110 Jahre her. Danke für Dein Geschichtsbewusstsein.
Was wir gemeinsam der nächsten Generation ersparen wollen (wenn sie hier mit liest):
Übersicht mit KI
In der Schlacht um Verdun (1916) war der Einsatz von Giftgas ein zentraler und grausamer Bestandteil der "Materialschlacht". Schätzungen zufolge gingen neben 26 Millionen Sprenggranaten allein bis Ende 1916 rund 100.000 bis 200.000 Giftgasgranaten auf dem engen Schlachtfeld nieder. [1, 2, 3]
Die eingesetzten Kampfstoffe
• Phosgen (Grünkreuz): Im Februar 1916 setzten die Franzosen erstmals Granaten mit Phosgenfüllung ein. Die deutsche Seite reagierte mit der Entwicklung von Grünkreuz-Granaten, die das flüssige Diphosgen enthielten. Phosgen blockierte die Sauerstoffaufnahme und führte oft erst Stunden nach dem Einatmen zum qualvollen Ertrinken in der eigenen Lungenflüssigkeit. [1, 2, 3, 4]
• Reizstoffe (Weißkreuz): Deutsche Truppen nutzten zudem Kampfstoffe zur Reizung der Augen und Atemwege, um die Soldaten handlungsunfähig zu machen. [1]
• Arsenverbindungen: Die französische Armee feuerte Geschosse ab, die mit einer Mischung aus Phosgen und hochgiftigen Arsenverbindungen gefüllt waren. [1]
Das "Buntschießen" als Taktik
Da die Soldaten beider Nationen bis Sommer 1916 wirksame Gasmasken entwickelt hatten, reichte ein einzelnes Gas oft nicht mehr aus.
Die deutsche Armee erfand daraufhin das sogenannte „Buntschießen“. Dabei wurden flüchtige Reizstoffe (wie Blaukreuz) zeitgleich mit tödlichen Lungenkampfstoffen (wie Grünkreuz) verschossen. Das Reizgas drang durch die Filter der Gasmasken und zwang die Soldaten durch heftigen Husten- und Brechreiz, ihre Masken abzunehmen. Dadurch atmeten sie schutzlos das tödliche Phosgen ein. [1, 2, 3, 4]
Ein historischer Wendepunkt: Der Angriff auf Fleury [1]
Ein massiver Meilenstein des Gaskrieges ereignete sich in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 1916 beim deutschen Angriff auf das Dorf Fleury und den Höhenrücken Côte Froide Terre. Die deutsche Artillerie feuerte ein beispielloses Trommelfeuer aus zehntausenden Grünkreuz-Granaten ab. Dies schaltete die französische Artillerie vorübergehend komplett aus, da die Kanoniere ohne Schutzmasken starben oder flohen. [1, 2, 3, 4, 5]
Spätfolgen bis heute
Der Boden rund um Verdun gilt in bestimmten Zonen (wie der Zone Rouge) bis heute als stark mit Arsen und Schwermetallen verseucht. Schätzungen der staatlichen Waldbehörde gehen davon aus, dass noch immer Millionen nicht explodierter Granaten – darunter auch etliche chemische Kampfstoffe – im Erdreich ruhen. Kampfmittelräumer stoßen bei ihrer Arbeit auch heute noch regelmäßig auf gefährliche Senfgas- und Phosgen-Geschosse. [1, 2, 4, 5]
Möchtest du mehr über die technische Funktionsweise der Gasmasken von 1916 erfahren oder suchst du Details zu einem bestimmten Truppenabschnitt bei Verdun?
LG
D-Marker (ungeimpft)
P.S.
Was den Einen sein Freud, ist des andern sein Leid.
MfG:
Hierbei handelt es sich um ein historisches Zitat des preußischen Generalfeldmarschalls (und späteren Reichspräsidenten) Paul von Hindenburg:
„Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur.“
Hindenburg äußerte diesen berühmt-berüchtigten Satz zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Er drückt damit aus, dass die Verantwortung und das Feldherrndasein ihn trotz der Schrecken des Krieges körperlich und mental zu revitalisieren schienen.
Das Zitat wird in der Geschichtsschreibung oft als Sinnbild für die zynische Distanz der militärischen Führung zu den Leiden der Soldaten und der hungernden Zivilbevölkerung zitiert.
Der Pazifist Ernst Friedrich nutzte den Ausspruch 1924 als Bildunterschrift in seinem bekannten, aufrüttelnden Fotoband „Krieg dem Kriege“, um die Grausamkeit und die entstellenden Verletzungen der Frontkämpfer anzuprangern.