SPD explodieren lassen.
Der Kanzler mag noch so viel schwadronieren gesetzlich gilt, was Kassen und Ärzteschaft in den Arbeitsunfähigkeits richtlinien stehen haben. Da steht übrigens, dass in einigen Fällen ohne Probleme die rückwirkende Krankschreibung möglich ist. Auch in Zukuft braucht sicher niemand mit akuter Diarrhoe das Wartezimmer zu infizieren. Ergänzt sei, dies gilt im wesentlichen für sozialversicherte aber auch für Geringverdiener, die das häufig nicht wissen und vom AG nicht informiert werden, auch für die gilt die Lohnforzahlung im Krankheitsfall.

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