Kleiner Reisebericht aus China (mT)
Ich war kürzlich im Yangtze-Delta unterwegs und habe einige neue Eindrücke gesammelt. Insgesamt brummt der Laden dort, natürlich wird auch samstags und sonntags gearbeitet. Speziell am letzten Samstag war der Ausgleichstag, weil am 1. Maiwochenende auch noch der Montag darauf frei war (vom 1.5. bis 4.5.). Dieser Mo 4.5. wurde dann von allen Arbeitnehmern am Samstag darauf (9.5.) nachgeholt.
Das Hotel, in dem ich vor ziemlich genau einem Jahr war, bot den Blick auf eine große Baustelle. Während im letzten Jahr gerade Baustellenaushub war und sonntags morgens schon die LKWs gefahren sind, waren die ca 10 Hochhäuser jetzt schon beim 18. Stock und der gemeinsame Eingangsbereich war bereits fertig. So geht das in einem Land, in dem man mit Sand ins Getriebe Streuern kurzen Prozeß macht.
Bin mit einem Kunden mit seinem neuen Xiaomi Auto mitgefahren, und neben natürlich perfekter elektronischer Ausstattung und einem kompletten Glasdach a la Tesla gab es eine weitere Neuerung: Die Ampeln senden ein Signal aus was das Auto auffängt und dann wird am Display angezeigt, wie lange die Ampel noch rot ist. Das Auto kann dann im Selbstfahrmodus auch die Ampeln mit berücksichtigen. Evtl. ist das auch via Kamera, weil oft die Ampeln auch nebendran eine Sekundenanzeige haben, wie lange sie noch rot sind. Aber auch bei Ampeln ohne diese Anzeige hat das funktioniert, also muß irgendein Bluetooth Signal ausgesendet werden.
Die Fahrten zwischen Shanghai, Suzhou, Nanjing und Hangzhou werden mit deutschen ICE 3 bzw. chinesischen Lizenzbauten davon durchgeführt, mit 320 kmh. Auch die chinesischen Schnellzüge sind zu sehen. Nach kürzester Zeit hat man die 320 kmh erreicht und hält sie dann auch die ganze Zeit. Man bucht ganz bequem schon bei der Anreise elektronisch sein Ticket, sieht wieviele Plätze noch frei sind, man wartet in der Wartehalle max 15 min auf den nächsten Zug, geht dann von oben runter auf den blitzsauberen Bahnsteig und steigt in einen blitzsauberen Zug ein, und wenn man auf die Minute pünktlich ankommt geht man nach unten vom Bahnsteig raus. So geht Millionenlogistik! Die elenden Versager bei der deutschen Bahn hätten sich das mal in China anschauen können!
Zwischen Shanghai und Hangzhou war durchaus noch Smog in der Luft zu sehen, was in Shanghai und Hangzhou nicht mehr der Fall war. Wenn ich mich nicht getäuscht habe war dort ein Stahlwerk und ein großes Kohlekraftwerk. In den richtig großen Städten ist kaum noch Smog und fast dauerhaft blauer Himmel. Der Verkehr ist sehr ruhig geworden, weil fast nur noch chinesische E-Autos fahren, unterbrochen von dem ein oder anderen Audi und auch Mercedes, aber kaum noch VW. Der ein oder andere Tesla ist auch zu sehen. Ein erster Anbieter (Ambilight) bietet jetzt auch dimmbare Gläser für den Dachhimmel, für Displays etc. an, so wie man sie auch von einigen Flugzeugfenstern kennt. Audi hat wohl bereits ihn als Zulieferer ausgewählt.
Am Flughafen Pudong in China sieht man langsam, wie auch hier der Verfall beginnt. Da wäre mal eine Renovierung nötig. Der Maglev (Transrapid) fährt noch, kostet aber nur noch 50 Yuan (ca 7 EUR) und fährt auch nur noch mit 300, weil die hohen Geschwindigkeiten zuviel Energie brauchen. Der ICE ist mit 320 kmh schneller.
In den Städten sieht man nicht mehr ganz soviele Baukrane, aber gerade in Hangzhou ist noch einiges los was High-Tech angeht. Dort sitzen zB Alibaba und Deepseek, und entsprechend wird dort in die Infrastruktur investiert.
Man sieht aber jetzt zum ersten Mal auch Dinge, die mir aus den 90ern in den USA aufgefallen sind. In den Hotels sind sehr schlanke und durchtrainierte Manager zu sehen, die wohl sehr auf ihre Work-Life-Balance achten. Auch von den High-Tech-Angestellten hört man das immer mehr, und gerade auch das traditionelle Familienbild mit verheiratet vor 30 und dann Kinder und ein Haus/eine Wohnung wird sehr in Frage gestellt.
Das Reisen und Arbeiten im Yangtze Delta ist trotz der Menschenmassen perfekt organisiert und sehr angenehm. Man sollte China als Auswanderungsland unbedingt in Betracht ziehen.
Zudem nach dem Rückflug in Frankfurt gleich mal die Rolltreppe und der Aufzug zu Gleis 5 nicht funktiniert haben. Nachdem man dann sein Gepäck die Treppe runter geschleppt hat, kam 5 min vor der Abfahrt die Meldung, daß der ICE heute auf Gleis 6 einfahren würde. Also die 400 Leute am Bahnsteig mit ihren Koffern die Treppen wieder hoch gehetzt und drüber bei Gleis 6 wieder runter...
DT
![[image]](https://files.zhedge.com/cdn-cgi/image/width=1920,quality=75,format=auto/https://assets.zerohedge.com/s3fs-public/inline-images/top15economy-growth-web-1-1182x1.jpg)
![[image]](images/uploaded/202605150709566a06c6c4acb8d.jpg)
![[image]](https://assets.zerohedge.com/s3fs-public/styles/square/public/2025-02/Musksaw2.jpg?itok=xAJlmS5q)