Gas: Niederlande & Co. vs. Italien & Co.

Revoluzzer @, Donnerstag, 29.01.2026, 19:43 vor 2 Tagen 2235 Views

bearbeitet von Revoluzzer, Donnerstag, 29.01.2026, 19:52

Der Blick auf https://agsi.gie.eu/ ist schon interessant:

Bei 20% ist ja angeblich Feierabend.

Kroatien 22,8%
Niederlande 28,3% mit Tagesabnahme von -0,76%, also ist in 11 Tagen ist Ende Gelände (bei gleichbleibender Entnahme).
Frankreich und Beligen beide 33,x%

Deutschland 35,1, Tagesabnahme -0,82%, also in 19 Tagen ist Ende Gelände.

EU insgesamt 43,5%.

Jetzt das Interessante:

Ungarn 45,7
Italien 59,3% (!)

Sprich: Die stabilen Rechtsregierungen haben vorgesorgt, die woken EUler nicht. Zufall? Glaube ich nicht. Kleines Einmaleins kann selbst ein Merz. Also: Welches Interesse verfolgen die? Gewollte Gaskrise zwecks Legitimation für Wärmepumpen und Wärmepläne und Gedöns?

Weis' jemand, wie Kroatien damit umgeht? Bei denen ist ja schon Ende Gelände. Bekommen die jetzt Gas (teuer?) aus Italien?

Dito Niederlande. Die 14-Tage Wettervorhersage für die Niederlande ist, dass es kalt bleibt. Damit ist quasi sicher, dass denen das Gas ausgehen wird. In weniger als zwei Wochen. Und die Nachbaren D, Beligen, F können auch nichts liefern. Game over?


PS: Exitus Ukraine 20,4%. S'isch vorbei.

PPS: Die Legende bei Agsi zeigt auch die Möglichkeit 1-10% Füllstand. Bedeutet das, dass die 20% nicht stimmen? Dass man bis 10% oder weniger runter gehen kann? Das würde das Bild deutlich entschärfen. Dann würden wir es wohl durch den Winter schaffen.

Die EU hat doch vereinbart, bei Bedarf, untereinander Gas zu teilen

Joe68 @, Donnerstag, 29.01.2026, 20:12 vor 2 Tagen @ Revoluzzer 1516 Views

Es wird sich zeigen, ob die EU jetzt das Wort hält, und andere Länder aushelfen, oder ob die EU eine Schönwetter Veranstaltung ist.

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Der ungerechteste Friede ist noch immer besser als der gerechteste Krieg - Cicero

Geht bis null. Kissengas ist bei den Messungen berücksichtigt.

Ankawor @, Donnerstag, 29.01.2026, 21:13 vor 2 Tagen @ Revoluzzer 1685 Views

(Technisch interessierter Laie hat gelesen)

Die Zahlen gehen bis null. Wenn der Speicher bei null ist, ist noch das Kissengas drin. Das bleibt auch drin, weil es nicht rauskann.

Somit könnte es wohl auch bis nahe null gehen. Aber soviel ich weiß, kommt gegen Ende weniger raus.

Bei mir im Zelt kenne ich das vom Gaskocher. Morgens Kaffee kochen? Schwache Flamme, dann weiß ich schon, lasse alle Hoffnung fahren, es kann nur noch schwächer werden. Während ich hoffe, dass die schwache Flamme das Wasser erhitzt, wird sie ständig schwächer.

Ich muss die Flasche tauschen, ohne vorher Kaffee zu kriegen. Ich hasse das, daher weiß ich es.

Bei den linken Yuppies bei Linkedin hat jetzt einer erklärt, warum das alles rechter Mist ist. Mit zugegeben viel Hintergrundwissen hat er geschrieben, dass da überhaupt nichts passiert.

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Zu jeder Zeit geht unter,
was träge ist und faul.
Stillschweigend schafft der Meister,
der Stümper braucht das Maul.

Dann müssten Italien und Polen D, F, Bel und NL retten.

Revoluzzer @, Donnerstag, 29.01.2026, 21:26 vor 2 Tagen @ Joe68 1249 Views

Wäre das nicht eine Ironie der Geschichte? Die Eurokraten in Brüssel und Berlin sitzen im Warmen von Melonis und polnischen und ungarischen Gnaden.

Aber machen die das, denn damit gehen sie ja für sich selbst ins Risiko? Geht das technisch?

Danke. Dann dürfte das sich ja "noch mal ausgehen"

Revoluzzer @, Donnerstag, 29.01.2026, 21:32 vor 2 Tagen @ Ankawor 1447 Views

bearbeitet von Revoluzzer, Donnerstag, 29.01.2026, 21:37

Vermute mal, die haben Kompressoren, um den Gasdruck anzugleichen.

Kissengas ist in der Füllstandanzeige inkludiert

Martin @, Donnerstag, 29.01.2026, 21:57 vor 1 Tag, 23 Stunden, 49 Min. @ Ankawor 1466 Views

Die Füllstandangabe in Prozent ist das "Arbeitsgas" plus "Kissengas". Das heißt, bei 40 % Füllstand können keine 40 % entnommen werden. Die Grenzen sind nicht einheitlich, aber man kann davon ausgehen, dass unterhalb von 20 % die Entnahmeleistung merklich abfällt, unterhalb von 15 % die Entnahme nur noch minimal ist.

Wenn es keine versteckten Reserven gibt, die uns über eine Mangellage retten können, dann reden wir von einer Spekulation der Netzagentur auf Kosten der Bevölkerung. Das müsste Müller den Kopf kosten.

Der nächste Punkt wird sein, dass die Speicher wieder befüllt werden müssen, wenn alle Welt weiß, wie groß der Druck ist. Man darf also davon ausgehen, dass die Gaspreise für die Befüllung massiv ansteigen. Wer sich gegen steigende Gaskosten wappnen möchte, kann ja Aktien von Gasversorgern kaufen. Ich habe das jetzt mal mit Var Energi ASA gemacht. Immerhin sollte die Dividende gesichert bleiben (einen Teil muss man halt von Norwegen zurückholen).

Ein Laie fragt Grok

Ankawor @, Donnerstag, 29.01.2026, 22:51 vor 1 Tag, 22 Stunden, 55 Min. @ Martin 1548 Views

"Bei AGSI (und fast allen öffentlichen europäischen Dashboards wie GIE/AGSI+) bezieht sich die angezeigte Prozentzahl (z. B. 40 %) ausschließlich auf das nutzbare Arbeitsgas (working gas volume). Das Kissengas (cushion gas) ist in dieser Prozentzahl nicht enthalten.
Wenn also ein Speicher bei AGSI mit 40 % angezeigt wird, sind diese 40 % vollständig nutzbar – technisch und marktseitig. Das Kissengas (meist 30–60 % des Gesamtvolumens, je nach Speichertyp) liegt darunter und wird nicht mitgezählt."

Es liegt mir fern, ein Rechthaber zu sein. In diesem Fall hoffe ich aber, Recht zu haben.

Nachfrage nach Beweisen, Antwort etwas länger:

Die Behauptung, dass das Kissengas (Cushion Gas oder Base Gas) in den angezeigten Füllstandsprozentsätzen bei AGSI (oder AGSI+ von GIE) enthalten sei, ist falsch. Stattdessen bezieht sich die Prozentzahl ausschließlich auf das nutzbare Arbeitsgas (Working Gas), während das Kissengas separat und permanent im Speicher verbleibt, um Druck und Stabilität zu gewährleisten. Ich belege das Schritt für Schritt mit etablierten Definitionen und Quellen aus der Energiewirtschaft.
1. Grundlegende Definitionen aus offiziellen Quellen
In der Gasspeichertechnik wird das Gesamtgas in einem Speicher klar in zwei Teile unterteilt:

Arbeitsgas (Working Gas): Der nutzbare Anteil, der eingelagert und entnommen werden kann. Die Füllstandsprozentsätze (z. B. 40 %) beziehen sich immer auf diesen Anteil und reichen von 0 % (leer, aber Kissengas noch vorhanden) bis 100 % (voll nutzbar).
Kissengas (Cushion Gas oder Base Gas): Der permanente "Polster"-Anteil, der nicht entnommen wird und den Mindestdruck aufrechterhält. Er macht je nach Speichertyp (z. B. Porenspeicher oder Salzkavernen) 20–60 % des Gesamtvolumens aus, wird aber nicht in die öffentlichen Füllstandsangaben einbezogen.
Gesamtvolumen: Arbeitsgas + Kissengas. Die Prozentsätze bei Dashboards wie AGSI zeigen nur den Füllstand des Arbeitsgases an, da das Kissengas nicht variabel ist.

Das ist ein Standard in der Branche: Behörden wie die US Energy Information Administration (EIA) oder die Federal Energy Regulatory Commission (FERC) definieren es ebenso, und es gilt international für europäische Speicher.
2. Spezifisch zu AGSI/AGSI+ und GIE
Die Plattform AGSI+ (Aggregated Gas Storage Inventory) von Gas Infrastructure Europe (GIE) meldet die Füllstände ohne Einbeziehung des Kissengases. Stattdessen wird explizit nur das Arbeitsgas berücksichtigt. In einer Analyse des Oxford Institute for Energy Studies wird das bestätigt: "Gas Storage Inventory (AGSI+) without the inclusion of cushion gas" – und sie fügen das Kissengas extra hinzu, um Konsistenz in ihrer eigenen Berechnung zu schaffen. Das zeigt klar, dass AGSI standardmäßig nur das nutzbare Gas anzeigt.
Ähnlich wird in EU-Dashboards (z. B. vom Joint Research Centre) AGSI als Quelle für Füllstände genutzt, die sich auf das Arbeitsgas beziehen, um Ziele wie die 90 %-Füllung bis November zu tracken – wieder ohne Kissengas.
3. Praktische Beispiele aus der Industrie

Bei Umwandlungen von Kissengas zu Arbeitsgas (z. B. bei Uniper-Speichern) steigt der angezeigte Füllstand plötzlich, weil mehr nutzbares Gas verfügbar wird – das würde nicht passieren, wenn Kissengas schon in den Prozentsätzen enthalten wäre.
In Porenspeichern beträgt das Kissengas oft ~50 % des Gesamtvolumens, bleibt aber unberührt; die Füllstände sinken nie unter 0 % Arbeitsgas, auch wenn physisch Gas vorhanden ist.

4. Warum die Gegenbehauptung falsch ist
Wenn Kissengas in den Prozentsätzen "mit drin" wäre, würde ein Speicher nie auf 0 % fallen, da das Kissengas immer da ist. Tatsächlich zeigen Dashboards wie AGSI aber 0 % an, wenn das Arbeitsgas aufgebraucht ist – was den Beweis liefert, dass nur das Nutzbare gezählt wird. Diese Trennung ist essenziell für Marktteilnehmer, da nur das Arbeitsgas gehandelt und genutzt werden kann.
Zusammengefasst: Meine Aussage basiert auf etablierten Industriedefinitionen und spezifischen Angaben zu AGSI.

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Grok vs. Copilot :-)

Martin @, Freitag, 30.01.2026, 06:31 vor 1 Tag, 15 Stunden, 16 Min. @ Ankawor 1091 Views

bearbeitet von Martin, Freitag, 30.01.2026, 06:42

Ein Teil der Grok-Aussagen sind Behauptungen ohne Referenz, ein Teil Plausibilitätsüberlegungen. Ich habe eine Gegenprobe über Copilot gemacht. Ein Lehrbeispiel über KI?

Berichtsseite der Daten ist https://agsi.gie.eu/?utm_source=copilot.com und die footnote sagt:

Data clarification : Filling levels above 100%
Indicated Filling level percentages are calculated with reference to the maximum technical capacity that can be sold on a long-term basis under current licensed permits.
Storage levels above reported WGV (technical capacity) are possible for short periods, in case exceptional conditions are available, depending on contextual elements:
operational demands, technological and geological conditions of the UGS at a certain period, gas energy equivalent, and/or security of supply considerations.

Das heißt tatsächlich, dass sich die Prozentangabe auf das Arbeitsgas bezieht, Copilot das aber nicht so erkannt hat. Offensichtlich hat auch Grok sich nicht darauf bezogen.


Nun zur Qulität der KI. Alle Versuche, die Originaldefinition von AGSI+ und deren Bezug zum Bericht via copilot zu finden, sind fehlgeschlagen. Der Folgetext ist komplett aus dem Copilot kopiert:

1. Woher weiß man, dass die Prozentangabe das gesamte Volumen meint?
Die Bundesnetzagentur nutzt für ihre Füllstandsgrafiken und Lageberichte ausschließlich die Daten von AGSI+ (Gas Infrastructure Europe). AGSI+ definiert den Füllstand immer als:
„Inventory / Working gas volume + Cushion gas volume“
Das heißt:
Inventory = tatsächlich im Speicher befindliches Gas
Working gas volume = nutzbares Gas
Cushion gas = technisch notwendiges Restgas, nicht entnehmbar
Die Prozentzahl bezieht sich immer auf die Summe aus Arbeitsgas + Kissengas.
Die Bundesnetzagentur übernimmt diese Definition 1:1, ohne sie umzudeuten.

2. Indirekter, aber eindeutiger Hinweis der Bundesnetzagentur
Die BNetzA schreibt in ihren Lageberichten regelmäßig Formulierungen wie:
• „Der Füllstand beträgt X % (entspricht Y TWh von Z TWh Speicherkapazität).“
Wichtig: Z TWh ist immer die gesamte Speicherkapazität, nicht nur das Arbeitsgasvolumen.
Das ist der entscheidende Punkt: Wenn die Prozentzahl auf die gesamte Kapazität bezogen wird, ist automatisch das Kissengas inkludiert.

3. Warum sagt die Bundesnetzagentur das nicht explizit?
Weil es in der Gaswirtschaft Standard ist, dass Speicherfüllstände immer das gesamte Volumen meinen. Die Trennung zwischen Arbeitsgas und Kissengas wird nur in technischen Datenblättern der Speicherbetreiber ausgewiesen – nicht in den öffentlichen Lageberichten.

Fazit
Die Bundesnetzagentur schreibt nicht wörtlich, dass die Prozentangabe das gesamte Volumen inklusive Kissengas meint. Aber aus der verwendeten Datenquelle (AGSI+), der Definition der Kapazität und der Darstellung der Zahlen ergibt sich eindeutig:
Die Füllstandsanzeige in Prozent bezieht sich immer auf das gesamte Speichervolumen – inklusive Kissengas.

Ergänzung zur AGSI-Angabe

Martin @, Freitag, 30.01.2026, 06:45 vor 1 Tag, 15 Stunden, 1 Min. @ Martin 1030 Views

Die Prozentangabe ist wohl eine rein regulatorische und keine physikalische Größe. Aus der Angabe kann man möglicherweise nicht unmittelbar eine Reduktion der Entnahmeleistung erkennen, wenn sie auf einen niedrigen Stand fällt. Einen solchen direkten Bezug habe ich nicht gefunden.

Versorgung bis unter Null

PPQ ⌂ @, Pasewalk, Freitag, 30.01.2026, 07:53 vor 1 Tag, 13 Stunden, 53 Min. @ Revoluzzer 1412 Views

Hallo Revoluzzer, ich hatte ein interessantes Gespräch mit einem Mitarbeiter eines Speichers. Abzapfen geht bis unter Null, sagt er. Da ist also noch Luft, ähm, Gas.

Letztlich wird am Ende alles leer sein, aber auf den Punkt genau, wenn die Klimaerwärmung einsetzt.

Und was werden sie daraus lernen? Genau: Mehr Wind und Solar müssen uns retten. Rehden, der größte Speicher, sagt der Mitarbeiter, soll sogar ganz geschlossen werden, in absehbarer Zeit.

Denn wir haben volles Vertrauen in leere Speicher!

--
Wir sprechen verschiedene Sprachen. Meinen aber etwas völlig anderes. www.politplatschquatsch.com

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