In dem Fall geht es nicht um Macht

Linder, Montag, 10.02.2020, 19:05 (vor 2272 Tagen) @ nereus1281 Views
bearbeitet von Linder, Montag, 10.02.2020, 19:50

Es geht um die Geldmenge.
Negativzins schleust nur vorhandene Geldmenge aus dem Kreislauf der Geschäftsbanken und damit dem Wirtschaftskreislauf heraus und in die EZB hinein. Das heißt nicht, dass sie dadurch vernichtet wird.
Dies anzunehmen ist ein grober Denkfehler.
Die Guthaben und damit auch zwangsweise Schulden werden deswegen nicht verringert. Sie wandern nur von einer Bank zur nächsten, wenngleich einer übergeordneten!

Beim Rest des Beitrags bin ich bei dir, keine Frage, nicht dass wir uns da falsch verstehen. Alles richtig was du sagtest.


Edit, nur so nebenbei:
Ob Friedrich es als Schuld betitelt oder du als Vertrauen, würde ich mich einmischungshalber insofern dazu äußern, als dass es lediglich eine Frage der Definition sei.
Es ändert sich jedoch nichts an der faktischen Entstehung und Wirkweise unseres derzeitigen Geldes.
Ein Tier draußen in der Natur kennt keine Schuld in dem Sinne, Vertrauen aber sehr wohl.
Angst kann man ihm machen, es psychisch stören auch und erziehen (je nach Art mehr oder weniger) ebenso. Ob Schuld oder Vertrauen ist relativ, hängt mit der Erziehung, also Sozialisierung zusammen. Intelligent wie Menschen sind (naja, zumindest viele dieser Spezies), machen in Geldangelegenheiten keinen unbedingten Unterschied zwischen Schuld(en) und Vertrauen. Solange alles normal läuft, geht man davon aus, dass der Geschäftspartner einerseits zahlt und der anderseits liefert. Ich gebe dir was (Geld) und du mir was im Gegenzug (Ware, Dienstleistung), ist Sozialisation, die früh geprägt wurde und allgemein anerkannt ist.
Sofern Geld und Ware/Dienstleistung zeitgleich oder halbwegs zeitnah getauscht werden, taucht der Begriff Schuld eigentlich nicht auf, ganz egal wie das Geld entstanden ist. Erst bei längeren Wartezeiten bis zur Bezahlung kommen die Begriffe Schulden und Vertrauen eher zum Vorschein. Auch hier ist der Akt der Geldentstehung zumeist nebensächlich. Erst bei großen Beträgen (Krediten) und langer Laufzeit kommt der Wert des Geldes richtig zum Tragen.
Geld, Schulden, Vertrauen, Preis, Wert, etc. ohne Zeithorizont zu definieren, ist realistisch gesehen zwar möglich, aus ökonomischer Sicht jedoch Blödsinn.
Ein Tier kann das nicht beurteilen, hat nämlich kaum oder gar kein Zeitgefühl.
Ein Mensch sehr wohl wie wir wissen und auch die Intelligenz, sein Gegenüber sehr gut einzuschätzen. Betitel ich Jemanden als meinen Freund, von dem ich noch Geld bekomme, dann hat er Schulden bei mir, ganz klar. Das Vertrauen ist jedoch ohnehin da, auch ganz ohne Geld. Er könnte die Schulden nämlich auch anderweitig begleichen, und, sofern es ein wirklicher Freund ist, selbstverständlich zinslos, auch wenn mich das selbst aufgrund Inflation bares Geld kosten würde.
Andererseits fühle ich mich auch nicht schuldig, so ich der Fleischereifachverkäuferin für ein Rumpsteak 10€ über den Tresen reiche. Nicht einmal für Sekundenbruchteile, denn sie bekommt von mir umgehend Geld gegen Ware. Rein rational betrachtet hätte ich dennoch kurzzeitig Schulden bei ihr.

Die Auswirkungen sind das Kriterium, nicht das definierte Wort an sich.
Persönlich denke ich, dass Schulden den Begriff besser treffen. Wenn aber beide Parteien bei ein und demselben Wort das gleiche meinen, ist mir das auch Wurscht.
Hauptsache man redet nicht aneinander vorbei.

Mir sind die unterschiedlichen Worte ein Begriff, anderen nicht. Ich arrangiere mich damit, ansonsten würde ich nämlich weiter gehen und Geld nur in Gramm bzw. Unzen definieren und lediglich zwischen Ag und Au unterscheiden. Es geht in dieser Welt aber nicht nach mir oder Herrn Morgan. Ich akzeptiere es genauso wie € oder $.

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◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇


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