Drei Denkfallen, die man tunlichst vermeiden sollte

Tempranillo, Mittwoch, 04.03.2020, 10:44 (vor 2249 Tagen) @ PPQ2234 Views
bearbeitet von Tempranillo, Mittwoch, 04.03.2020, 11:28

Hallo PPQ,

Nach der Rückabwicklung der Wahl in Thüringen durch die Bundeskanzlerin kommt es dort heute vermutlich im zweiten Anlauf zum Comeback der Nationalen Front der DDR. Besonders pikant ist in dem Zusammenhang eine Personalie des dortigen Landesverbandes, der sich auch "Brandmauer" gegen den Faschismus nennt.

Obwohl ich Dir zustimme, meine ich, es gibt drei Denkfallen, die man unbedingt vermeiden sollte.

Versagt die EU, heißt es, *um die Probleme zu lösen, brauchen wir mehr EU*, mehr europäische Integration, Vertiefung und Aufgabe nationaler Souveränität.

Erweist sich die Demokratie als problematisch, meinen alle, mit mehr Demokratie kämen wir aus dem Schlamassel heraus.

Die dritte Denkfalle ist die hinterfotzigste. Sie besteht darin, das jetzige, durch und durch raubkapitalistische, der Finanzoligarchie, City und Wall Street dienende System und dessen etablierte Parteien in völliger Verdrehung der tatsächlichen Verhältnisse als sozialistisch bezeichnen und dann als Ausweg mehr Marktwirtschaft und Kapitalismus zu empfehlen. Diesem miesen Vorgehen liegt folgende Argumentationsstruktur zugrunde, die ich vereinfache und polemisch zuspitze: Rothschild, Goldman Sachs, Blackrock und Soros haben uns nicht gut getan, wir brauchen mehr Rothschild, Goldman Sachs, Blackrock und Soros.

Mit der bei uns üblichen Methode, durchweg die Vorgaben und Sprachregelungen des Systems zu akzeptieren, wird man niemals aus der Tretmühle herausfinden und immer nur wie ein angeketteter Esel im Kreis herumlaufen.

Tempranillo

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*Die Demokratie bildet die spanische Wand, hinter der sie ihre Ausbeutungsmethode verbergen, und in ihr finden sie das beste Verteidigungsmittel gegen eine etwaige Empörung des Volkes*, (Francis Delaisi).


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