'Kraft tiefer struktureller Einsichten' zwischen Henri Matisse' Malerei …
bearbeitet von Ostfriese, Donnerstag, 02.04.2026, 08:55
Hallo auf dem Forum
Es geht in meinem Beitrag darum, die … und Paul C. Martins terminlich fixiertem sanktionsbewehrtem - auf Abgabepflicht gegründetem - Debitismus und damit ihre gemeinsamen Denkstrukturen [1] zu begreifen.
Dazu
"Mystische Meditationen begleiten Matisse' schlaflosen Nächte. Er wird sich nie als Katholik bezeichnen, doch am Ende seines Lebens spürt er eine Ambivalenz, ein heimliches Verlangen, das ihm zum Spirituellen zieht. Trotz seiner Lebensweise war er durch seine Erziehung christlich geprägt, und was immer man tut, ein Rest davonbleibt. Um Schlaf zu finden, betete er nachts das Vaterunser und das Ave-Maria. Die Nachfolge Christi gehörte zu seiner Bettlektüre - zum Einschlafen, wie er lachend sagte. Er will alles über die Liturgie und die sie prägenden Dogmen wissen, um jedes Detail der Kunstgegenstände zu durchdenken. Er modelliert einen sehr schmalen Christus, wie im Begriff sich zu erheben. Er stellt den Altar schräg, damit die Zelebranten den Gläubigen nicht den Rücken zukehren. Er entwirft selbst die Messgewänder, deren sechs Farben in der katholischen Tradition eine Symbolfunktion haben und er greift die Trinität Gottes auf: Drei Stufen, drei Fenster und drei Keramikwandbilder, die Matisse und Schwester Jacques-Marie an den Rand des Zerwürfnisses bringen werden. Januar 1950, die Kapelle macht Fortschritte. Die Nebengebäude wachsen. Bald kommt der Betonmischer, um mit den Mauern der Kapelle zu beginnen.
Als ich (Schwester Jacques-Marie) eines Nachmittags nach Nizza kam, lagen die Fliesen des Kreuzweges auf dem Boden. Ich kannte die Skizzen, die an den Wänden hingen. Doch diese Vereinfachung traf mich, wie ein Schlag in den Magen. Wie sollte ich diese Zeichnung durchsetzen? Ich blieb wie gelähmt stehen. Ich musste diesen Kreuzweg erst verdauen, um mich stark genug für den Kampf zu fühlen. Ich fragte nach, um seine Absicht genau zu begreifen. Es ist wohl eines der umstrittensten Werke von Henri Matisse. Für die Kirche stellt diese extreme Reduktion des Kreuzwegs eine Abkehr vom klassischen Pathos eine Negation der Leiden Christi dar. Doch in den Augen des Malers ist sie der reinste Ausdruck.
Der Kreuzweg ist ein Drama, in dem sich alles verdichtet. Alles läuft auf das Kreuz zu. Jesus stirbt am Kreuz. Darum ist dieses Wandbild das größte. Mich hat das Pathos dieses tiefgründigen Dramas ergriffen. Statt es darzustellen, habe ich es durchlebt. Gott hat meine Hand gehalten. Was soll ich tun? Mich fügen, doch die anderen ahnen nichts davon.
Einmal mehr muss Schwester Jacques-Marie den Dominikanerrinnen Matisse' Vision vermitteln. Im Hintergrund entschärft sie die häufigen Konflikte. Diese Diplomatie erschöpft sie - doch sie weiß, dass die Rosenkranz Kapelle fast vollendet ist. Was noch fehlt ist das Herzstück, das der Kapelle ihre Seele verleihen soll: Die Fenster. Für diesen Künstler, der nie aufgehört hat, Fenster zu malen, der sein Leben dem Licht und der Farbe gewidmet hat, wird die Suche nach dem perfekten Glas zur Obsession."
zwischen 40:40 bis 45:50 in
https://www.arte.tv/de/videos/122738-000-A/die-rosenkranzkapelle-das-letzte-meisterwerk... Die Rosenkranzkapelle, das letzte Meisterwerk von Matisse 52 Min. | Verfügbar bis zum 25/07/2026 | TV-Ausstrahlung am Ostersonntag , 5. April um 16:40
Henri Matisse', beim Bau der Rosenkranzkapelle auftretende Triade, der Dreiheit aus den drei Stufen zum Altar, den drei Fenstern und den drei Keramikwandbilder in Verbindung mit der extremen Reduktion des Kreuzwegs und der Negation des Pathos' der Leiden Christi selbst und den pathetischen sakralen historischen Darstellungen, findet, ebenfalls jenseits allen Pathos', ihre Entsprechung - als reinster Ausdruck - in Paul C. Martins machtbasiertem Debitismus auf der Grundlage der terminlich fixierten Zwangsabgabe und der Sanktionierung im Falle der Nichtleistung: Abgabe, Termin und Sanktion heißen die drei Axiome, die die klassisch-ökonomischen Betrachtungsweisen nicht erkennen können, da der wahre machttheoretische Hintergrund außen vor bleibt.
Vor dem Hintergrund von dotters Erkenntnis, dass der Endpunkt der zivilisatorischen Entwicklung die Tyrannis ist, und Mao Tse-tungs Satz, dass die politische Macht […] aus den Gewehrläufen [kommt], also eine extreme Reduktion des Politischen nach innen und außen darstellt, sind in der Sprache der aristotelisch - parmenideischen Weltsicht alle weiteren Diskussionen und Texte über Geld, Wirtschaft usw. obsolet.
Mit hoffnungsvollen österlichen Grüßen ziehe ich mich vom Forum zurück - Ostfriese
PS
[1] https://abelprize.no/sites/default/files/2026-03/pressrelease_german__Abelprize%202026.pdf Gerd Faltings erhält den Abel-Preis 2026 Seine außergewöhnlichen Leistungen vereinen geometrische und arithmetische Perspektiven und veranschaulichen die Kraft tiefer struktureller Einsichten.