Schafft der Tourismus Arbeitsplätze, in einem System wo Arbeitnehmerfeizügigkeit gilt?

Plancius @, Sonntag, 09.02.2020, 14:41 vor 2275 Tagen 1400 Views

Wenn ja, dann nur in begrenztem Umfang für die lokal ansässige Bevölkerung, mehrheitlich jedoch für Arbeitskräfte aus dem billigeren Ausland.

Letzte Woche war ich mit meiner Frau in einem größeren Wellness-Hotel auf der Insel Usedom zu Gast. Mir ist im gesamten Hotel kein einziger deutscher Angestellter begegnet. Weder an der Rezeption, noch in der Bar, keine Bedienung im Restaurant, kein Zimmermädchen, kein Bademeister, keine Masseuse. Praktisch alle Angestellten kamen aus Polen. Im Restaurant und in der Küche waren auch Chinesen und Philippinos zu finden. Selbige Entwicklung sehe ich auch in meinem Landkreis an der Mecklenburgischen Seenplatte, wo ich wohne. Alle größeren Hotels und Bäder sind auf polnische Arbeitskräfte angewiesen, während gleichzeitig die jungen Deutschen im Hotel- und Gaststättengewerbe nach Österreich/Schweiz oder Norwegen auswandern.

Ortswechsel. Wir besuchen Verwandte am Stettiner Haff und beschließen spontan, nach Stettin zu fahren und dort ein Restaurant aufzusuchen. Wir werden dort nur von Ukrainern bedient. Eine Nachfrage beim Chef ergab, dass er ohne ukrainische und weißrussische Angestellte seinen Laden zumachen könnte. Er findet keine Polen für sein Restaurant, die gehen alle in Deutschland arbeiten.

Verrückte Welt, oder etwa nicht? Was bringt uns die Arbeitnehmerfreizügigkeit gesamtgesellschaftlich für einen Wohlstandsgewinn, wenn die Arbeitskräfte letzten Endes nur Manövriermasse für Arbitrageure sind, die unterschiedliche lokale Lohnniveaus ausnützen. Leider werden solche Fragen gar nicht mehr öffentlich diskutiert. Vielmehr wird die "alternativlose" Globalisierung als gegeben hingenommen.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Das ist komparativer Vorteil vom Feinsten

FOX-NEWS @, fair and balanced, Sonntag, 09.02.2020, 15:14 vor 2275 Tagen @ Plancius 1187 Views

Der Pole/Ukrainer bekommt den besseren Lohn, du die billigere Leistung, und der Wirt bleibt im Geschäft. [[top]]

Grüße

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Afuera!

Arbeitnehmerfeizügigkeit....

Linder, Sonntag, 09.02.2020, 15:29 vor 2275 Tagen @ Plancius 1079 Views

.... dient primär der Lohnsenkung und damit dazu die Inflation in der Wirtschaft möglichst lange Zeit niedrig zu halten.
Erst auf Länder-, dann Bundes-, danach EU- (hier stehen wir gerade) und schlussendlich globaler Ebene.
Geht die Wirtschaft zuvor nicht wieder in einem großen Krieg unter und muss in kleinen lokalen Sektoren aufgebaut werden, verdient irgendwann jeder Bedienstete weltweit ähnlich viel.
Ab da ist es dann wichtig, möglich wenig Geld zu drucken weil sonst die Inflation nicht mehr zu bändigen ist bzw. allzu offensichtlich wird, dass Globalismus nur eine Versch...ßerung der Masse ist.

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◇◇◇ GENESEN - GELACHT - GELOCHT ◇◇◇

Globalisierung ist die Fortsetzung ehemaliger Kolonialpolitik

Oberbayer @, Sonntag, 09.02.2020, 16:03 vor 2275 Tagen @ Plancius 1113 Views

auf einem höheren Niveau.
Es bedarf keiner kolonial-militärischen Präsenz mehr um von billigen Ressourcen (wie Arbeitskräften und Rohstoffen)zu profitieren. Regierungen werden gekauft und etwas am Gewinn beteiligt-m.a.W.korrumpiert.
Und die setzen dann heimische Polizei/Militär,ein um die Profitinteressen der (Kolonial-)Staaten gegen die eigene Bevölkerung durch zu setzen.
Zurzeit täglich zu sehen in ca. 40 Ländern der Erde.
Hauptprofiteure sind neben den internationalen Konzernen auch Du und ich.Kleidung bei Lidl und Kick kaufen oder aber Arbeitskräfte aus der Ukraine,Tschechien und Polen in D
beschäftigen.Es läuft alles auf dasselbe hinaus...

Danke für Deinen Beitrag @Plancius

Raub an der Allmende

Mephistopheles, Sonntag, 09.02.2020, 17:34 vor 2275 Tagen @ Plancius 1045 Views

Sobald einer einen Arbeitsplatz hat, kann er sämtliche Leistungen des deutschen Sozialsystems in Anspruch nehmen, ohne allerdings 150 Jahre Beiträge bezahlt zu haben. Auf diesem Raub basiert die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern seit jeher. Das ist der Grund, warum die Sozialbeiträge steigen, nicht nur die ausgewiesenen, sondern ebenso die indirekt über Steuern zu zahlenden Beträge.

Rein überschlagsmäßig müsste jeder Arbeitgeber, der Arbeitnehmer beschäftigt, die nicht 150 Jahre lang Beiträge einbezahlt haben, den 10fachen (wenn es reicht) Arbeitgeberbeitrag bezahlen, also nicht etwa ca. 23% des bruttolohns, sondern etwa 250%.

Weil das kaum einer kapiert, auch nicht hier im Forum, außer den Politkern, die geschworen haben, dem deutschen Volk so viel Schaden zuzufügen, wie sie nur irgend vermögen, deswegen ist das nach wie vor möglich. Die Politiker bauen eben darauf, dass sie niemals zur Rechenschaft gezogen werden.

Gruß Mephistopheles

Dann freu dich auf die Hoffnung Friedrich Merz.

SevenSamurai @, Sonntag, 09.02.2020, 20:26 vor 2275 Tagen @ Plancius 861 Views

Wenn der mit seiner Heuschreckenplage Black Rock an die Macht kommt:

Gute Nacht.

Dann gehören die Renten den Investoren in den USA.

Und alle werden Verständnis haben, wenn gesagt wird: "Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt." Das gilt natürlich nicht für die Milliardäre in den USA.

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"Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte:
weil sie damals (...)."
Henryk Broder

Du hast das Mackenroth-Theorem nicht verstanden.

FOX-NEWS @, fair and balanced, Montag, 10.02.2020, 08:06 vor 2274 Tagen @ Mephistopheles 659 Views

Aber da bist du nicht allein, bestimmt 80% aller Rentenanwärter verstehen das nicht: Verfrühstückt wird immer, was in der laufenden Periode eingenommen wird. Ansparen kann man nur privat.

Grüße

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Afuera!

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