Marx lag falsch mit seinen Axiomen. Aber innerhalb dieser Axiome hat er durchaus wissenschaftlich gearbeitet

Mephistopheles, Samstag, 13.06.2020, 12:18 (vor 2055 Tagen) @ Oblomow2304 Views

Gilt das auch fuer Jesus?

Marx versuchte faustisch [[zwinker]] zu verstehen, was die Welt im Innersten zusammen haelt. Einen moralischen Impetus unterstellst Du. Den Wissenschaftler interessiert Moral nicht, er will Wissen schaffen.

Marx`falsches Axiom war, dass die Geschichte eine Abfolge von Klassenkämpfen sei, bei denen sich am Schluss die Arbeiterklasse durchsetze. Er hat auch fälschlicherweise angenommen, dass es die Lohnarbeit schon immer gegeben habe, während sie nur eine wieder verschwindende Erscheinung der faustischen Kultur darstellt.

In Wirklichkeit ist Geschichte jedoch eine Abfolge von Kulturen. Innerhalb einer Kultur und deren Voraussetzung entstehen Stände. Die beiden Urstände sind der Adel und das Priestertum. Indem die faustische Kultur den Adel abschaffte oder in seiner gesellschaftlichen Funktion nivellierte und aus den der Gottheit geweihten Priestern Intelektuelle mit beliebigen Ideologien machte, hat sie ihr eigenes Ende besiegelt.
Der dritte und zuletzt erscheinende Stand ist das städtische Bürgertum, welches sich aus den nichterbenden Nachkommen der Bauern eine Arbeiterschaft heranzieht, so lange, bis das Land leer ist.
Städte können sich nämlich nie und konnten es nie genetisch selbst erhalten, weil in ihnen der Todestrieb herrscht - oder, anders ausgedrückt - weil Städte immer ein Geburtendefizit haben. Es sterben in der Stadt immer mehr Menschen als in ihr geboren werden. Das fällt zunächst deswegen nicht auf, weil das städtische Geburtendefizit erst in der 2. Generation einsetzt.

Er war Materialist und versuchte die Gesetze der Oekonomie zu verstehen so wie Hegel die Gesetze des Seins. An wichtigen Stellen irrte er wie mancher Philosoph. Das zeigt @dottore. Es geht um Denken, dass der Faulpelz Marx in weiß der Geier wieviel tausend Seiten hineinverzapft hat. Der goldige Krall z.B. moralisiert und muss sich selbst befragen.lassen, ob das nicht verlogen ist. Das ist in Kuerze der Unterschied.

Das stimmt nicht. Für Marx war die Geschichte eine Abfolge von Klassenkämpfen. Er hat nicht verstanden, dass es eine Ökonomie nur als Folge einer Kultur gibt und diese ihre dominierende Rolle erst einnimmt, wenn die Kultur tot ist und von der Zivilisation abgelöst wurde. Ökonomie ist ein Todessysmptom. Marx hat nicht begriffen, dass die Theorien, die er im 19. Jh. entwickelte, nur für das 19. Jh. Geltung besaßen.

Gruß Mephistopheles


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