Die Personal-Auswahl ist sehr begrenzt

mabraton, Dienstag, 07.04.2026, 11:17 (vor 8 Stunden, 24 Minuten) @ DT661 Views

Hallo "DT" & alle,

betrachtet man das Ganze aus deutscher/europäischer Sicht hat man es bzgl. der USA entweder mit Pest oder Cholera zu tun. Die Trump-Konkurrenz hätte den Krieg in der Ukraine eskaliert und Deutschland befände sich sehr wahrscheinlich im Krieg mit Russland.

Dafür, dass in den USA ein Präsident an die Macht kommt der weltpolitisch auf Kooperation statt Konfrontation/Dominanz setzt gab es keine Anzeichen.

Trump hat über 4 Jahre hinweg 1-2 mal pro Woche vor tausenden von Leuten gesprochen. So eine Ausdauer ist einzigartig. Ein zentrales Versprechen war keine kostspieligen und verlustreichen Kriege mehr zu führen. Dieses Versprechen hat er jetzt gebrochen. Innerhalb der Ziele die er verfolgt, halte ich ihn für einen Typen der einen guten Instinkt hat was machbar ist und was nicht. In Venezuela hat "shock & awe" funktioniert. Ich vermute, dass er sich deshalb von israelisch-geneigten Beratern dazu verleiten lies einen ähnlichen Verlauf im Iran zu erwarten. Die selben Pappenheimer haben seiner Einschätzung, dass man es im Iran mit brutalen Barbaren zu tun hat, zum Durchbruch verholfen. Eine grundsätzlich grobschnittartige Weltanschauung teilt Trump mit 90% der amerikanischen Elite.
Die Folgen sind, dass der Regime-Wechsel in den Sand gesetzt wurde. Insbesondere hatte er auf die Käuflichkeit innerhalb des iranischen Apparates gesetzt. Es scheint ihm immer noch nicht in den Kopf zu gehen, dass es innerhalb des Iran niemanden gibt mit dem er einen Deal machen kann. Dass er jetzt aufs Ganze geht ist sicherlich seinem Charakter geschuldet.

Wenn man Personen innerhalb der Machtzirkel mit normalen menschlichen Maßstäben bewertet springt man zu kurz. Der Handlungsrahmen ist gesetzt. Wer den Rahmen verlässt, verlässt den Machtzirkel. Ausnahmen dieser Regel sind erwünscht aber nicht absehbar.

Zu Venezuela,
The Atlantic - Venezuela Seems to Be Going … Well?
The administration’s plan is working, but democracy remains elusive.

Der Präsident hatte nicht nur den Kongress umgangen, um eine gewagte Operation zur Absetzung eines ausländischen Staatschefs zu starten, sondern er drohte auch, die Vereinigten Staaten in einen außenpolitischen Sumpf zu stürzen, der den Aufstandsbekämpfungskriegen ähnelte, deren Beendigung er einst versprochen hatte – Kriege, die zu Massenmigration, gewalttätigem Chaos und Bürgerkrieg geführt hatten. Venezuela, so warnten Demokraten und geopolitische Analysten, könnte ein „Irak 2.0“ werden.

Drei Monate später hat sich das Leben in Venezuela wieder normalisiert – was auch immer „normal“ in einem Land bedeutet, das seit Jahren von Unruhen und wirtschaftlicher Not heimgesucht wird. Die Caraqueños, wie die Einwohner der Hauptstadt genannt werden, erzählten mir, dass es auf den Straßen ruhig sei. Der Staat hat seine Praxis der weit verbreiteten willkürlichen Verhaftungen eingestellt. Die staatlichen Dienstleistungen und die trostlosen wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen die Venezolaner leben, haben sich nicht wesentlich verbessert, aber es herrscht ein Gefühl des Optimismus, dass Maduros Abgang die Aussicht auf bessere Zeiten mit sich bringt. Die Öleinnahmen steigen. Und die von Washington handverlesenen Übergangsbehörden unter der Führung von Maduros Vizepräsidentin Delcy Rodríguez haben eine Reihe investorenfreundlicher Maßnahmen auf den Weg gebracht, die von ihren neuen nordamerikanischen Gönnern ausgearbeitet wurden.

Gemessen an den Kriterien, die dem Präsidenten am wichtigsten sind – Zugang zu Öl und die Vermeidung eines langwierigen, politisch schädlichen Konflikts –, funktioniert Trumps Venezuela-Abenteuer. Drei Monate sind keine lange Zeit, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen, und für die Vereinigten Staaten, das Regime und das venezolanische Volk könnte noch vieles schiefgehen. Doch bislang verläuft die Umsetzung der Operation vom 3. Januar gemäß Trumps Plan fast wie am Schnürchen.

beste Grüße
mabraton


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