Schafft der Tourismus Arbeitsplätze, in einem System wo Arbeitnehmerfeizügigkeit gilt?
Wenn ja, dann nur in begrenztem Umfang für die lokal ansässige Bevölkerung, mehrheitlich jedoch für Arbeitskräfte aus dem billigeren Ausland.
Letzte Woche war ich mit meiner Frau in einem größeren Wellness-Hotel auf der Insel Usedom zu Gast. Mir ist im gesamten Hotel kein einziger deutscher Angestellter begegnet. Weder an der Rezeption, noch in der Bar, keine Bedienung im Restaurant, kein Zimmermädchen, kein Bademeister, keine Masseuse. Praktisch alle Angestellten kamen aus Polen. Im Restaurant und in der Küche waren auch Chinesen und Philippinos zu finden. Selbige Entwicklung sehe ich auch in meinem Landkreis an der Mecklenburgischen Seenplatte, wo ich wohne. Alle größeren Hotels und Bäder sind auf polnische Arbeitskräfte angewiesen, während gleichzeitig die jungen Deutschen im Hotel- und Gaststättengewerbe nach Österreich/Schweiz oder Norwegen auswandern.
Ortswechsel. Wir besuchen Verwandte am Stettiner Haff und beschließen spontan, nach Stettin zu fahren und dort ein Restaurant aufzusuchen. Wir werden dort nur von Ukrainern bedient. Eine Nachfrage beim Chef ergab, dass er ohne ukrainische und weißrussische Angestellte seinen Laden zumachen könnte. Er findet keine Polen für sein Restaurant, die gehen alle in Deutschland arbeiten.
Verrückte Welt, oder etwa nicht? Was bringt uns die Arbeitnehmerfreizügigkeit gesamtgesellschaftlich für einen Wohlstandsgewinn, wenn die Arbeitskräfte letzten Endes nur Manövriermasse für Arbitrageure sind, die unterschiedliche lokale Lohnniveaus ausnützen. Leider werden solche Fragen gar nicht mehr öffentlich diskutiert. Vielmehr wird die "alternativlose" Globalisierung als gegeben hingenommen.
Gruß Plancius
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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER
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