Goldgräberstimmung bei der Errichtung von Wind- und PV-Parks, Batteriefarmen und Rechenzentren.
Abseits von der öffentlichen Wahrnehmung ist in unserem Land derzeit eine große Investitionswelle am Anrollen, die durch den geplanten Bau von gewaltigen Batteriespeichern und Rechenzentren initiiert wird.
Durch meine Tätigkeit in der Kommunalpolitik habe ich einen guten Überblick darüber, wo überall Rechenzentren und Batteriespeicher im Nordosten unseres Landes geplant sind.
Bisher waren die Planungen nur darauf gerichtet, 2,7% der Landesfläche zur Windenergienutzung zur Verfügung zu stellen und weitere Flächen für PV-Parks auszuweisen. Windenergie- und PV-Park-Betreiber sind in der Regel über viele Unternehmen und Privatpersonen verteilt, liegen also nicht in einer marktbeherrschenden monopolisierten Hand.
Seit letztem Jahr treten jedoch milliardenschwere Konsortien in Erscheinung, die Planungen für riesige Rechenzentren sowie den gleichzeitigen Betrieb großer Wind- und PV-Parks sowie Batteriefarmen vorlegen. Sie kommen mit dem Argument, dass sie hochqualifizierte Beschäftigungsmöglichkeiten in der strukturschwachen Region schaffen, den riesigen Energiehunger ihrer Rechenzentren durch den gleichzeitigen Bau von Wind und PV-Parks verbunden mit riesigen Batteriefarmen klimaneutral stillen. Durch den Bau von erneuerbaren Energieanlagen werden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Die relativ dünn besiedelte Gegend bietet mit ihren großen Flächen gute Voraussetzungen für den dauerhaften Betrieb der genannten neuen Technologien und könne so zu einer Innovationsregion aufsteigen. Wegen des direkten Verbrauchs der klimaneutral erzeugten elektrischen Energie durch die Rechenzentren brauche keine teure Leitung zum Abtransport des Stroms in die wirtschaftsstarken Regionen des Südens gebaut werden.
Praktisch jede Gemeinde, an deren Rand sich ein Umspannwerk, ob groß oder klein befindet, wird derzeit mit Anfragen zur Errichtung einer Batteriespeicheranlage überschüttet. Auch die Batteriespeicher haben neben den Wind- und PV-Parks einen gewaltigen Flächenbedarf und versiegeln viele Hektar an einst fruchtbarem Ackerland. Der gesamte Batteriepark muss zu einer großen Wanne betoniert werden, damit bei einem Schaden an einem der Batteriecontainer keine giftige Säure ins Grundwasser eintritt.
Die Rechenzentren selbst sind auch riesige Hallen, vollgestopft mit Elektronik. Sie verschlingen große Mengen an Wasser zur Kühlung. Was die Investoren jedoch nie sagen, womit sie den gewaltigen Energiehunger ihrer Anlagen stillen wollen, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht. Die Batteriespeicher puffern ja nur einen kleinen Teil der Spitzen ab. Von November bis März können nur temporäre Windspitzen abgefangen werden, aber einen Eintrag von PV-Strom gibt es praktisch nicht.
Die Konsortien treffen hier auf klamme Kommunen und Landwirte, die durch das Mercosur-Abkommen sowieso keine Zukunft mehr in der landwirtschaftlichen Produktion sehen. Es kommen jetzt auch noch etliche ehemalige niederländische Landwirte auf den Markt, die in den Niederlanden ihren landwirtschaftlichen Betrieb wegen des Nitratgesetzes für gutes Geld an den Staat verkauft haben und jetzt Landwirtschaftsbetriebe in M-V aufkaufen. Diese Landwirte können jetzt mit ihren Flächen wuchern und sehen eine Bonanza in Wind-, PV-, Batterieparks und Rechenzentren.
Was ich mich bei dem ganzen jedoch frage: Wer soll diesen ganzen Zirkus eigentlich finanzieren?
Wind- und PV-Parks allein sind schon gigantische Geldvernichtungsmaschinen für den Stromkunden und Steuerzahler. Batteriespeicher sind für das bisschen Abfangen von Stromerzeugungsspitzen und Puffern für die Nacht extrem teuer. Jeder, der privat eine PV-Anlage hat, weiß, wie teuer sein 10 kWh-Speicher ist, der im Sommer bereits um 10 Uhr vollgeladen ist, aber im Winter nur nutzlos rumsteht.
Und noch was: So ein Rechenzentrum braucht kontinuierlich riesige Mengen an Strom. Woher beziehen die dann ihren Strom in Zeiten der Dunkelflaute? Das Bauen von Backupkraftwerken verschlingt nochmals gewaltige Summen an Kapital.
Ich würde doch als Investor einen riesigen Bogen um Deutschland machen. Schon allein physikalisch sehe ich keine Möglichkeit, ein Rechenzentrum hier betrieben zu können. Die können nicht einfach mal den Betrieb je nach Stromangebot hoch- und runterfahren. Die müssen kontinuierlich liefern.
Aber die Investoren reden nur von den gewaltigen Möglichkeiten, die Deutschland mit seinen erneuerbaren Energien bietet. Anscheinend bauen auch sie auf weitere milliardenschwere Subventionen durch den Staat. Aber ein jeder mit ein bisschen Sachverstand weiß doch, dass dieses Subventionsmodell in Kürze nicht mehr finanzierbar ist.
Gruß Plancius
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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER