Scheitert der KI-Hype nicht an den gigantischen Kosten und immens langen Bauzeiten für neue Kernkraftwerke?

Plancius @, Mittwoch, 31.12.2025, 16:46 vor 46 Tagen 2259 Views

Der Kompetenzverlust bei der Realisierung von Großprojekten ist nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern auch in anderen Ländern festzustellen. Im Hinblick auf lange Bauzeiten und Kostenexplosionen sind Flughafen BER, Stuttgart 21 oder Elbphilharmonie Waisenknaben im Vergleich zu den beiden Projekten zum Bau eines neuen Kernkraftwerks in Polen Und Großbritannien.

Man fragt sich echt, wie die Generation unserer Väter es zustande gebracht hat, zwischen 1960 und 1985 17 Kernkraftwerke (+ 2 in DDR) mit kurzer Planungsdauer, knappen Bauzeiten und angemessenem Budget zu bauen. Wenn man berücksichtigt, dass die Technologie zur Nutzung der Kernenergie erst Ende der 50er Jahre zur Verfügung stand, ist es eine höchst respektable Leistung unserer Väter, so kurz danach ein Kernkraftwerk nach dem anderen und noch dazu die sichersten der Welt, aus dem Boden zu stampfen.

Hierfür zolle ich den Siemens-Ingenieuren, den Planungsbüros, Baufirmen und nicht zuletzt auch den Beamten in den Verwaltungen und Ministerien im nachhinein höchsten Respekt. Sie haben innerhalb kurzer Zeit in der BRD eine komplexe Technologie mit hohen Sicherheitsstandards zum Laufen gebracht, die wie kaum eine andere ein Wohlstandsbooster für die BRD-Bürger war.

Jetzt mal ein kurzer Blick nach Polen.

70 Kilometer nordwestlich von Danzig wird in 2026, direkt an der Ostseeküste, mit dem Bau des neuen Kernkraftwerks, dem ersten in Polen überhaupt begonnen. Der Wald hierfür ist vor kurzem gerodet worden.

https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article410368010/neues-atomkraftwerk-in-polen-waru...

Es sollen insgesamt 3 Reaktoren von Westinghouse mit einer Leistung von 3.750 MW ans Netz gehen. Aktuell sind hierfür 42-45 Milliarden Euro vorgesehen. 30% der Bausumme soll der Staat tragen, der größte Teil wird dabei wohl vom Infrastrukturfond der EU kommen. Quasi beteiligt sich Deutschland mit einigen Milliarden Euro an dem Projekt.

Die Kosten schließen allerdings den Bau von Straßen, Wohnungen, Hotels, Infrastruktur für die ca. 8.000 Bauleute noch nicht ein. Auch der Bau einer ca. 3 km langen Mole in die Ostsee hinein zum Anlanden von Baumaterial ist in den Kosten noch nicht enthalten.

Der erste Block soll 2036 ans Netz gehen, aber es wird bereits jetzt schon das Jahr 2040 genannt. Die zwei weiteren Blöcke stehen erst einige Jahre später zur Verfügung.

Geht man von 15 Jahren Planungsvorlauf und 15 Jahren Bauzeit bis zur Inbetriebnahme des ersten Blocks aus, so sind 30 Jahre Projektlaufzeit plus die gigantisch hohen Kosten ein immenser Rückschritt im Vergleich zur Leistung unserer Väter. Die haben mit 4 Jahren Planungs- und 6 Jahren Bauzeit und einem Bruchteil der finanziellen Mittel ein solches Projekt gestemmt. Und all das ohne Computerisierung und mit den im Vergleich zu heute bescheidenen Mitteln der 60er und 70er Jahre.

Auch in Großbritannien sieht es nicht besser aus. Der Bau des Kernkraftwerks Hinkley Point C ist bereits jetzt zum Milliardengrab geworden.

Zum Baubeginn 2016 sollte der Block 2015 fertig sein und 20 Milliarden Euro kosten. Jetzt geht man von einer geplanten Inbetriebnahme 2031 und Kosten von 55 Milliarden Euro aus. Der chinesische Partner ist bereits aus dem Projekt ausgestiegen.

Wenn man berücksichtigt, dass die Anlage vom französischen Konzern EDF gebaut wird, wirft dies auch kein gutes Licht auf die französische Atomindustrie, wo man doch annehmen muss, dass die Franzosen Kernkraftwerke im Akkord von der Stange bauen können. Der Kompetenzverlust im Kraftwerksbau hat selbst Frankreich schon erfasst.

Wenn die Franzosen als führende Nation im Bau von Kernkraftwerken neue Anlage nicht mehr zu wettbewerbsfähigen Preisen und akzeptablen Bauzeiten hinbekommen, da frage ich mich doch allen Ernstes, wie und wann denn die ganzen Kernkraftwerke zur Versorgung all der geplanten KI-Rechenzentren gebaut werden sollen, von denen so großspurig in den Medien berichtet wird. Vielleicht sollte man sich bei finanziellen Engagements in die KI-Technologie doch etwas zurückhalten.

Und noch was. Wenn man in der Retrospektive den schnellen und effizienten Bau der Kernkraftwerke in der Alt-BRD würdigt und den Vergleich zu den langen Bauzeiten und gigantisch hohen Kosten heute zieht, dann wird einem bewusst, welch immenser volkswirtschaftlicher Verlust unserem Land durch den Ausstieg aus der Atomenergie zum einen und der Energiewende insgesamt zum andern entstanden ist. Ich schätze mal so aus dem Bauch heraus: Mit der Energiewende werden 30 Jahre Aufbau von Wohlstand rückabgewickelt.

Da frage ich mich doch, wie kann unser Land unter den Bedingungen des Verlusts seiner Kernindustrien unter Berücksichtigung der Wiederbeschaffungskosten für neue Kernkraftwerke überhaupt den Wiederaufbau unserer Energiewirtschaft schultern. Noch dazu, wo unser Land vergreist, von Analphabeten geflutet wird und die nachsitzende Generation ihren Hintern schon gern mit 20 Jahren in Amtsstuben plattsitzt.

Keine guten Aussichten für 2026.

So, jetzt geht’s aber zur Silvesterparty.

Guten Rutsch wünsch Plancius

--
"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Kann hier Jemand meine Vorurteile ausräumen?

D-Marker @, Rostock (MV), Freitag, 02.01.2026, 06:10 vor 45 Tagen @ Plancius 1119 Views

Ich denke, KI gibt es seit Menschwerdung.

Und, ich glaube, der Begriff wurde in den letzten Jahren in die Welt gesetzt, um von wahren Problemen abzulenken.

Und, damit einige Wenige sich bereichern.

Wie bei dem gehypten Begriff „Corona“.

Von wem, überlasse ich der KI der Foristen.


Am Anfang stand die Menschwerdung, z.B. als der Mensch seinen Brüdern, den Tieren, das Fell abgezogen, sich selbst umgehängt, und in andere Breitengrade ausgewandert ist.

Sprung.


Erfindung Watt (Dampfmaschine).

War das nicht auch KI?

Oder, Sprung, Gemeinschaftsprojekt Atombombe?

Oder Computertechnik, Hardware und Software.


Was ist dabei künstlich?

Der Mensch hat eben immer die Sachen, die moderner waren, den besseren Dingen vorgezogen.

Eben Psychologie, welche Vorrang vor der Logik hat.


Bitte, lasst mich nicht dumm sterben.


LG
D-Marker (ungeimpft)

--
https://www.youtube.com/watch?v=LqB2b223mOM

Intelligent gemacht ist nicht gleich Intelligenz

FOX-NEWS @, fair and balanced, Freitag, 02.01.2026, 08:38 vor 45 Tagen @ D-Marker 1109 Views

Da sind wir bei all deinen Beispielen nämlich noch nicht, auch nicht bei LLMs mit einem Rudel von Agenten drum rum. Aber wir kommen dem Punkt näher, an dem eine AGI (Allg. Künstliche Intelligenz) auftreten wird, die sich nicht nur Text zusammenphantasiert ... :-P

Der Mensch hat eben immer die Sachen, die moderner waren, den besseren Dingen vorgezogen.

Z.B das Auto dem Pferdewagen oder den Bagger der Schaufel?

Grüße

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Afuera!

Dann erkläre mir Dummi mal bitte,

D-Marker @, Rostock (MV), Freitag, 02.01.2026, 15:34 vor 44 Tagen @ FOX-NEWS 990 Views

warum es in der heutigen Zeit immer noch nötig ist, dass die Schaffenden rund 8 Stunden am Tag arbeiten müssen.

Schließlich hat die Produktivität sich doch seit dem Pferdewagen vervielfacht.


LG
D-Marker (ungeimpft)

--
https://www.youtube.com/watch?v=LqB2b223mOM

Das ist Systembedingt

FOX-NEWS @, fair and balanced, Samstag, 03.01.2026, 10:53 vor 44 Tagen @ D-Marker 827 Views

Wieso das so ist, erkläeren die vielen Fäden zum Debitismus in diesem Forum. [[top]]

Grüße

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Afuera!

KI braucht keine neuen Atomkraftwerke

sensortimecom ⌂ @, Sonntag, 04.01.2026, 09:35 vor 43 Tagen @ Plancius 866 Views

bearbeitet von sensortimecom, Sonntag, 04.01.2026, 10:05

Wenn welche notwendig sind, dann eher für das Mining von Bitcoins...

Was KI betrifft, so schaut die Zukunft so aus: sie zerstört alles Pseudo-Innovative und lässt nur noch Raum für Real-Innovatives. Das ist bitter insbes. auch für Hochschulen und Unis. Denn Dissertationen gibts nur dort, wo neues Wissen einfliesst. Das gilt auch für das Patentwesen, wo die Sache noch viel problematischer wird. KI erzwingt dort, wo zb. bisher neue Erkenntnisse zurück gehalten wurden, um bestehende (axiomatische) Lehren zu schützen, neue paradigmatische Erkenntnisse zu übernehmen - selbst um den Preis des Chaos in Lehre und Forschung. Denn ansonsten gibts auf Dauer zu wenige oder gar keine Dissertationen und wissenschaftliche Papers. Beispiele dafür gibts genug, nehmen wir nur zb. die Evolutionstheorie an. Oder die Allgemeine Relativitätstheorie.

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