Macht es Sinn, als kleine Firma auf einen Steuerberater zu verzichten?
Emanuel Boehminghaus teilt gerade auf X seine Erfahrungen mit seinen Steuerberatern mit und wettert ziemlich heftig gegen die Branche. Er meint, dass von den Steuerberatern faktisch keine Beratungsleistung erbracht wird. Vielmehr sind es immens teure Vollzugsbeamte des Finanzamts, die nur selten im Interesse ihrer Klienten handeln.
https://x.com/E_Boeminghaus/status/2022608241230803372
Hier ein Kommentar, der es ziemlich korrekt trifft.
"Steuerberatung ist das Produkt von auf die Spitze getriebener nicht wertschöpfender Arbeit, die nicht nur das Produkt nicht verbessert, sondern sogar noch die Effizienz der Betriebe beschneidet, in dem man ihnen Schmarotzer ans Bein bindet."
Ich kann die Ausführungen von Boehminghaus zu 100% unterschreiben.
In den 13 Jahren meiner Selbstständigkeit habe ich noch keine einzige Beratungsleistung seitens des Steuerberaters erfahren. Obwohl ich der Buchführung mächtig bin, diese selbst mit Collmex erstelle, sowohl Umsatzsteuervoranmeldung, Lohnsteueranmeldung als auch die Intrastat für EU-Geschäfte per EDI anmelde, kommt der Steuerberater jedes Jahr mit Nachzahlungen um die Ecke.
Am schlimmsten wird es bei einer Betriebsprüfung. Da fordert das Finanzamt schon mal einige 10.000 Euro nach, gegen die man dann durch diverse Schreiben und Argumentationen vorgehen muss, bis sie vom Finanzamt wieder zurückgezogen werden oder die Nachzahlung sich auf einen kleinen Betrag reduziert.
Die Argumentation gegen das Finanzamt erfordert eine genaue Kenntnis meines Geschäfts, die ein Steuerberater so nicht haben kann. Der Steuerberater übernimmt dann meine Argumentation und schickt sie in seinem Namen ans Finanzamt.
Die ganzen Schreiben der Betriebsprüfung gehen beim Steuerberater ein, der sie dann an mich weiterleitet. Obwohl ich die ganze Arbeit damit habe und mir dadurch einige Tage Umsatzverlust durch die Lappen gehen, schlägt eine solche Betriebsprüfung noch mit einigen 1.000 Euro Honorar beim Steuerberater zu Buche. Und das, obwohl keine Leistung erbracht wurde, er praktisch nur als extrem teurer Zwischenhändler zwischen mir und Finanzamt fungiert.
Die Kosten zur Erstellung des Jahresabschlusses meiner GmbH sind in 12 Jahren von 1.600 Euro auf mittlerweile 4.300 Euro angestiegen. Und all das, wo ich dem Steuerberater alles mundgerecht im DATEV-Format liefere und wirklich alles selbst mache.
Für mich ist jetzt eine Grenze erreicht, den Jahresabschluss selbst zu erstellen. Eigentlich müsste doch allein mit KI mittlerweile alles möglich sein. Auch die Buchführung müsste man doch wesentlich preiswerter durch freiberufliche Buchhalter erstellen lassen können. Warum immer einen Steuerberater mit seinen extrem hohen Stundensätzen dafür beauftragen?
Ich wünsche mir, dass mit KI die parasitäre Zunft der Steuerberater arg zusammengestutzt wird und der ganze Buchhaltungskram wesentlich preiswerter wird.
Es ist ja nicht nur der Steuerberater, der parasitär an meiner Wertschöpfung saugt. Er ist aber mit Abstand der teuerste Parasit. Neben dem Steuerberater gibt es ja noch weitere "Dienstleister", die im Auftrag des Staates "Nichtleister" oder "Minderleister" sind und deren Honorare jedes Jahr kräftig ohne reale Wertschöpfung steigen.
Ich denke hierbei an IHK, GEZ, Schornsteinfeger, Energieberater, TÜV usw. Einige der eben genannten machen ja durchaus Sinn, aber der erforderliche Umfang ihrer Tätigkeiten ist zu groß bemessen oder das Intervall ihrer Prüfungsarbeiten ist zu kurz. So erscheint deren Leistung für den Bürger eben eher als Abzocke, denn als Gegenstand verantwortungsvoller Arbeit.
Gruß Plancius
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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER
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