Sonderbare Argumentation - Franzose gegen Russe bezüglich Virus-Ursprung
Wie hier bekannt sein dürfte, hat der französische Wissenschaftler Luc Montagnier eine künstliche Erzeugung des Corona-Virus Sars-CoV-2 unterstellt.
Nun hat ein Russe Gegenargumente dafür veröffentlicht.
Es ist klar, daß eine fachliche Auseinandersetzung unmöglich ist, weil einfach der Fachverstand dazu fehlt.
Aber man kann sich die Argumentation an sich anschauen und dann eigene Schlußfolgerungen ziehen.
Der französische Virologe Luc Montagnier zeigte sich kürzlich davon überzeugt, dass das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 künstlicher Herkunft ist und in einem Labor entwickelt wurde. Der bekannte russische Biologe Alexander Pantschin hält diese Hypothese für falsch und belegt das gründlich.
Quelle: https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20200424326955251-biologe-zu-labor-corona/
Gründlich - da sollten wir dranbleiben. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
„Nehmen wir das gesamte Sars-CoV-2-Genom aus dem öffentlichen Zugang und verwenden das Bioinformatikprogramm BLAST, um es mit den HIV-Genomen zu vergleichen“, schreibt Pantschin zu Montagniers Version. „In der Tat kann man kleine ähnliche ‘Ähnlichkeitsinseln’ zwischen Sars-CoV-2 und HIV sehen. Diese ‘Inseln’ haben zwar eine Größe von bis zu vierzig Nukleotiden und eine Reihe von Ersatzbuchstaben <...> BLAST ergibt einen E-Wert von 3,8. Der vereinfachte Sinn dieser Menge ist folgender: Wenn man das Sars-CoV-2-Genom und das HIV-Genom nimmt und alle Nukleotide auf eine bestimmte Weise mischt, dann gibt es im Durchschnitt 3,8 Paare von ‘Inseln’ zwischen zufälligen Genomen, die nicht weniger ähnlich sind als das Sequenzpaar, für das der E-Wert 3,8 erhalten wurde. Kurz gesagt, die Ähnlichkeit liegt innerhalb des Rauschenniveaus. Das Sars-CoV-2-Genom besteht dagegen aus fast 30.000 Nukleotiden.“
Rauschen hin oder her, es ist nicht völlig ausgeschlossen, wenn auch eine sehr forsche These des Franzosen verbleibt.
Das eigentliche Problem an den Behauptungen Montagniers sieht Pantschin darin, dass eine vergleichbare Ähnlichkeit - auch wenn sie sehr gering ist - zwischen dem HIV-Genom und den Genomen anderer Coronaviren festgestellt werden kann.
Meinetwegen. Aber jetzt kommt's.
„Das heißt, wenn man Wissenschaftler aufgrund einer gewissen Ähnlichkeit der ‘Züchtung’ des neuartigen Coronavirus beschuldigt, warum dann nicht gleich den nächsten Schritt machen und und sie nicht für die Entstehung aller Coronaviren verantwortlich machen, einschließlich der aus dem vergangenen Jahrhundert?“
Das ist argumentativer Käse, weil der französische Virologe - dessen Indizien-/Beweislage ich nicht kenne - DAS ja nicht gemacht hat.
Hier packt der Russe einfach zwei Schippen drauf, um die Ausgangslage zu verschleiern.
Nach Pantschin heißt es: Unabhängig davon, ob die Ähnlichkeit des neuartigen Coronavirus mit dem HIV zufällig ist oder nicht, waren die ‘Ähnlichkeitsinseln’ nicht durch die Gentechniker in das neuartige Coronavirus übertragen worden, sondern waren von den älteren Coronaviren geerbt.
Das kann so sein, aber das läßt sich eben nicht zu 100 % beweisen. Es ist lediglich eine Annahme.
Mit seiner Methode will Pantschin die wissenschaftliche Autorität Montagniers wohl nicht in Frage stellen, meint jedoch in einem Artikel: „Es kommt vor, dass sogar prominente Wissenschaftler mal Unsinn reden.
Auch das trägt nicht zur Erhellung der Hintergründe bei - das ist in gewisser Weise Rabulistik.
Und wie lautete die Anfangsthes des Sputnik-Artikels?
Der bekannte russische Biologe Alexander Pantschin hält diese Hypothese für falsch und belegt das gründlich.
Er führt Gegenargumente an, aber sicher widerlegen kann er nichts.
Und was macht der Russe eigentlich beruflich so?
Der 33-Jährige ist leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Moskauer A. A. Kharkevich-Institut für Informationsübertragungsprobleme der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAW) und Mitglied des RAW-Ausschusses für den Kampf gegen Pseudowissenschaft.
Wie sich die Systeme doch gleichen.
mfG
nereus