Du meinst, biologische Systeme sind viel schwieriger auszutricksen?
Die chemischen Interaktionen sind bei biologischen Systemen weit vielfältiger wie bei typischen physikalischen Versuchen. Daher ist es in der Medizin oft viel schwieriger, eindeutige Kausalitätsbeweise zu führen. Ich tue dies, und dann muß jenes passieren funktioniert nicht so einfach immer wiederholbar. Wirklich beweiskräftige Versuche sind in der Medizin aufwendig. Das ist auf molekularer Ebene noch deutlich einfacher. Sobald lebende Zellen im Spiel sind, wird es schon spannender.
Das noch mehr geforscht werden muß ist klar. Ich bemängele hauptsächlich, das nicht mehr Versuche und Daten zum Infektionsgeschehen z.B. von den Epidemiologen gemacht/erhoben werden. Wenn wir wüssten, wo und wie man sich ansteckt, könnte viel gezielter vorgegangen werden. Aber es entsteht der Eindruck, das aus politischen Gründen bestimmte Orte und Wege gar nicht untersucht werden, z.B. Weiterverbreitung der Viren an die Eltern und Großeltern in Schulen durch die Kinder oder wirklich funktionsfähige Hygienemaßnahmen in Alten und Pflegeheimen. Sobald politischer Wille irgendwo im Spiel ist, ist es vorbei mit der Wissenschaft. Politiker sind hier eher das Problem wie die Lösung...
...was natürlich die Frage aufwirft, ob es einen Sinn macht, biologische Systeme auszutricksen.
Kaum hat man die Lebenserwartung über das natürliche Maß hinaus um 10 Jahre erhöht, so wird man mit Herzinfarkt, Schlaganfall, medizinisch induzierten Erkrankungen, Krebs und Alzheimer belohnt. Krankheiten, wie ein Forist kürzlich schrieb (wer war das?), früher zu 99% unbekannt waren.
Gruß Mephistopheles