Reisebericht Moskau (1)
Eine Reise nach Russland beginnt mit der Beschaffung eines Visums. Dies ist seit einiger Zeit via Webseite von zu Hause aus möglich. Weil die russischen Behörden in der EU sanktioniert sind und keine Bankverbindung haben, wurde mein Visumantrag in Abu Dhabis russicher Botschaft bearbeitet. Das Visum kam pünktlich nach 4 Werktagen und ich habe es per Visakarte in AED (ca. 42 Euro) an eine Bank in den VAE bezahlt.
![[image]](https://i.postimg.cc/RFq04kYc/Strasse-erleuchtet.jpg)
Fußgängerzone Arbat im Schnee mit vielen Lichtern
Da es keine Flüge und Züge mehr nach Russland gibt, habe ich verschiedene Alternativen geprüft. Viele Russlanddeutsche fahren mit dem Auto nach Kaliningrad und fliegen dann mit der nächsten Maschine nach Russland. Allerdings kann man den Grenzübertritt von Polen nach Russland nicht kalkulieren. Die Wartezeit an der Grenze beträgt je nach Lust und Laune der polnischen Grenzer zwischen 2 und 36 Stunden. Geht für mich aber auch so nicht, weil ich keinen Flug buchen und bezahlen kann. Für die Russlanddeutschen werden die Flüge von ihren Verwandten vor Ort in Russland gebucht.
Überhaupt kann man vor einer Reise nichts buchen, weil man ja nichts zahlen kann. Schon bei einer Hotelbuchung ist man auf die Nachsicht des Hotels angewiesen, dass man bucht und erst bei Anreise in Cash bezahlt. Eine Theater- oder Konzertbuchung ist überhaupt nicht möglich. Deshalb fiel auch der erwünschte Besuch eines Ballets im Kremlpalast leider ins Wasser für uns.
Der schnellste Weg geht über Belgrad nach Moskau. Air Serbia ist aber unverschämt teuer. Ich habe deshalb den Weg von Berlin über Istanbul nach Moskau mit Pegasus Airlines gewählt.
![[image]](https://i.postimg.cc/g20HFJKt/Moscow-City.jpg)
Blick aus unserem Hotel auf Moskau City
Weil bei der Anreise nach Moskau ein Schneesturm über Moskau mit 45 cm Neuschnee tobte, bin ich bereits von einer Verspätung des Fluges ausgegangen. Doch ich war sehr erstaunt, als wir in Vnukovo gelandet sind, dass die Russen auch in einem Schneesturm dort alles im Griff haben. Räumfahrzeuge, Traktoren mit Schiebeschildern, Schneefräsen haben die Landebahnen freigehalten. Auch das Enteisen der Flugzeuge läuft dort wie am Fließband. Alles ist hervorragend organisiert. Insgesamt sind wir mit 15 Minuten Verspätung gelandet.
Ich war gefühlt der einzige deutsche Tourist in Moskau. Weder im Hotel noch in den Touri-Hotspots habe ich ein deutsches Wort vernommen. Aber die Stadt wimmelt nur so vor Touristen. Sehr viele Chinesen, dann kommendie Inder, dann mit Abstand die Araber.
Man hat den Eindruck, die Russen werden von den Chinesen überrannt. In den Schulen wird so gut wie kein Deutsch mehr unterrichtet. Dafür lernen die Kinder schon im Vorschulalter chinesisch. Die Orientierung in Richtung China ist unübersehbar, nicht nur im Stadtbild mit den viele Chinesen, auch kulturell hat China seinen Einfluss ausgedeht. Am größten ist der starkt gewachsene wirtschaftliche Einfluss. Die Märkte, die sich die Deutschen und anderen Europäer in Jahrzehnten mühsam erobert haben, sind in 2022 über Nacht von den Chinesen besetzt worden, sei es bei Automobilen, Konsum- oder Investitionsgütern.
![[image]](https://i.postimg.cc/HsYQXxFv/Blick-aus-Europas-hochstem-Restaurant.jpg)
Blick aus der 85. Etage, Europas höchstem Restaurant, auf Moskau City
Der öffentliche Nahverkehr ist in Moskau einer der besten der Welt. Metro, Busse und Straßenbahnen fahren in kurzen Taktzeiten. Die Metro fährt alle 90 Sekunden. Alles ist sehr sauber. Keine aufgeschlitzten Sitze, kein Graffiti, kein Dreck, keine klebrigen Flecken, keine Kotze am Boden. Die neueren Busse und Metrowaggons besitzen interaktive Bildschirme, wo man sich als Tourist über Verbindungen informieren kann. An den Sitzplätzen befinden sich USB-Ladebuchsen. In der Metro und an vielen Stellen der Stadt hat man Zugang ins Internet über freies WLAN. Der Zugang zum öffentlichen WLAN ist aber wohl nur für russische Telefonnummern möglich. War mir aber egal, weil ich mit meiner eSimm über Beeline auch im tiefsten Metrotunnel Mobilfunkempfang hatte.
![[image]](https://i.postimg.cc/HW2MYmnq/Metrokarte-mit-USB.jpg)
Interaktive Karte in der Metro mit USB Ladebuchsen
![[image]](https://i.postimg.cc/sxDvQB1d/USB.jpg)
USB Ladebuchse direkt am Sitzplatz
Die früheren Oberleitungsbusse mit dem hässlichen Kabelgeflecht sind durch normale Kamaz-Elektrobusse aus russischer Produktion ersetzt worden. Diese fahren leise und abgasfrei durch die Stadt.
![[image]](https://i.postimg.cc/XJxvbVxb/Kamaz-Elektrobus.jpg)
Kamaz Elektrobus
![[image]](https://i.postimg.cc/XJ2nPs7V/Bus.jpg)
Im Bus kann man die Fläche für Rollstühle usw. auch in Sitzplätze umwandeln. Überall digitale Anzeigen.
Der russische Internetgigant Yandex ist überall präsent. Yandex bietet nicht nur eine Suchmaschine, Maps und weitere Webseiten an. Nein, Yandex ist auch ein Handels- und Logistikkonzern. Yandex ist praktisch Google, Amazon und Uber in einem Konzern vereint.
Mit Yandex-Go kann man sich jederzeit analog zu Uber ein Taxi rufen. Die Bezahlung funktioniert über das mit Yandex verknüpfte Konto. Taxi ist in Moskau ein normales, etwas teureres Verkehrsmittel. Sie fahren mit den Bussen auf separaten Spuren und entgehen so den allgegenwärtigen Staus. Ab und zu habe ich auch ein autonom fahrendes Yandex-Taxi gesehen. Sie sehen genauso aus wie die Waymo-Autos in Kalifornien. Wegen des vielen Schnees, eingeschränkter Fahrspuren, häufig nicht sichtbarer Fahrbahnmarkierungen haben sie aber im Winter so ihre Probleme.
Die Russen lassen sich seit Corona fast alles liefern. Niemand schleppt mehr seine Einkäufe, Flaschen mit Milch oder Kästen mit Getränken in die 20.Etage seines Wohnturms. Die Wohnungen sind im Durchschnitt klein, man hat keine Lagermöglichkeiten, weshalb man auch seine Getränke flaschenweise kauft. Neben den Supermärkten steht eine Armada an Elektrorollern. Die Ware wird mit Elektrorollern oder zu Fuß mit Paketrucksäcken zu den Kunden geliefert. Der Lieferservice ist übrigens kostenlos. Die Supermärkte haben alle durchweg die Preise erhöht, so dass der Käufer im Markt praktisch den Lieferdienst mit subventioniert.
Jedenfalls wuseln Elektroroller und Lieferboys mit ihren großen Rucksäcken den ganzen Tag durch die Stadt.
![[image]](https://i.postimg.cc/YC32g2KM/Lieferdeinst-mit-Moped.jpg)
Yandex Lieferdienst mit Elektroroller
![[image]](https://i.postimg.cc/4xBZy8VQ/Lieferdienst-zu-Fuss.jpg)
Einer der unzähligen Yandex Lieferboys zu Fuß
An bestimmten Orten, z.B. im Wolkenkratzerviertel Moskau-City wird die Auslieferung auch über die Yandex-Roboter durchgeführt. Wegen der Berge voller Schnee haben die Yandex-Roboter während meines Aufenthalts jedoch Pause gehabt.
![[image]](https://i.postimg.cc/HsMC0Y5d/Lieferroboter.jpg)
Yandex Lieferroboter
Der Winterdienst ist vorbildlich. Wenn es an einem Tag viel schneit, schieben die Räumfahrzeuge den Schnee erst einmal beiseite, der sich dabei m Straßenrand zu einem hohen Berg auftürmt. Am nächsten Tag rücken dann die Radlader an und laden den Schnee auf Lkw’s, die den Schnee dann zu Aufbereitungsanlagen fahren, die aus Schnee Wasser produzieren. Er wird nicht mehr wie früher in die Moskwa gekippt. Die Straßen werden in vielen Fällen nicht gesalzen, sondern mit einer biologisch abbaubaren Glukoseverbindung schnee- und eisfrei gehalten. Damit soll auch das viele straßenbegleitende Grün geschützt werden.
![[image]](https://i.postimg.cc/rFMv418Y/Schnee-vom-Dach.jpg)
Schnee wird vom Dach gefegt, damit die Fußgänger bei Tauwetter nicht von schweren Eiszapfen und Lawinen erschlagen werden.
Tausende Männer und Frauen schaufeln auf Gehwege und in Parks Schnee und halten die vielen Treppenstufen der Straßenunterführungen und Metrostationen schneefrei oder beseitigen den Schnee mit kleineren Schneefräsen. An Tagen mit starkem Schneefall müssen auch die Angestellten des öffentlichen Dienstes ran, Schnee zu räumen. Dafür gibt es in jeder Abteilung ausgearbeitete Schneeräumpläne.
Überhaupt ist Moskau eine Dienstleistungsstadt. Viele Arbeitskräfte sind im Servicesektor beschäftigt. Im Restaurant oder im Museum gibt man seine Garderobe ab, überall wird gefegt, gewischt, geputzt und geräumt. Der Personalbesatz in Geschäften, Restaurants, Museen – überhaupt im öffentlichen Raum – ist wesentlich größer als bei uns. Man sieht hier keine Arbeitslosen oder Migranten auf Metrostationen, in Bahnhöfen, Parks oder an Straßenecken rumhängen. Irgendwie scheint ein jeder einer Beschäftigung nachzugehen.
![[image]](https://i.postimg.cc/HWRrsLdg/China-Neujahr.jpg)
Chinesisches Neujahrsfest am Roten Platz. Die Chinesen sind überall präsent.
Viel wird in öffentliche Sicherheit investiert. Egal, welches Gebäude man betritt, ob Metro, Bahnhof, Supermarkt, Mall, Museum oder sonstiges öffentliches Gebäude, überall muss man durch eine Sicherheitsschleuse gehen und ggfs. seinen Rucksack oder sonstiges Gepäck öffnen und vorzeigen. Diese Maßnahme sind manchmal lästig und kosten hier und da etwas Zeit.
Die Polizei ist überall präsent und fährt kontinuierlich Streife. Straßen, Gehwege, Plätze, Unterführungen, Metros, Busse, Museen, alle sonstigen öffentlichen Gebäude werden per Kamera plus Gesichtserkennung überwacht. Es muss Millionen an Kameras in Moskau geben. Von jedem Touristen werden bei Einreise Fingerabdrücke genommen und ein Foto vom Gesicht wird geschossen.
Diese Maßnahmen führen zu einem hohen Grad an öffentlicher Sicherheit und einem guten Sicherheitsempfinden. Frauen kehren auch hier in der Nacht allein von der Arbeit nach Hause. Die Aufnahmen der Kameras werden alle in einem gigantischen Rechenzentrum mit KI ausgewertet. Einer der wenigen Kriminellen wird im Durchschnitt innerhalb einer halben Stunde gefasst.
![[image]](https://i.postimg.cc/yxbc7hnK/Fahnenmeer-mit-Putin.jpg)
Ein Fahnenmeer mit russischen Fahnen. Putin ist überall präsent. Frauen und Männer werben für Putin.
Zur Zeit werden die Metrostationen nach und nach mit Gesichtserkennungssystemen nachgerüstet. Dann checkt man beim Eingang in die Metro nicht mehr mit Handy oder Plastikkarte ein, sondern kann an der Schleuse direkt durchlaufen, das Gesicht wird erkannt und die Tür öffnet sich. Das System wird aktuell mit den Moskauer Studenten erprobt, in der Metro läuft aber bereits überall Reklame, dass man auch den schnelleren und effizienteren Zugang per Gesichtserkennung wählen soll.
Auffällig sind in Moskau die vielen Frauen mit einer „Duck Mouth“ (Entenschnabel). Ihr Gesicht ist durch aufgespritzte Lippen, die mehr oder weniger schlecht gemacht sind, verunstaltet. Dafür sind wesentlich weniger Leute tätowiert als bei uns.
Der Fuhrpark unterscheidet sich von unserem. Die dominierenden Autos in Moskaus sind dicke SUV und große Limousinen. Taxis sind in der Regel Hyundai Elantra. Ein großer Teil der Moskauer hat kein Auto, weil der Erwerb eines Parkplatzes im Wohngebiet in der Tiefgarage oder auf der Straße sehr teuer ist. Ich habe in Deutschland noch nie einen Mercedes Maybach gesehen, in Moskau jedoch gleich mehrere jeden Tag.
![[image]](https://i.postimg.cc/ncZqtkxY/SB-Kassen.jpg)
In der Supermärkten fast nur noch SB-Kassen. An den 2 besetzten Kassen kostet es extra. Zahlungsverkehr nur selten in Cash. Fast alles mit Karte oder Handy.
Tagsüber fahren die begüterten Moskauerinnen mit ihren BMW X6, Audi Q7 oder dicken Mercedes SUV durch die Stadt und parken vor den Boutiquen und in den Malls. Eigentlich völlig unverständlich, dass diese Klientel in der Großstadt solche Panzer an Autos fährt. Sie haben immer Probleme beim Parken mit ihren riesigen Wagen. Das wäre mir lästig, aber die Russen legen viel Wert auf äußeren Status. Understatement ist nicht ihr Ding.
Die Frauen sind eigentlich sehr hübsch, aber durch aufgespritzte Lippen und übermäßig Botox verunstaltet und haben durch die vielen Eingriffe die schöne, natürlich Symmetrie ihrer Gesichter zerstört. Sie tragen in der Regel braun-weiße Pelzmäntel, fellbesetzte Stiefel, haben eine weiße Wollmütze auf, tragen eine große Designerbrille und eine Gucci-Tasche mit Goldketten über ihren Ellbogen. Diese Art begüterter Frauen sind nicht wie bei uns punktuell anzutreffen, sondern eine Massenerscheinung in Moskaus.
![[image]](https://i.postimg.cc/x1qpGgBF/Reklame-fur-Armee.jpg)
Werbung für den Dienst in der Armee
Die Malls sind auch häufig so geschnitten, dass ein Teil mit Glanz und Glamour, Wasserfällen und offenen, goldbesetzten Fahrstühlen und vielen exquisiten Boutiquen für diese erlesene Kundschaft gemacht ist, der andere, weniger aufwändig gestaltete Teil für die Einkäufe der Mittelschicht.
Trotz der Sanktionen quellen die Malls, Geschäfte und Supermärkte über mit westlichen Waren. Die Preise im Supermarkt für Waren des täglichen Bedarfs sind den unseren beim Rewe oder Edeka vergleichbar. Drogerieartikel und westliche Waren sind einiges teurer. Die Mehrwertsteuer ist erst Anfang 2026 von 20% auf 22% erhöht worden. Der Ukrainekrieg fordert auch von der breiten Masse seinen Tribut.
Egal, wohin man schaut, überall sieht man deutsche Produkte. Sei es die Rolltreppe von OTIS, der Fahrstuhl im Hotel von ThyssenKrupp, Küchen von Küppersbusch, die ganzen Limousinen und SUV aus deutscher Produktion, bayerisches Bier in Restaurants und Supermärkten, Miele Haushaltsgeräte. Und die ganze Palette an Produkten von Procter & Gamble und ColgatePalmolive in den Supermärkten ist auch nicht zu übersehen.
Überhaupt sind die Amerikaner noch fett im Geschäft drin mit den Russen. Die Amis lassen sich von den Sanktionspaketen anscheinend nicht beeindrucken. Das fängt schon damit an, dass ich als Deutscher keine Euro-Banknoten nach Russland einführen darf, aber unbegrenzt Dollar mitführen kann (alles über 10.000 USD muss deklariert werden).
![[image]](https://i.postimg.cc/VL3Y0YfG/Strassen-nachts-erleuchtet.jpg)
![[image]](https://i.postimg.cc/SxpfThTn/Strasse-erleuchtet.jpg)
Die Straßen sind hell erleuchtet und mit Lichtern geschmückt
Es gibt bei Neuanschaffungen langlebiger Konsum- oder Investitionsgüter einen starken Shift in Richtung chinesischer Produkte. So sieht man im Stadtbild jetzt viele hässliche große, protzige chinesische Limousinen und SUV’s, deren Marken ich nicht kenne. Das hat mit der mangelhaften Ersatzteilversorgung und dem fehlenden Service für westliche Produkte zu tun.
![[image]](https://i.postimg.cc/FHm0bxzS/Parks-erleuchtet.jpg)
Auch die Parks sind mit vielen Lichtern geschmückt
Weil russische Käufer aber viel Wert auf Status legen, werden die westlichen (Konsum)Marken nach den Sanktionen wieder schnell Fuß auf dem russischen Markt fassen können. LVMH mit seinen Luxusmarken, die deutschen Premiumautohersteller, italienische Küchen, Miele, Küppersbusch & Co. Können also wieder schnell den russischen Markt bearbeiten.
![[image]](https://i.postimg.cc/5tyYpKVq/Mall.jpg)
Mall am Kiewer Bahnhof
![[image]](https://i.postimg.cc/brhvX3K9/Kuppersbusch.jpg)
![[image]](https://i.postimg.cc/3J9x6j9C/Miele.jpg)
Küppersbusch und Miele sind wohl noch fett im Geschäft
Schwerer sieht’s bei Investitionsgütern aus, wo weniger Status aber umso mehr stabiler Service zählt. OTIS wird wohl auch nach den Sanktionen den russischen Markt nur punktuell bearbeiten können.
![[image]](https://i.postimg.cc/vThbJM7v/Burgerking.jpg)
McDonald's ist weg. Burger King ist noch da.
![[image]](https://i.postimg.cc/L4wcsJ55/Ferrero.jpg)
Produkte von Ferrero
![[image]](https://i.postimg.cc/7PFRkjt3/Bier.jpg)
Deutsches Bier
![[image]](https://i.postimg.cc/7h0mhYtL/Procter.jpg)
Procter & Gamble
![[image]](https://i.postimg.cc/139JRSGn/Henkel.jpg)
Henkel verkauft auch noch
![[image]](https://i.postimg.cc/zXkFcQ97/Kuchenstudio.jpg)
Gibt es ein Küchenstudio ohne Miele?
![[image]](https://i.postimg.cc/rsNx7dYS/Starbucks.jpg)
Starbucks ist jetzt Stars Coffee. Erstaunlich ist, dass die Logos immer fast identisch sind.
![[image]](https://i.postimg.cc/K8k4MkrJ/Apollo.jpg)
Das war mal Apollo Optik
![[image]](https://i.postimg.cc/44W32bWc/Zara.jpg)
Zara heißt jetzt Zarina
![[image]](https://i.postimg.cc/d0cQZW0h/Boutique-Putin-team.jpg)
Eine Boutique mit Kleidung in Russland entworfen, produziert und vermarktet.
![[image]](https://i.postimg.cc/FFC9VFKn/Media-Markt.jpg)
Vor 2022 war das hier der Media Markt
![[image]](https://i.postimg.cc/j5dbyBYW/Adidas.jpg)
Adidas und Puma sind die bestimmenden Marken im Sportgeschäft
Was mir besonders aufgefallen ist, man sieht praktisch keine alten Menschen oder die Altersgruppe Ü60. Weder im Zentrum noch in den Außenbezirken. Auch keinen einzigen Rollator. Man kann ja verstehen, dass bei Eis und Schnee betagte oder gehbehinderte Menschen nicht auf die Straße gehen. Dass man aber außer ein paar Garderobenfrauen auch keinen Berufstätigen um die 60 Jahre sieht, ist schon auffällig.
Sterben die Leute hier in Russland schon mit 60? Kann aber auch nicht sein, weil vor den Hotels immer Reisegruppen mit russischen Pensionären auf ihre Busse zu warten. Die russischen Pensionäre sind übrigens mittlerweile genauso reisewütig wie ihre deutschen Pendants. Die Renten sind stark gestiegen und sie fliegen jetzt quer durchs Land und besichtigen Städte und Naturlandschaften.
Ich bin jedenfalls noch immer überwältigt von meinen Eindrücken. Moskau hat sich extrem verändert im Vergleich zum Jahr 2003, wo ich das letzte mal in der Stadt weilte. Gleichzeitig bin ich traurig, denn nach jeder Reise ins Ausland wird mir bewusst, wie weit wir im Vergleich zu den entwickelten Ländern dieser Welt zurückgefallen sind. Deutschland und insbesondere Berlin ist in weiten Teilen dysfunktional und ein einziges Drecksloch mit unkultivierten Menschen geworden.
Und was noch viel schwerer wiegt ist die Gleichgültigkeit, mit der die Deutschen diesen Abstieg so hinnehmen. Meine Freunde und Kollegen reagierten auf meine Bilder mit Kommentaren zu Moskau in der Art: „Lieber lebe ich in einem Drecksloch als in einer Diktatur Putinscher Prägung.“ Oder „Wenn es mir dort so gut gefällt, solle ich doch nach Russland auswandern.“
Genau das ist das tiefe Problem in unserem Land. Für alle Missstände werden Entschuldigungen gesucht, und das wo eins mit dem anderen nichts zu tun hat. In Russland habe ich davon erfahren, dass auf dem Münchner Flughafen 500 Passagiere in der Nacht auf dem Rollfeld in ihren Flugzeugen eingesperrt waren, weil die Busfahrer alle Feierabend hatten. Auch hier wurden in den Kommentaren auf X alle möglichen Entschuldigungen gesucht, obwohl der gesunde Menschenverstand sich über einen solch ungeheuerlichen Vorgang zunächst mal empört.
Im nächsten Teil des Reiseberichts dann ein paar Punkte zu:
- Russen in Gated Communities
- Napoleon, Hitler und das kollektives Gedächtnis der Russen
- Wie die westlichen Konzerne sich 2022 verabschiedet haben
- Die Meinung zum Ukrainekrieg
- Wie werden die Deutschen gesehen
- Ukraine Krieg im Alltag
- Beurteilung von Putin
Gruß Plancius
--
"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER