Ist natürlich alles Ansichtssache.

helmut-1, Siebenbürgen, Donnerstag, 19.02.2026, 16:12 (vor 1 Tag, 13 Stunden, 3 Min.) @ FredMeyer900 Views
bearbeitet von helmut-1, Donnerstag, 19.02.2026, 16:16

Ich erinnere mich an meine Studienzeit in Hohenheim. Da haben wir im Gäu gelebt, und das war 1973 - 1975. Ich hatte am Nachmittag noch in Stuttgart zu tun und sollte zu meiner Frau und zu unserer neugeborenen Tochter (damals 6 Monate alt) nach Hause fahren. Plötzlich begann es zu schneien, und zwar heftig, mit dicken, großen Flocken. In kurzer Zeit war die Schneehöhe über jedes übliche Maß gestiegen, es waren mindestens 30, wenn nicht sogar 40 cm.

Ich war gerade auf der Durchfahrt durch Sindelfingen und blieb im Verkehr stecken. Warum: Weil nichts mehr ging. Die Straßenbahnen blieben stehen, die Autos auch auf der Straße, die Autofahrer stiegen dann aus, schlossen die auf der Fahrbahn befindlichen Autos ab und gingen zu Fuß nach Hause.

Was sollte ich machen, ich hatte noch ca. 20 km bis nach Hause, Handy hatte ich keines, und ich wusste, dass sich meine Frau Sorgen machte. Es war nicht zu erwarten, dass sich da eine schnelle Lösung anbieten würde, weit und breit kein Schneeräumungsgerät in Sicht, und es schneite immer weiter.

In de Nähe war eine Tankstelle, und ich ging dorthin, um zu telefonieren. Da bemerkte ich, dass die im Verkaufsregal zwei Paar Schneeketten hatten, für meine 14"-Reifen (es war mein erstes Auto, ein alter DB 190, der mit den Flossen am Heck). Ich kaufte mir diese beiden Paare, ging wieder zum Auto zurück und montierte diese Ketten sowohl vorne als auch hinten.

Da ich die Gegend dort gut kannte, wusste ich auch, wo sich die Feldwege neben der Bundesstraße befanden. Dann bin ich von der Straße weg, auf die Feldwege, und von dort bin ich mit dem 2. Gang nicht mehr vom Gaspedal weg, sondern durchgebraust. Ich weiß heute noch, wie die Schneefontänen links und rechts hochgespritzt sind, aber ich kam bis nach Hause. Hätte ich irgendwie anhalten müssen, wer weiß, ob es dann überhaupt noch weitergegangen wäre.

Stellt sich die Frage, ab wann man das Wort "Chaos" verwendet. Stellt sich die Frage, ab welchen Schneehöhen Du das mit Gelassenheit siehst. Viele erinnern sich an diesen Vorfall um Stuttgart gar nicht mehr, ich aber schon. Hab mal neugierigerweise in KI nachgesehen, und dort schreibt man:

Der Winter 1974/1975 war in Süddeutschland, einschließlich der Region Sindelfingen/Böblingen, durch überdurchschnittliche Schneemengen und eisige Phasen geprägt, die teilweise als Teil eines „Jahrhundertwinters“ in den Alpenregionen wahrgenommen wurden.

Auswirkungen:
Verkehr: Es kam zu erheblichen Problemen im Straßenverkehr, da die Räumdienste kaum hinterherkamen. Die Schneemengen führten zu verstopften Straßen und Unfällen.
Infrastruktur: Schwere Schneefälle und Verwehungen sorgten für Unterbrechungen im öffentlichen Leben.

Sowas hatte ich als Kind in Wien erlebt, ich glaube im Winter 1960. Auch da hatte es innerhalb einer Stunde mehr als 40 cm heruntergemacht.

Was die Bürger draus machen, schreibst Du. Sehe ich anders. Nicht die Bürger machen das Chaos, (ich hab mich ja auch in Sindelfingen zurechtgefunden), sondern die zuständigen Verwaltungen, die sich z.T. nicht auf derartige Extreme vorbereiten und im Ernstfall auch nicht die entsprechende Kapazität zur Verfügung haben.

Genauso, wie sich die Verantwortlichen nicht auf eine plötzliche Temperaturerwärmung einstellen können, wobei die weiße Pracht sich ganz schnell in Wasser auflöst und zu Überschwemungen führt.

Zusammengefasst kann man sagen:
Das Chaos kommt von oben. Erst in weißer Pracht, und dann mit den Folgen, wobei wieder "die da oben" schuld sind.

So ist es auch in Rumänien. Allerdings muss man auch die Wetterkapriolen berücksichtigen, wie auf diesem Video:

https://www.facebook.com/reel/1592274531994323

Diese Straße war bereits geräumt, aber der Sturm mit z.T. über 100 km hat das Aussehen wieder leicht verändert.


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