Bulgarien stellt die Weichen für mehr Souveränität und Unabhängigkeit vom Westen

Radegast @, Balgurische Schwarzmeerküste, Dienstag, 20.01.2026, 13:04 vor 1 Tag, 9 Stunden, 54 Min. 965 Views

bearbeitet von Radegast, Dienstag, 20.01.2026, 13:12

https://rtnewsde.online/europa/267765-bulgarischer-praesident-tritt-zurueck-um/

Vor ein paar Minuten hat Rumen Radev eine Fernsehansprache gehalten und für morgen seinen Rücktritt als Präsident verkündet, um an den kommenden Parlamentswahlen teilnehmen zu können. Angesichts der von Brüssel geförderten pro-westlichen Korruption der letzten Jahre wird schon jetzt allgemein angenommen, daß er der nächste Premierminister sein wird. Bis jetzt war unklar, ob er diesen Schritt tatsächlich gehen wird. Nun macht er ernst und die Katze ist aus dem Sack.

Alle anderen haben ihr Vertrauen verspielt. Wir sind jetzt hier bei ungefähr den 8. Wahlen innerhalb von 5 Jahren, ich kann schon gar nicht mehr mitzählen. Radev war einer der wenigen, die sich immer für Souveränität und echte Demokratie eingesetzt haben. Bis jetzt erfolglos, er war schließlich "nur" Präsident. So wie es aussieht, könnte sich das nun ändern.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rumen_Radew

Am 1. Januar wurde hier der Euro eingeführt. Radev hat sich vergeblich für ein Referendum darüber eingesetzt, dessen Ergebnis glasklar gegen den Euro ausgegangen wäre. Die Folgen werden schon jetzt sichtbar. In den ersten Restaurants sieht man schon nach 14 Tagen nahezu eine Verdoppelung der Preise. Alle Warnungen haben nichts genutzt, Deutschland 2002 läßt grüßen. Noch wird es nur als unerhörte Frechheit interpretiert.

Radev ist ehemaliger Militär und war Kommandeur der Bulgarischen Luftwaffe. Sein Wort hat bei der Armee immer noch Gewicht. Er ist Russland-freundlich, blieb bis jetzt jedoch immer neutral. Nach hier umgehenden Gerüchten heißt es: Sollte Bulgarien in einen ernsthaften militärischen Konflikt zwischen Ost und West hineingezogen werden, dann wird das Militär die Führung übernehmen und sich gegen NATO und pro Russland positionieren. Das ist nur ein Gerücht, doch es sagt viel über das hiesige Sentiment aus.

Hoffen wir auf bessere Zeiten. Mit Radev können sie möglich werden. Ungarn und die Slowakei wird es freuen und auf ihrem Weg bestärken.

Grüße vom Balkan

Klingt hoffnungsvoll

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 20.01.2026, 13:21 vor 1 Tag, 9 Stunden, 37 Min. @ Radegast 646 Views

Die Duplizität der Ereignisse aber mach zumindest nachdenklich:

Merz hat seine noch existierende Mehrheit beim alten Parlament, trotz verlorener aktueller Wahl, dazu benützt, um diese Schuldenbremse auszuhebeln und diesen katastrophalen Milliardenkredit zu bewerkstelligen.

In Bulgarien war es ähnlich. Die Leute sind wg. des Euros und des abgelehnten Referendums auf die Straße gegangen und haben damit erreicht, dass die Regierung zurückgetreten ist. Aber der Euro wurde trotzdem eingeführt.

...aber der Euro wurde trotzdem eingeführt.

Radegast @, Balgurische Schwarzmeerküste, Dienstag, 20.01.2026, 13:40 vor 1 Tag, 9 Stunden, 18 Min. @ helmut-1 777 Views

bearbeitet von Radegast, Dienstag, 20.01.2026, 13:53

Die Leute sind hier im Dezember nicht in erster Linie wegen dem kommenden Euro auf die Straße gegangen. Dazu war es Anfang Dezember bereits zu spät. Es ist sogar so, daß viele an den letzten Demonstrationen aus genau dem Grund nicht teilgenommen haben, da sie das Grundübel "Euro-Einführung" nicht zum Hauptthema machten.

Die hauptsächliche Ursache für die Dezember-Demonstrationen und den darauf folgende Regierungsrücktritt war der Staatshaushalt für das kommende Jahr, der erste auf Euro basierende wohlgemerkt. Die korrupten Politiker wußten natürlich, was mit der Euro-Einführung kommt und haben den kommenden Haushalt dahingehend frisiert. Nach dem Motto: Was im Tante Emma Laden um die Ecke klappt, klappt im großen Stil genauso. Wir schlagen hier und dort und dort auch noch mal 10% drauf, und da die Zahlen klein sind, merkt es niemand und die Beträge schaufeln wir in unsere eigenen Taschen. Diesen Beschiß haben die Leute mitgekriegt und deswegen sind sie im Dezember auf die Straße gegangen. Ursächlich ist natürlich die Euro-Einführung, doch darum ging es in diesem Falle nicht. Dann hatte die alte Regierung mal eben noch vor, klammheimlich eine Steuererhöhung bei den Sozialabgaben durchzudrücken. Vermutlich mit derselben Denke: die Zahlen sind kleiner, es merkt schon keiner. Da hatten sie sich aber geirrt.

Zunächst versuchten sie, zurückzurudern, und die geplante Steuererhöhung um 2 Jahre zu verschieben. Hat den Leuten aber nicht gereicht und die Zahl der Demonstranten nahm plötzlich so sehr zu, daß die alte Regierung schließlich aufgab. Unter diesem Gesichtspunkt muß man auch den Fakt einordnen, daß Bulgarien sich gegen den Diebstahl der russischen Vermögenswerte in Belgien ausgesprochen hatte. Die Europäische Entscheidung darüber stand exakt an diesen Tagen an und die alte Regierung hatte schlicht Schiß und wollte ihren Arsch retten. Da waren sie noch nicht zurückgetreten und haben sich nicht getraut, zusätzlich zu den aktuellen Problemen auch noch diesen offensichtlichen Diebstahl zu unterstützen.

Allgemein findet man in der Presse völlig utopische und überzogene Zahlen in Bezug auf die Teilnehmer, es ist jedoch richtig, daß wir es mit einer der größten Demonstrationen seit 1989 zu tun hatten. Das ist insofern bemerkenswert, als daß diese Demonstrationen so ziemlich aus dem Nichts und recht plötzlich auftraten.

Klare Definition - danke!

helmut-1 @, Siebenbürgen, Mittwoch, 21.01.2026, 07:59 vor 14 Stunden, 59 Minuten @ Radegast 250 Views

Besser kann man es nicht beschreiben, deckt sich mit meinen Beobachtungen.

Ich habe bei meinem Kommentar zwei Buchstaben vergessen, die es genauer bezeichnet hätten:

Die Leute sind u.a. wg. des Euros und des abgelehnten Referendums auf die Straße gegangen

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