Lieber Freund, das kann ich nicht nachvollziehen

helmut-1, Siebenbürgen, Montag, 08.09.2025, 13:33 (vor 158 Tagen) @ sensortimecom2793 Views

Es ist offensichtlich, dass es mit dem aktuellen Gesundheitssystem im Argen liegt, aber das, was Du da schreibst, ist für mich unverständlich.

Irgendwas ist da bei Dir resp. Deiner Frau völlig falsch gelaufen. Wer daran Schuld hat, - das ist nicht meine Aufgabe, das will ich auch nicht beurteilen.

Als ich die Nachricht bekommen habe, dass meine Frau ins Spital eingeliefert wurde, weil sie nicht mehr konnte, da bin ich die 900 km sofort losgebraust, von RO nach A. Nachträglich noch meine Dankesbezeigungen an die Ungarn, weil ich dort mit 170/kmh über deren Autobahnen geflogen bin, ohne irgendeine finanzielle "Folge".

Als ich im Erstaufnahmekrankenhaus angekommen bin, habe ich die Lage sondiert. Klar habe ich mich mit den Verantwortlichen unterhalten, welche Möglichkeiten es in diesem Spital gibt und was man dort machen kann. Die Begrenzungen habe ich schnell herausgefunden, und nach ein paar Stunden wurde sie deshalb in ein anderes, besser ausgestatteres Spital übermittelt. Ich brauche wohl nicht dazufügen, dass man mit mir keine Kirschen essen kann. Ich glaube keinem Weißkittel, was er mir nicht schwarz auf weiß beweisen kann. Dafür habe ich zuviel erlebt.

Danach gabs noch in de Nacht die erste Not-OP in diesem anderen Spital, und die ist gut abgelaufen. Klar war ich dort, und die notwendigen Übernachtungen liefen in einem in der Nähe befindlichen Hotel ab.

Dann musste ich abwarten, bis die notwendigen Befunde auf dem Tisch lagen. Manche aus der Pathologie brauchten dafür mehr als 10 Tage. Das habe ich zuhause abgewartet. Als ich dann den "Krebsbefund" im Mail hatte, bin ich sofort wieder nach Österreich gefahren. Es gab viele Gespräche mit den verschiedensten Medizinern im Spital, und ich kann die verstehen, wenn sie drei Kreuze gemacht haben, als der komische Östereicher aus Rumänien wieder verschwunden ist.

Eine nun anstehende OP, wo in deren Verlaufe der Tumor aus dem Bauch entfernt werden sollte, die auf die Warteliste zu stellen? Vergiß es. Ich will nicht aufzählen, was ich da alles unternommen habe, aber Geld habe ich keines geschmiert. Nach Vorlage der pathologischen Überprüfungen und Befunde ist sie zwei Wochen später, nach den notwendigen Voruntersuchungen, drangekommen.

Hervorragende OP, der im besten Ruf stehende Chirurg hat das über die Bühne gebracht, - und ich war zufrieden. Trotzdem habe ich mich ständig über die Unterbringung und den damit verbundenen Service interessiert. Meiner Frau als Rumänin in einem österr. Krankenhaus ging es vortrefflich, es gab nichts, was sie zu bemängeln hätte.

Klar haben die immer die Augen verdreht, als sie mich gesehen haben, - Besuchszeiten interessierten mich nicht, meine Frau war mir wichtig. Aber es lief alles so, wie es laufen sollte. Bei der Entlassung habe ich auch einen größeren Schein ins Kistchen des Stationszimmers fallen lassen, - wobei ich das als Anerkennung und als Dank klassifiziere, nicht als Bestechung.

Warum erkläre ich das so detailliert:

Bei Deiner Frau ist was falsch gelaufen, die Ursachen wirst Du viel besser beurteilen können als ich. Aber trotz der vielen Defizite, die sich in den Spitälern ereignen, - man kann noch dabei in Richtung Gesundheit kommen. Die Voraussetzung dafür ist aber, wenn sich jemand im Krankenhaus befindet, dass sich die Angehörigen auf die Hinterfüße stellen, denn sonst hat der Patient schlechte Karten.

Aber die Tatsache, dass Du Deine Frau zuhause pflegst, ist die beste Medizin, die überhaupt kein Arzt verschreiben könnte.


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