Neuvorstellung
Seit mehreren Jahren verfolge ich in unregelmäßigen Abständen mit großem Interesse die Beiträge im „Gelben Forum“.
Dafür erst einmal ein Dankeschön an die Betreiber der GF-Plattform.
Ich bin 66 Jahre und habe 33 Jahre im Erzgebirge / DDR gelebt und lebe seit der offiziellen Ausreise aus der DDR in Baden-Württemberg. Meine Kindheit bzw. die Schulzeit war aus der heutigen Sicht, eine besonders schöne Zeit. Dabei möchte ich nicht die Diktatur des Proletariats, wie Sie immer in der DDR genannt wurde, beschönigen. Diese Diskrepanz zwischen „Sein und Schein“ wurde von mir jedoch erst in meiner Jugend bewusst wahrgenommen.
Bezugnehmend zum aktuellen Ukraine-Konflikt, ist mir die Zeit (1968) des Einmarsches der sowj. Truppen in die CSSR immer noch in guter Erinnerung. Darüber könnte ich einige Episoden und Erlebnisse berichten. Zumal ich gegenüber meinen Eltern/Großeltern nichts Schlechtes von den Sowjets berichten kann (im Gegenteil).
Nach der Berufsausbildung mit Abitur, zum BMSR-Techniker, war ich einige Jahre als Elektromonteur auf Montage innerhalb der DDR unterwegs.
Trotz Konfirmation und Grundwehrdienst habe ich ein IT-Studium absolvieren können und habe dann einige Jahre in einer F&E Abteilung sogenannte „Importablösungen“ in der IT Branche mit entwickelt.
In dieser Zeit war auch die Familiengründung angesagt.
Als einschneidendes Erlebnis war für mich in dieser Zeit u.a. die große Ortsinitiative „Kabel-Antennengemeinschaft". Diese habe ich damals mitgegründet. Da ging es eigentlich um die Versorgung des Ortes mit, „Westfernsehen“. Dies durfte man natürlich nicht offiziell kundtun. Es hieß dann einfach „Verbesserung der Empfangssituation mit DDR2-TV“. Dies war ein gewaltiges Projekt, wo der ganze Ort an einem Strang zog. Das damalige Verbot aller "Westfernsehprogramme" erinnert mich stark an das Sperren von "RT Deutsch". Auch hier wie damals, geht es um die einseitige Meinungsmache gegenüber dem Volk. Das heißt, das Volk dumm zu halten (Angst vor kritischer Berichterstattung, vor einer anderen Sicht der Dinge,...).
Da ich im Laufe der Zeit immer mehr die Ungerechtigkeiten des DDR-Regimes wahrnahm, sah ich keinen anderen Ausweg die Ausreise aus der DDR zu beantragen. Ich glaubte damals, dass es hier im „Westen“ gerechter zugeht und das nicht nach Parteizugehörigkeit entschieden wird, sondern nach Fleiß und Können. Dies war im Nachhinein jedoch ein gewaltiger Trugschluss.
Nach einer Wartezeit von ca. 3 Jahren mit vielen Stasiverhören und den Verlust meine F&E Tätigkeit (Geheimnisträger, wir hatten damals IT aus dem Westen, die trotz Embargo die DDR über Österreich bezogen hatte) konnten wir noch vor der Wiedervereinigung offiziell ausreisen.
Als Starthilfe bekamen wir von der Gemeinde unserer ersten Unterkunft ein Stück Butter geschenkt. Wir empfanden es als eine schöne Willkommensgeste.
Mein Hochschulstudium wurde anerkannt und ich fand schnell wieder einen Job in der Industrie.
Nach ca. 2 Jahren bekam ich dann eine Anstellung an einer Hochschule in BW.
Persönlich haben wir uns hier gut eingerichtet.
Auf Grund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre, speziell hier in Dt., stehe ich in Bezug auf einer gerechten Gesellschaftsordnung gefühlt wieder da wo ich damals vor der Ausreise stand.
Damals gab man sich mit offenem Visier (trotz IM und Co.) zu erkennen und man wusste in der Regel wen man vor sich hat. Hier in der westlichen Welt regiert eine unsichtbare Kaste unter dem Deckmantel einer Demokratie und drangsaliert die Völker.
Nun was Positives.
In der der Freizeit sind wir viel mit dem Wohnmobil unterwegs und mein besonders Interesse gilt dem Musizieren (Gitarre).
So long und beste Grüße!
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