Abgesang auf einen „ganz Großen“ – Johannes Kahrs
Die Laudatio hält Michael Klonovsky.
Das war‘s, Herr Kahrs.
Jammerschade.
Der Bundestag verliert einen seiner knuffigsten, profiliertesten und charaktervollsten Abgeordneten.
Johannes Kahrs (Rest-SPD), ein Mensch von einer entzückenden Grundunschmierigkeit, gemütvoll, gebildet, elegant, mit tadellosen Manieren und stets bereit, Haltung zu zeigen, war eine wirkliche Karyatide des spätdeutschen Parlamentarismus.
Couragiert bis in die Bandscheibenschäden, kämpfte der Hamburger Sozi und Museumsschiffehrenkapitän in stolzer Isolation gegen den "Haufen rechtsradikaler Arschlöcher im Parlament", der dort seit Ende 2017 lungert, hetzt und spaltet (und von Arschlöchern versteht der Mann was).
Ungeachtet persönlicher Nachteile und drohender Schutzhaft forderte Kahrs mehrfach ein AfD-Verbot.
Seine Reden .. gehörten zu den Sternstunden des deutschen Parlamentarismus und werden dermaleinst neben jenen von Bismarck, Heuss, Schmidt und Hermann Göring bzw. -Eckardt genannt werden.
Im Felde blieb der Reserveoberst unbesiegt (außer von Eva Högl).
Ihm wurde in aller Diskretion das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, und es heißt, er habe das Erste Staatsexamen in absentia absolviert.
Dank seiner originellen und eigenwilligen Methoden genießt Kahrs bei den Hamburger Sozialdemokraten den Status origineller Eigenwilligkeit. Er hatte immer ein Herz für sozial schwächere und deutlich jüngere Parteimitglieder resp. -sympathisanten, ohne viel Aufhebens davon zu machen; nie hat er sich mit jenen karitativen Übernachtungen gebrüstet, die seiner zwischenmenschlichen Güte nachgerühmt werden.
"Es ist ein Verlust für die Fraktion, weil er ein Aushängeschild mit Ecken und Kanten ist", seufzte der SPD-Abgeordnete Falko Mohrs beim Sortieren der übriggebliebenen kantenlosen Rundschilder.
Quelle: https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna
Die Tür soll er vor Frust zugeknallt haben, weil er nicht gewählt worden war, der aufrechte Johannes.
Und dann schmiss er vor Wut alles hin, wie der beleidigte Knirps, dem man ein Förmchen aus dem Sandkasten weggenommen hat.
Unfassbar mit welchen schmierigen Eigenschaften man über Jahrzehnte in der ehemaligen Arbeiterpartei überwintern konnte.
„Teletubbie“ Eva wurde alternativ gewählt.
Was sie nun als künftige Wehrbeauftragte auszeichnet, wissen nicht einmal die Götter im Olymp.
War sie möglicherweise über Jahre als Reserve-Offizierin in verdecktem Auftrag unterwegs.
Mir ist völlig schleierhaft, warum Menschen wie blöde Netflix-Filmen nachjagen, um sich zu unterhalten.
Die bundesrepublikanische Realität würde nicht einmal total abgefahrenen Dramaturgen einfallen.
Übrigens, ich würde mich nicht wundern, wenn der Schmierlappen Kahrs in wenigen Monaten als Lobbyist in Brüssel oder einem anderen europäischen "Babylon" wieder auftaucht.
mfG
nereus